Die Direção de Estrangeiros e Fronteiras (DEF) und die Polícia Nacional übernehmen zentrale Aufgaben im Einwanderungswesen. Das Außenministerium und die Konsulate von Cabo Verde bearbeiten konsularische Angelegenheiten. Das Portal Consular und EASE unterstützen die Visumantragstellung und Vorregistrierung. Die Agência para Assuntos Internacionais (AAI) befasst sich mit Einwanderungspolitik, Aufnahme und Integration, entscheidet jedoch nicht über einzelne Aufenthaltserlaubnisse. Angelegenheiten der Staatsangehörigkeit werden über die Conservatória dos Registos Centrais, das Standesamt und gegebenenfalls ein Konsulat bearbeitet. Ausländische Staatsangehörige müssen normalerweise einen gültigen Reisepass oder ein Reisedokument vorlegen. Das Portal Único verlangt eine Passgültigkeit von mindestens sechs Monaten; die regulatorische Mindestanforderung beträgt drei Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus. Eine Vorregistrierung bei EASE kann für alle ausländischen Staatsangehörigen gelten, einschließlich Reisender, die zusätzlich ein Verfahren über das Travel Authorization System (TSA) benötigen. Visumpflichten und Befreiungen hängen von der Staatsangehörigkeit und geltenden Abkommen ab. Personen, die in Cabo Verde geboren wurden und eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen, sowie bestimmte Ehepartner und Nachkommen können von einer Befreiung profitieren. Die Freizügigkeit innerhalb der CEDEAO erleichtert grundsätzlich die Bewegung, begründet für sich genommen jedoch kein Recht auf Niederlassung oder Arbeit. Die CPLP-Mobilität bietet einen gesonderten Aufenthaltsweg, der Gegenseitigkeit und Prüfungen zu öffentlicher Ordnung, nationaler Sicherheit und öffentlicher Gesundheit voraussetzt. Sie begründet jedoch kein automatisches Aufenthaltsrecht. Die erlaubte Aufenthaltsdauer richtet sich nach dem Visum. Transitvisa erlauben vier Tage, Dienst-, Diplomaten- und Höflichkeitsvisa 30 Tage. Touristenvisa erlauben einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen und können um bis zu weitere 90 Tage verlängert werden. Gewöhnliche befristete Visa erlauben Aufenthalte von bis zu 180 Tagen. Mehrfachvisa ermöglichen wiederholte Einreisen mit einer Gesamtaufenthaltsdauer von 90 Tagen innerhalb eines Jahres. Ein Aufenthaltsvisum ist sechs Monate gültig und kann bis zur endgültigen Entscheidung über den Aufenthalt verlängert werden. Wer arbeiten oder geschäftlich tätig sein will, benötigt im Allgemeinen das passende Visum und entsprechende Nachweise. Aufenthaltswege umfassen abhängige Beschäftigung, Selbstständigkeit, hochqualifizierte Arbeit, Investitionen oder wirtschaftlich relevante Tätigkeiten, ein mehr als einjähriges Hochschulstudium, Familiennachzug und CPLP-Mobilität. Antragstellende benötigen üblicherweise einen Nachweis über die rechtmäßige Einreise, ausreichende finanzielle Mittel, eine Unterkunft, ein Gesundheitszeugnis oder Impfnachweise, Reisedokumente und Nachweise des Aufenthaltszwecks. Auch ein Führungszeugnis kann erforderlich sein. Für Anträge aus Beschäftigung sind häufig ein Arbeitsvertrag, eine Einstellungszusage oder ein Dienstleistungsvertrag sowie gegebenenfalls Nachweise der Steuer- und Sozialversicherungsanmeldung erforderlich. Ein Antrag auf Aufenthaltserlaubnis wird bei der DEF oder einer benannten Dienststelle der Nationalpolizei gestellt, bevor das Visum oder der genehmigte Aufenthalt abläuft. Üblicherweise sind Fotos, das Reisedokument, Finanzierungsnachweise, Unterkunftsnachweise, Gesundheitsunterlagen und zweckbezogene Nachweise erforderlich. Die gesetzliche Zielvorgabe für die Entscheidung beträgt 90 Tage, für eine Verlängerung 45 Tage. Verstreicht die gesetzliche Frist aus einem Grund, der der Behörde zuzurechnen ist, sieht das Gesetz eine Genehmigungsfiktion vor. Ein aus einem behördlichen Versäumnis anhängiger Erstantrag oder Verlängerungsantrag schließt die Arbeit nicht aus. Eine Verlängerungsbescheinigung wirkt 60 Tage lang. Verspätete Verlängerungen können dennoch zusätzliche Gebühren und weitere Verfahrensfolgen haben. Für ein Hochschulstudium benötigen Antragstellende eine anerkannte Zulassung, einen Einschreibungs- und Gebührennachweis, ausreichende finanzielle Mittel