Kamerun verfügt über kein einheitliches landesweites öffentliches Verkehrsnetz. In Städten halten Fahrgäste Motorradtaxis (moto-taxis) auf der Straße an oder nutzen bekannte Haltestellen und Strecken. Gelbe Sammeltaxis befördern mehrere Fahrgäste und bedienen oft feste Gebiete oder ausgehandelte Streckenabschnitte. Für längere Reisen fahren Reisebusse und private Busunternehmen von Agenturen oder Busbahnhöfen (gare routière) ab, wie sie häufig vor Ort genannt werden. Für den Busverkehr ist kein landesweit einheitlicher Fahrplan oder Fahrpreis dokumentiert. Nach den verfügbaren Untersuchungen ist der Stadtverkehr in Douala und Yaoundé überwiegend kleinteilig und informell organisiert. Eine Statistik des Verkehrsministeriums aus dem Jahr 2021 nennt lokale Verkehrsanbieter (STECY und SOCATUR); ihr aktueller Betriebsstatus wurde nicht überprüft. Bus Rapid Transit (BRT) (BHNS) und Trans-Yaoundé befinden sich in der Planungs- oder PPP-Prüfungsphase und dürfen nicht als derzeit regulär betriebene Dienste dargestellt werden. Die Stadtgemeinschaft Douala (Communauté urbaine de Douala) und die Stadtgemeinschaft Yaoundé (Communauté urbaine de Yaoundé) planen die lokale Mobilität und weisen unter anderem Zonen für Motorradtaxis aus. Für den formellen Betrieb eines Motorradtaxis sind nach den vorliegenden Angaben eine spezielle S2-Lizenz, eine Karte für den öffentlichen Straßenpersonenverkehr, Registrierung, technische Prüfung, Versicherung und die lokal vorgeschriebene Steuer erforderlich. Zugang und Durchsetzung unterscheiden sich dennoch regional. Ein Fahrer kann daher in einer Kommune zugelassen sein oder eine bestimmte Zone bedienen, während dieselbe Praxis anderswo anders gehandhabt wird. Der Bahnbetrieb wird vom kamerunischen Eisenbahnunternehmen (CAMRAIL) im Rahmen einer seit 1999 bestehenden staatlichen Konzession geführt. Das Netz erstreckt sich über ungefähr 1.000 Kilometer. Douala und Yaoundé liegen etwa 264 Kilometer auseinander; ein Expresszug benötigt rund 4 Stunden und 40 Minuten, und täglich verkehren mehrere Züge. Yaoundé und Ngaoundéré liegen etwa 620 Kilometer auseinander; ein Schlafwagenzug fährt täglich und hält an 17 Bahnhöfen. Fahrkarten sind an Schaltern, bei Partnern oder online erhältlich. Die Verbindung zwischen Mbanga und Kumba ist seit 2018 unterbrochen. Fahrpreise, Zugbedingungen und Abfahrten müssen daher für die konkrete Verbindung beim Betreiber geprüft werden. Für Fernreisen auf der Straße sind private Busse und Reisebusse üblicherweise die gängigste Wahl. Abfahrten erfolgen normalerweise über eine Anbieteragentur oder einen Busbahnhof, nicht über eine zentrale landesweite Buchungsplattform. Auf langen Strecken können Staus, Straßenschäden, Kontrollpunkte, saisonale Beeinträchtigungen und regionale Sicherheitslagen die Fahrzeiten verändern. Der Korridor zwischen Douala und Bangui gilt als besonders von beschädigten Straßen, langen Fahrzeiten, Kontrollpunkten und informellen Zahlungen betroffen. Das Straßennetz ist für Personen- und Güterverkehr zentral. Nach den verfügbaren Statistiken umfasst es ungefähr 121.873 Kilometer; zum 31. Dezember 2025 waren 10.939,92 Kilometer befestigt. Die Einteilung umfasst Autobahnen sowie National-, Regional- und Kommunalstraßen. Das Verkehrsministerium regelt Verkehr und Verkehrssicherheit. Das Ministerium für öffentliche Arbeiten ist für National-, Regional- und Kommunalstraßen zuständig, einschließlich