Im Alltag sprechen viele Menschen Kriolu; Portugiesisch ist die Amtssprache der Verwaltung und formeller Dokumente. Englisch und Französisch werden je nach Situation auch im Tourismus und bei Einwanderungsverfahren verwendet. Für Kommunikationsfragen gibt es in Cabo Verde keine einzelne zuständige Stelle: Die Regulierungsbehörde für Kommunikation und Postdienste (ARME) reguliert Kommunikations- und Postdienste, die für staatliche Telekommunikation und Digitalpolitik zuständige Stelle (DGTED) beaufsichtigt staatliche Telekommunikation und Digitalpolitik, und Anbieter wie das Unitel-T+-Netz (Unitel T+), die CVTelecom-Gruppe (CVTelecom), CVMóvel und CVMultimédia betreiben unterschiedliche Dienste. Telefonie und Internet funktionieren hauptsächlich über Mobilfunknetze. Unitel T+ bietet unter anderem 4G, Prepaid- und Postpaid-Tarife, eSIM und Roaming; die CVTelecom-Gruppe stellt Mobil- und Festnetztelefonie, Internet und weitere digitale Dienste bereit. Netzqualität und Inselabdeckung hängen vom Anbieter und Standort ab. Beispielsweise verlangte Unitel T+ 2,500 CVE für 10,000 MB für 30 Tage, 3,500 CVE für 20,000 MB und 4,299 CVE für 50,000 MB. Tarife, Laufzeit, Datenvolumen und Abdeckung sollten vor dem Kauf beim Anbieter geprüft werden. Nutzerinnen und Nutzer haben Anspruch auf klare und aktuelle Preise, Vertragsbedingungen, Datenschutzinformationen, vorvertragliche Informationen, detaillierte Rechnungen und Angaben zur Dienstqualität. Anbieter müssen kostenlose Notrufe ermöglichen; 112 ist über öffentlich zugängliche Telefondienste erreichbar. Bei Angebotsänderungen sieht der Rahmen eine Vorankündigung von 15 Tagen vor. Bei Nichtzahlung gelten je nach Vertrag und geltendem Recht Mahn- und Sperrfristen. Nutzerinnen und Nutzer sind für die Zahlung sowie korrekte Vertrags- und Identitätsangaben verantwortlich. Bei einer Störung ist zuerst der Anbieter zu kontaktieren; anschließend kann ARME einbezogen werden. Der kapverdische Postdienst (Correios de Cabo Verde) betreibt das öffentliche Postnetz und erfüllt eine Grundversorgungsaufgabe. Zu seinen Leistungen gehören der Standardbriefdienst (Correio Normal), der Prioritätsbriefdienst (Correio Azul), EMS, Kurierdienst (Estafeta), M-Beutel-Dienst (Mala M) und Geldüberweisungen. Die Postleitzahl (Código de Identificação Postal, CIP) unterstützt die Postzustellung. Der Onlinedienst umfasst unter anderem Filialsuche, Preisberechnung, Sendungsverfolgung und ein Kundenportal. KASIF-Fächer (KASIF) ermöglichen an teilnehmenden Standorten Abholung und Versand über eine per SMS gesendete PIN. Sie sind rund um die Uhr zugänglich; die Abholung dauert dort normalerweise weniger als eine Minute. Verfügbarkeit, Preis und Dauer hängen von Insel, Ort, Gewicht, Ziel und gewähltem Produkt ab. Die Kommunikation mit Behörden findet digital und persönlich statt. Das einheitliche Regierungsportal (Portal Único) bündelt Behördengänge; Gesetzesdekret Nr. 36/2026 (Decreto-Lei n.