Die meisten Menschen in Kolumbien verwenden Spanisch, das als español oder castellano bezeichnet wird. Das kolumbianische Spanisch hat regionale Akzente und einen regional unterschiedlichen Wortschatz, doch Sprecherinnen und Sprecher verständigen sich im Allgemeinen über Regionen hinweg, ohne getrennte formale Sprachsysteme zu benötigen. Kolumbien hat außerdem viele indigene Sprachen (lenguas nativas), die mit indigenen Völkern und ihren Gebieten verbunden sind. Diese Sprachen tragen Wissen der Gemeinschaften, Identität, mündliche Überlieferungen und eigene Vorstellungen von der Umwelt. Kreolsprachen werden in bestimmten karibischen Gemeinschaften verwendet, und die Sprache der Roma gehört zum kulturellen Leben der Roma. Ihre Verwendung und Weitergabe hängen stark von Familien, Gemeinschaften und der lokalen Bildung ab. Die kolumbianische Gebärdensprache (Lengua de Señas Colombiana), oder LSC, ist eine vollständige visuelle Sprache, die innerhalb der Gehörlosengemeinschaft verwendet wird, und sollte nicht als gebärdetes Spanisch betrachtet werden. Spanisch ist in den meisten Schulen und Institutionen die wichtigste Unterrichtssprache. In entsprechenden Gemeinschaften kann bilinguale und interkulturelle Bildung Spanisch mit der eigenen Sprache und Kultur einer Gemeinschaft verbinden. Englisch ist die am häufigsten geförderte Fremdsprache im formalen Bildungswesen und in vielen privaten Kursen. Weitere Fremdsprachen werden ebenfalls unterrichtet, besonders in Städten, Universitäten, Kulturinstituten und Online-Programmen. Lernende können über Schulen, Universitäten, Sprachzentren, Gemeinschaftsgruppen, Bibliotheken, private Lehrkräfte, Medien und Gesprächspraxis lernen. Wie gut die Fortschritte sind, hängt stark von regelmäßiger Anwendung, Rückmeldung und realistischen Zielen ab. Sprachzertifikate können für die Zulassung oder eine Beschäftigung nützlich sein, aber alltagspraktische Sprachfähigkeit und die Leistung in formalen Prüfungen sind nicht identisch. Lernende sollten feststellen, welche Fähigkeit und welche Art von Nachweis ihr Ziel erfordert. Der Zugang kann durch Kosten, Reisewege, Internetqualität, Lehrkräftemangel oder fehlende Materialien in Minderheitensprachen eingeschränkt sein. Diskriminierung aufgrund von Akzenten oder Gemeinschaftssprachen kann Lernende und Sprecherinnen und Sprecher ebenfalls entmutigen. Ein praktischer Sprachplan verbindet je nach Bedarf Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben. Respektvolles Lernen bedeutet auch, lokale Akzente anzuerkennen, zu fragen, wie Menschen bevorzugt kommunizieren, und mehrsprachige Identität wertzuschätzen.
Sprachen in Kolumbien
Spanisch ist die wichtigste Sprache im öffentlichen Leben und im Bildungswesen Kolumbiens, doch das Land ist mehrsprachig. Indigene Sprachen, Kreolsprachen, Romanes und die kolumbianische Gebärdensprache gehören zur lebendigen sprachlichen Landschaft. Sprachenlernen unterstützt die tägliche Kommunikation, Bildung, Arbeit, kulturelle Teilhabe und den Zugang zu Dienstleistungen.
Tipp
Für den Alltag in den meisten Teilen Kolumbiens sollte funktionales Spanisch für Verkehr, Schule, Gesundheitsversorgung, Einkäufe und öffentliche Dienstleistungen Vorrang haben. Wer in einer indigenen, kreolsprachigen oder gehörlosen Gemeinschaft lebt oder arbeitet, sollte direkt mit gemeinschaftsgeleiteten Ressourcen und Kommunikationspraktiken lernen. Einen Zertifikatskurs sollte man nur dann wählen, wenn eine Schule oder ein Arbeitgeber einen nachgewiesenen Kenntnisstand tatsächlich verlangt.