und eine Krankenversicherung. Eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken gilt normalerweise ein Jahr und kann jährlich verlängert werden. Nach dem Studium kann ein Wechsel zu Beschäftigung, Selbstständigkeit oder hochqualifizierter Arbeit möglich sein, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Der Familiennachzug umfasst üblicherweise Ehepartner, minderjährige oder unterhaltsabhängige Kinder und minderjährige Adoptivkinder einer Person mit gültigem Aufenthalt. Auch andere rechtmäßig zugelassene Angehörige können infrage kommen, wenn sie mit der antragstellenden Person zusammenleben oder von ihr abhängig sind. Es werden angemessener Wohnraum und ausreichende Mittel benötigt. Eine Aufenthaltserlaubnis im Rahmen des Familiennachzugs gilt üblicherweise für die Dauer des Aufenthalts der Bezugsperson. Bei dauerhaft Aufenthaltsberechtigten gilt sie in der Regel zwei Jahre und kann verlängert werden. Eine Scheinheirat oder Scheinadoption kann zur Aufhebung führen. Cabo Verde gewährleistet Asyl verfassungsrechtlich und hat Gesetze zu Asyl und Flüchtlingsstatus. Nach den verfügbaren Recherchen gibt es jedoch kein funktionierendes staatliches Registrierungs- oder Anerkennungsverfahren für Flüchtlingsstatus und keine eindeutig zuständige, tatsächlich arbeitende Regierungsstelle. Verweisungen an das UNHCR in Dakar können erfolgen; vorübergehende oder materielle Hilfe ist unter Umständen möglich. Schutz führt nicht automatisch zu einem Aufenthaltsstatus oder Flüchtlingsstatus in Cabo Verde. Die DEF kann Flüchtlingen oder Staatenlosen ein einmaliges Reisedokument ausstellen, doch die Informationen zu Schutznachweisen und Gebührenbefreiungen sind begrenzt. Ein besonderer Aufenthaltsschutz kann für Opfer von Menschenhandel, Menschenschmuggel oder Beihilfe zur illegalen Einwanderung gelten, auch bei illegaler Einreise oder nicht erfüllten regulären Voraussetzungen. Eine solche Erlaubnis gilt grundsätzlich ein Jahr und kann verlängert werden. Personen ohne eigene Mittel können Lebensunterhaltshilfe und dringende medizinische Versorgung erhalten. Außergewöhnliche Aufenthaltserlaubnisse können auch Kinder von Ansässigen umfassen, die in Cabo Verde geboren wurden, Personen, die dort geboren oder aufgewachsen sind, Menschen mit länger andauernder Krankheit, Personen mit abgelaufener Aufenthaltserlaubnis, die das Land nicht verlassen haben, Eltern eines ansässigen oder cabo-verdianischen minderjährigen Kindes sowie ausgebeutete Beschäftigte, die den Sachverhalt melden und mit den Behörden zusammenarbeiten. Humanitäre, öffentliche, wissenschaftliche, kulturelle, sportliche, wirtschaftliche oder soziale Gründe sowie cabo-verdianische Herkunft können bei erfüllten gesetzlichen Voraussetzungen ebenfalls eine außergewöhnliche Aufenthaltserlaubnis begründen. Für den Daueraufenthalt sind normalerweise mindestens fünf Jahre mit einer befristeten Aufenthaltserlaubnis erforderlich. In Cabo Verde geborene Ausländer können sich nach drei Jahren qualifizieren. In bestimmten Fällen gibt es für den Ruhestand einen Weg ohne die übliche Aufenthaltsdauer. Antragstellende benötigen ausreichende Mittel, eine Unterkunft, Kenntnisse einer Landessprache und einer Amtssprache sowie eine Verurteilung von höchstens einem Jahr. Gründe der öffentlichen Gesundheit, Sicherheit oder Ordnung können die Genehmigung verhindern. Eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis hat kein Ablaufdatum; das Dokument TRE muss jedoch alle fünf Jahre erneuert werden. Abwesenheit kann den Status gefährden. Üblicherweise gelten sechs aufeinanderfolgende Monate während eines befristeten Aufenthalts und 24 Monate innerhalb von vier Jahren bei Daueraufenthalt als Grenzen, sofern die Abwesenheit nicht gerechtfertigt ist. Die Staatsangehörigkeit von Cabo Verde kann durch Abstammung oder Option über einen cabo-verdianischen Eltern- oder Großelternteil entstehen, durch Geburt in Cabo Verde, wenn die Eltern dort seit mindestens fünf Jahren ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben und nicht im Dienst eines ausländischen Staates stehen, nach mindestens vierjähriger Ehe, nach einer gesetzlich anerkannten união de facto von mindestens vier Jahren, durch