Cabo Verde hat keine ganzjährig wasserführenden Flüsse. Regen, Dürre, Höhenlage und Exposition schaffen deutliche Unterschiede zwischen trockenen Tiefländern, Bergtälern und feuchten Mikroklimata. Zu den bedeutenden Naturräumen zählen die Vulkankrater und -hänge auf Fogo, die Berglandschaften von Santo Antão, Santiago und Fogo sowie Dünen, Strände, Küstenlagunen und Salinen auf Sal, Boa Vista und Maio. Auch die Meeresökosysteme gehören zum Thema Natur und reichen über die Inseln und den Küstenstreifen hinaus. Das Schutzgebietsnetz umfasst Land-, Küsten- und Meeresgebiete. Laut Gesetzesdekret Nr. 25/2026 sind 47 Schutzgebiete verzeichnet. Ältere Informationen des Landwirtschafts- und Umweltministeriums nannten 46 Gebiete und andere Land- und Meeresflächen. Zahlen aus unterschiedlichen Zeiträumen oder mit abweichenden Gebietsgrenzen sollten daher nicht zusammengezählt werden. INGT und die nationale Umweltbehörde, Direção Nacional do Ambiente, stellen offizielle Grenz- und Flächendaten in Geoinformationssystemen bereit. Gängige Kategorien sind Parque Natural, Reserva Natural und Monumento Natural. Zudem gibt es in Cabo Verde vier Ramsar-Gebiete sowie UNESCO-MAB-Biosphärenreservate auf Fogo und Maio. Diese internationalen Auszeichnungen bedeuten nicht automatisch, dass ein Gebiet auch national als Schutzgebiet ausgewiesen ist. Das Landwirtschafts- und Umweltministerium, insbesondere die Direção Nacional do Ambiente beziehungsweise Umweltbehörde, arbeitet mit Gemeinden, örtlichen Stellen, Gemeinschaften, Nichtregierungsorganisationen und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen. Bei einer formellen gemeinschaftlichen Verwaltung teilen diese Beteiligten definierte Aufgaben auf Grundlage eines Kooperationsprotokolls, eines Aufsichtsausschusses, eines Managementplans und eines Jahresplans. Schutzgebiete können außerdem Ökotourismus-, Geschäfts- oder finanzielle Nachhaltigkeitspläne sowie Überwachung und jährliche Berichterstattung vorsehen. Neue Regelungen sollten erst nach Freigabe der erforderlichen fachlichen Arbeiten und Pläne vollständig in Kraft treten; andernfalls kann die Umsetzung schrittweise erfolgen. Cabo Verde weist viele endemische Arten auf, also Arten, die nirgendwo sonst vorkommen. Dazu zählen die Unechte Karettschildkröte Caretta caretta, deren wichtige Nistgebiete Curral Velho umfassen, der Kapverden-Sturmtaucher Calonectris edwardsii, der Kapverden-Sturmvogel Oceanodroma jabejabe, der Kapverdensperling Passer iagoensis, der Kapverdenrohrsänger Acrocephalus brevipennis, der Madeira-Sturmvogel Pterodroma feae und die Rasolerche Alauda razae. Das Gesetzesdekret Nr. 8/2022 schützt besonders geschützte Pflanzen- und Tierarten. Ein nationaler Aktionsplan für Meeresvögel gilt von 2026 bis 2031. Organisierte, nichtwissenschaftliche Wildtierbeobachtung braucht eine vorherige Genehmigung der Umweltbehörde. Schildkrötenbeobachtung ist saisonal und durch Gesetzesdekret Nr. 50/2024 geregelt. Naturbezogene Nutzung umfasst kleinbäuerliche Landwirtschaft und Agrarökologie, Ziegen- und Rinderweide, handwerkliche und Freizeitfischerei, Salzgewinnung, Vogelbeobachtung, Wandern, Kitesurfen, Windsurfen und Naturtourismus. Zonierung und Managementplan des Schutzgebiets bestimmen, welche Aktivitäten zulässig sind und welche