Artikel 48 und 49 der Verfassung schützen Gewissens-, Religions- und Kultusfreiheit, einschließlich des Rechts, eine Religion zu bekennen, zu wechseln oder abzulehnen. Sie verbieten Diskriminierung, schützen religiöse Gebäude, Symbole und Riten und trennen Kirchen und Religionsgemeinschaften vom Staat. Niemand darf gezwungen werden, einen Glauben zu bekennen, an Gottesdiensten teilzunehmen, religiöse Betreuung oder Bildung zu erhalten oder einen religiösen Eid abzulegen. Religiöse Praxis bleibt an die Rechte anderer und das Gemeinwohl gebunden; konfessioneller Unterricht an öffentlichen Schulen ist verboten. Cabo Verde hat zwei katholische Diözesen: die Diocese de Santiago de Cabo Verde und die Diocese de Mindelo. Zugang zu Pfarreien und Kathedralen hängt von der Insel und der örtlichen Gemeinschaft ab. Auch kleinere protestantische und evangelische, muslimische, bahai- und jüdische Gemeinschaften sind vertreten. Bei den Einwohnerinnen und Einwohnern ab 15 Jahren erfasste die Volkszählung des INE 2021: katholisch 72,5 %, keine Religion 15,6 %, Adventisten 1,9 %, Igreja do Nazareno 1,8 %, Racionalismo Cristão 1,7 %, muslimisch 1,3 %, Zeugen Jehovas 1,2 %, Mormonen 1,0 %, Universal do Reino de Deus 0,8 %, Nova Apostólica 0,5 %, Assembleia de Deus 0,2 %, Deus é Amor 0,1 %, andere Religion 1,2 % und keine Antwort 0,4 %. Bei den ausländischen Einwohnerinnen und Einwohnern ab 15 Jahren bezeichneten sich 2022 41,3 % als christlich und 40,1 % als muslimisch. Religiöse Vereinigungen können beim Justizministerium eine formelle Anerkennung beantragen. Das Verfahren erfordert eine Satzung oder ein Statut und den Nachweis von 500 Mitgliedern. Registrierte Gruppen erhalten Steuer- und Gebührenbefreiungen für Kultstätten, religiöse Tätigkeiten, Seminare sowie religiöse Waren oder Veröffentlichungen. Kanonische Einrichtungen nutzen das Registo Nacional de Pessoas Coletivas. Die verfügbaren Vorschriften nennen weder eine einheitliche staatliche Gebühr noch eine Bearbeitungsfrist; aktuelle Angaben sollte daher die zuständige Behörde bestätigen. Nach Decreto-Lei 38/2026 ist der Minister für Präsidentschaft des Ministerrats, parlamentarische Angelegenheiten und soziale Kommunikation für Religionsgemeinschaften und religiöse Einrichtungen zuständig. Öffentliche und private Religionsausübung ist erlaubt; eine Zugehörigkeit ist freiwillig. Der Staat erkennt Religionsgemeinschaften als gesellschaftliche und spirituelle Partner an und fördert Toleranz und interreligiösen Dialog. Religiöse Betreuung ist rechtlich in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Gefängnissen und Streitkräften verfügbar. Katholische Seelsorge umfasst außerdem Militär- und Polizeipersonal einschließlich Einsätzen; Regelungen für andere Gemeinschaften hängen von der jeweiligen Einrichtung ab. Decreto 6/2026 führt in seinem Protokoll den 1. Januar, Karfreitag, Karsamstag, den 15. August, den 1. November und den 25. Dezember als katholische Tage auf. Weitere katholische Tage können durch eine Vereinbarung zwischen Staat und Kirche hinzukommen. Am 2. April 2026 galt am Nachmittag eine tolerância de ponto für Beschäftigte des Staates, des öffentlichen Dienstes und der Kommunalverwaltung. Das angeführte Protokoll legt keinen gleichwertigen offiziellen Feiertagsanspruch für muslimische oder jüdische Feiertage fest. Öffentliche Schulen können optional katholische Religions- und Moralerziehung anbieten, die Educação Moral Religiosa e Católica (EMRC) heißt. Im Schuljahr 2025/26 wird das Programm außerhalb des regulären Stundenplans erprobt. Nimmt ein minderjähriges Kind teil, muss eine verantwortliche Person eine schriftliche Erklärung abgeben. Den Lehrplan bestimmt die katholische Kirche; ein gleichwertiges öffentliches Schulangebot für andere Konfessionen ist nicht belegt. Eine katholische Eheschließung erhält nach ihrer Eintragung im Personenstandsregister zivilrechtliche Wirkung. Der Pfarrer schickt eine Zweitschrift innerhalb der angegebenen Frist von 3 T. Spenden und Gebühren für Zeremonien unterscheiden sich je nach Gemeinschaft; ein einheitlicher nationaler Tarif besteht nicht.
Religion in Cabo Verde
Religion in Cabo Verde ist rechtlich vielfältig. Menschen dürfen ihren Glauben wählen, wechseln oder ablehnen. Religionsgemeinschaften sind unabhängig vom Staat. 2021 bezeichneten sich 72,5 % der Menschen ab 15 Jahren als katholisch; 15,6 % gaben an, keiner Religion anzugehören.
Tipp
Du darfst Religion frei wählen, wechseln oder ablehnen. Der praktische Zugang hängt aber von Insel, örtlicher Gemeinschaft und Einrichtung ab. Behandle formelle Anerkennung, Teilnahme am Schulunterricht, Feiertage, Seelsorge und Eheschließung als getrennte Regelungen und kläre jede davon vorab bei der zuständigen Stelle.