º 36/2026) regelt unter anderem digitale Amtshandlungen, Gebühren und Datenabfragen. Je nach Risiko authentifizieren sich Nutzerinnen und Nutzer mit Passwort, CNI-Zertifikat (CNI), CMDCV oder gegebenenfalls biometrisch und per Videokonferenz. Über die Plattform für Bürgerbeteiligung (eParticipa) können Lob, Vorschläge, Meldungen, Beschwerden, Auskunftsersuchen und andere Anliegen an öffentliche Stellen übermittelt werden. Porton di nos Ilha gehört ebenfalls zum Angebot öffentlicher Dienste. In Verwaltungsverfahren werden elektronische Nachrichten bevorzugt; wenn der Zugang fehlt oder wenig Erfahrung besteht, bleiben persönliche oder andere zulässige Wege verfügbar. Für die Registrierung können ein Konto, ein Identitätsnachweis, Internetzugang und möglicherweise eine Gebühr erforderlich sein; die zuständige Behörde kann auch offline helfen. Verwaltungsverfahren werden auf Portugiesisch geführt. Die Behörde informiert Beteiligte über die Eröffnung eines Verfahrens sowie über nachteilige oder maßgebliche Entscheidungen. Je nach Verfahren erfolgt die Benachrichtigung persönlich, elektronisch, per Post, telefonisch oder durch öffentliche Bekanntmachung. Ein Verwaltungsakt nennt die für Rechtsmittel zuständige Behörde und die geltende Frist, damit Betroffene die nächsten Schritte prüfen können. Barrierefreie Kommunikation ist in Cabo Verde grundsätzlich möglich, aber nicht an jedem Ort und über jeden Kanal gleichermaßen entwickelt. Je nach Bedarf kommen persönliche Treffen, Gemeinderadio, Fernsehen, Telefon, digitale Plattformen, einfache Sprache, Bildmaterial, Braille, Gebärdensprachdolmetschen und barrierefreie Räumlichkeiten infrage. Ländliche Internetabdeckung, geringe Lesekompetenz sowie Hör-, Seh- und Mobilitätsbarrieren können den Zugang erschweren. Für Einwanderungsverfahren bietet der Telefondolmetschdienst (Serviço de Interpretação Telefónica) zusammen mit der Grünen Einwanderer-Hotline (Linha Verde Imigrante) Dolmetschen unter anderem in Guinea-Bissau-Kriolu, Wolof, Mandarin, Französisch und Englisch an. Bei Problemen mit Telekommunikations- oder Postdiensten sollten Nutzerinnen und Nutzer den Fall zuerst beim Anbieter dokumentieren und können das Beschwerdebuch (Livro de Reclamações) nutzen, anschließend das ARME-Portal. Ein ARME-Leitfaden gibt dem Anbieter höchstens 22 Tage für eine Antwort. Für Anliegen zu öffentlichen Diensten eignet sich eParticipa. Fragen zu personenbezogenen Daten können an die Datenschutzbehörde (CNPD) gerichtet werden, etwa per Formular, Post, E-Mail oder über andere zugelassene Kommunikationswege. Nach geltendem Recht gehören zu den Rechten Auskunft und Löschung sowie Beschwerde und gegebenenfalls Gerichtsverfahren. SMS, Apps und Portale bringen ebenfalls Datenschutz- und Cybersicherheitsrisiken mit sich.
Kommunikation in Cabo Verde
Kommunikation in Cabo Verde umfasst Gespräche, Kreolisch (Kriolu) als Alltagssprache, Portugiesisch als Amtssprache sowie Telefon-, Post- und digitale Kanäle. 2024 hatten 68.7% der Haushalte Internetzugang, davon 88.2% über Mobilfunknetze. Je nach Ort gibt es digitale und persönliche Zugangswege zu Behörden, Versanddiensten, Beschwerdestellen und barrierefreien Angeboten.
Tipp
Plane deine Kommunikation in Cabo Verde je nach Zweck und Ausfallsicherheit: Nutze Mobilfunk für alltägliche Bedürfnisse, Portugiesisch für Behörden und eine persönliche Alternative, wenn digitale oder sprachliche Barrieren auftreten. Vergleiche Anbieter und Pakete am konkreten Standort und dokumentiere Unterlagen, Fristen und den zuständigen Kanal für formelle Verfahren. Bei Störungen oder Datenschutzproblemen gehe schrittweise vor, statt dich auf einen einzelnen Anbieter oder ein Portal zu verlassen.