Adoption oder als minderjähriges Kind einer Person, die die Staatsangehörigkeit erwirbt. Für die Einbürgerung sind grundsätzlich mindestens fünf Jahre rechtmäßiger Aufenthalt, Volljährigkeit oder Emanzipation, moralische und bürgerliche Eignung sowie die Fähigkeit zum eigenen Lebensunterhalt erforderlich. Ehemalige Staatsangehörige, Nachkommen aus Cabo Verde und Personen mit einschlägigen Verdiensten für den Staat können unter Umständen ohne die übliche Aufenthaltsdauer eingebürgert werden. Anträge werden beim Standesamt, der Conservatória dos Registos Centrais oder einem Konsulat eingereicht. Ausländische Ansässige können eine Entscheidung zur Staatsangehörigkeit je nach Zuständigkeit beim Tribunal da Relação de Sotavento oder beim Tribunal da Relação de Barlavento anfechten. Die Einreiseverweigerung wird nach Anhörung von der Direktion der DEF oder einer beauftragten Person entschieden. Die Behörde muss schriftlich begründen; eine gerichtliche Überprüfung ist innerhalb der geltenden Frist möglich. Kann eine abgewiesene reisende Person nicht innerhalb von 48 Stunden zurückbefördert werden, kann eine vorübergehende Unterbringung erfolgen. Eine behördliche Ausweisung kann sich aus illegaler Einreise oder Aufenthalt, Überschreitung der Aufenthaltsdauer oder einer verweigerten Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis ergeben. Ansässige erhalten bei einer Ausweisungsverfügung normalerweise zehn bis 20 Tage für eine freiwillige Ausreise. Eine Klage gegen die behördliche Ausweisung setzt die Vollstreckung nicht automatisch aus. Ein Einreiseverbot gilt grundsätzlich mindestens fünf Jahre beziehungsweise zwei Jahre nach freiwilliger Ausreise, je nach anwendbarer Entscheidung. Behörden müssen schutzbedürftige Personen berücksichtigen. Für rechtmäßig ansässige, im Land geborene Personen und Eltern minderjähriger Kinder können Schutzregelungen gelten, sofern keine Ausnahmen aus Gründen der nationalen Sicherheit oder öffentlichen Ordnung greifen. Seit dem 1. Februar 2026 betragen die angegebenen Gebühren 2.500 CVE für ein Online-Touristenvisum, 5.000 CVE für ein Transit- oder Touristenvisum bei der Ankunft, 4.000 CVE für ein gewöhnliches befristetes Visum, 10.000 CVE für ein befristetes Mehrfachvisum und 5.000 CVE für ein Aufenthaltsvisum. Die Visumantragstellung und Verlängerungen kosten im Allgemeinen 1.500 CVE. Ein gewöhnlicher Aufenthaltserlaubnisantrag kostet 1.500 CVE zuzüglich 500 CVE für jedes gemeinsam antragstellende Haushaltsmitglied. Für die beschleunigte Bearbeitung fallen 3.000 CVE zuzüglich 1.000 CVE an, für eine verspätete Verlängerung 3.500 CVE zuzüglich 1.000 CVE. Die Ausstellung und Verlängerung einer CPLP-Aufenthaltsberechtigung kann abgesehen von Dokumentenkosten von Verwaltungsgebühren befreit sein. Auch Flüchtlinge und Staatenlose, Opfer von Menschenhandel und Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt können für Befreiungen infrage kommen. Prüfe die Gebührenordnung bei Antragstellung, da sich Gebühren und Verfahren ändern können.
Einwanderungsrecht in Cabo Verde
Das Einwanderungsrecht in Cabo Verde regelt Einreise, Aufenthalt, Wohnsitz, Arbeit, Studium, Familiennachzug, Schutz, Daueraufenthalt und Staatsangehörigkeit. Ausländische Staatsangehörige benötigen in der Regel einen gültigen Reisepass oder ein Reisedokument, ein Visum oder eine geltende Befreiung sowie die vorgeschriebene Registrierung über die zuständigen Einwanderungsstellen. Der passende Rechtsweg hängt vom Zweck und der Dauer des Aufenthalts, der Staatsangehörigkeit und den Voraussetzungen der Person sowie davon ab, ob ein befristeter oder dauerhafter Status angestrebt wird.
Tipp
Ordne zuerst Zweck, Staatsangehörigkeit und geplante Aufenthaltsdauer dem passenden Einreise- oder Aufenthaltsweg in Cabo Verde zu. Behandle weder die Freizügigkeit innerhalb der CEDEAO noch die CPLP-Mobilität als automatisches Recht auf Niederlassung oder Arbeit. Lass Visum oder Aufenthaltserlaubnis nicht ablaufen, solange ein Antrag noch bearbeitet wird. Sichere Nachweise über Antragstellung, Fristen, Gebühren und Status, denn gegen Ablehnung, Ausweisung und Entscheidungen zur Staatsangehörigkeit gelten unterschiedliche Rechtsbehelfe und Fristen.