Schutzauflagen oder Genehmigungen gelten. Santo Antão ist besonders für Berglandschaften und Wanderungen bekannt. Schutzgebiete können Ökotourismuspläne haben; Ramsar-Gebiete können Vogelbeobachtung, Wassersport und geführte Ausflüge ermöglichen. Eine einheitliche landesweite Gebühr oder Öffnungsregel ist nicht bestätigt. Örtliche Regelungen können Besuchergebühren, Lizenzen, Konzessionen oder Servicegebühren vorsehen. Die Ökosysteme Cabo Verdes sind von anhaltender Dürre, starken Regenfällen und Sturzfluten, Erosion, Erdrutschen, Hitze, Stürmen, Hurrikanen, Meeresspiegelanstieg, Küstenüberschwemmungen, Salzwassereintrag, Verlust von Grundwasser und Wüstenbildung bedroht. Diese Entwicklungen beeinträchtigen Strände, Dünen, Meereslebensräume, Vegetation und die Fortpflanzung der Schildkröten. Auf Fogo gibt es außerdem Vulkanaktivität. Die ökologischen Auswirkungen sind von der Verwaltung der Katastrophenhilfe zu unterscheiden, für die eigene Verfahren gelten. Umweltbildung umfasst die BIO-TUR-Arbeit des Landwirtschafts- und Umweltministeriums und der Direção Nacional do Ambiente, das Schulprogramm des Biosphärenreservats, Gemeindeschulungen, Überwachung und gemeinschaftliche Schutzgebietsplanung. Ein formelles nationales Schulungsprogramm speziell zur Naturbildung ist nicht bestätigt; der Zugang hängt meist vom Projekt oder der Einrichtung ab. Konflikte entstehen etwa, wenn Tourismus, Geländewagen, Pferde, Fahrräder oder künstliches Licht Dünen, Vegetation oder frisch geschlüpfte Schildkröten stören; wenn Sandabbau oder Küstenbebauung Strände schädigen; wenn Überweidung Böden und Feuchtgebiete beeinträchtigt; wenn Fischerei Druck oder Beifang verursacht; oder wenn Infrastruktur und Stadtwachstum Schutzgebiete beeinflussen. Umweltverträglichkeitsprüfungen nach Gesetzesdekret Nr. 27/2020, Zonierung, Managementpläne, gemeinschaftliche Verwaltung, lokale Beteiligung und Überwachung sind die wichtigsten Instrumente zur Bewältigung solcher Konflikte. Der Schutzstatus von Brava muss genau bezeichnet werden. Resolução Nr. 14/2026 leitet eine ressortübergreifende Vorbereitung eines Schutzgebietsplans ein, weist aber selbst noch kein Schutzgebiet aus.
Natur in Cabo Verde
Die Natur Cabo Verdes umfasst zehn Vulkaninseln, aride bis semiaride Landschaften, starke Höhen- und Mikroklimaunterschiede sowie Meeresökosysteme. Krater und Hänge auf Fogo, Bergtäler auf Santo Antão, Santiago und Fogo sowie Dünen, Strände, Lagunen und Salinen auf Sal, Boa Vista und Maio bieten besonderen Lebensräumen und Arten Platz. Geschützt werden diese Gebiete durch ein nationales Netz aus Land-, Küsten- und Meeresschutzgebieten, ergänzt um Ramsar-Feuchtgebiete und UNESCO-MAB-Biosphärenreservate. Landwirtschaft, Beweidung, Fischerei, Salzgewinnung, Erholung und Tourismus sind im Rahmen der geltenden Zonierung, Managementpläne und Schutzbedingungen möglich.
Tipp
Behandle jede Aktivität in der Natur Cabo Verdes als standortbezogene Entscheidung und nicht als allgemeine Erlaubnis. Prüfe zuerst die genaue Grenze, Ausweisung und den Managementplan. Kläre danach erforderliche Genehmigungen, Schutzauflagen und örtliche Gebühren. Achte besonders auf Wildtierbeobachtung, Schildkrötenbeobachtung, Dünen, Strände, Küstenbau und Gebiete mit Dürre-, Überschwemmungs- oder Erosionsrisiken.