Bau und Instandhaltung. Die Qualität unterscheidet sich stark zwischen Regionen; viele Straßen sind unbefestigt. Flugzeuge werden vor allem für Fern- oder Regionalverbindungen genutzt und gehören nicht zum täglichen Stadtverkehr. Die kamerunische Zivilluftfahrtbehörde (CCAA) genehmigte 16 Flugpläne für den Winter 2025/2026. Eine kamerunische Fluggesellschaft (Camair-Co) listet unter anderem Inlandsverbindungen zwischen Douala (DLA), Yaoundé-Nsimalen (NSI), Ngaoundéré (NGE), Garoua (GOU), Maroua (MVR) und Bafoussam (BFX). Fahrpreise, Check-in-Zeiten und Gepäckbedingungen hängen von der Fluggesellschaft und dem gebuchten Flug ab. Viele Menschen gehen im Alltag zu Fuß, doch sichere Übergänge, Gehwege, Beleuchtung und Brücken sind nicht überall ausreichend. Projekte des Ministeriums für Wohnungswesen und Stadtentwicklung umfassen grüne Korridore, sichere Übergänge und Fußwege. Auf Autobahnen sind Fußgänger, Tiere und zu langsam fahrende Fahrzeuge ausgeschlossen. Ein landesweit einheitlicher Standard für Fußwege ist nicht dokumentiert. Ebenso gibt es keine verlässlichen Belege für ein umfassendes formelles Radwegenetz oder ein landesweites Fahrradverleihsystem; aktive Mobilität und nichtmotorisierter Verkehr werden dennoch in einzelnen Plänen und Infrastrukturprojekten berücksichtigt. Der Verkehr fährt rechts, überholt wird links. Nach Angaben der Gendarmerie können auf Autobahnen je nach Beschilderung Geschwindigkeitsbegrenzungen von 110 bis 130 km/h sowie eine Mindestgeschwindigkeit von 80 km/h gelten. Wenden, Rückwärtsfahren und Halten außerhalb markierter Bereiche sind dort verboten. Sicherheitsgurte, Helme, nüchternes Fahren, angemessene Geschwindigkeit sowie gültige Versicherungs-, Fahrzeug- und Prüfdokumente zählen zu den wichtigsten Pflichten. Zur vorgeschriebenen Sicherheitsausrüstung gehören unter anderem Warndreieck, Erste-Hilfe-Kasten, Feuerlöscher und Warnweste. Verstöße können Geldbußen, die Stilllegung des Fahrzeugs oder in bestimmten Fällen strafrechtliche Verfahren nach sich ziehen. Fahrgäste müssen den vereinbarten oder angezeigten Fahrpreis bezahlen und die Bedingungen des jeweiligen Anbieters einhalten. Je nach Verkehrsmittel benötigen Betreiber eine Zulassung, Registrierung, Versicherung und technische Prüfung und müssen Sicherheitsvorgaben erfüllen. Für Bahnreisen gelten die Beförderungsbedingungen von CAMRAIL. Der Luftverkehr unterliegt den Bedingungen der jeweiligen Fluggesellschaft und der Sicherheitsaufsicht der CCAA. Die geprüften Quellen weisen keinen einheitlichen nationalen Katalog für Fahrgastrechte aus. Die Währung ist der CFA-Franc BEAC. Im Stadtverkehr hängen Preise oft von Strecke oder Zone ab und können gelegentlich ausgehandelt werden; bei Bussen, Zügen und Flugzeugen legt der jeweilige Betreiber Bedingungen und Preise fest. Fahrzeiten hängen außerdem von Staus, Straßenzustand, Kontrollpunkten, Wetter, Jahreszeit und regionalen Beeinträchtigungen ab. Zug- und Flugpläne sollten daher kurz vor der Abfahrt erneut geprüft werden. Der hohe Anteil des Straßenverkehrs, ältere Fahrzeuge und Staus erhöhen Luftverschmutzung und Treibhausgasemissionen. Stadtmobilitätspläne, Bus Rapid Transit, nichtmotorisierter Verkehr und grüne Korridore sollen Sicherheit und Verkehrsfluss verbessern und den Wechsel zu saubereren Verkehrsmitteln fördern. Nach Angaben des UNEP wurden durch das Finanzgesetz 2025 Steueranreize für Elektrofahrzeuge eingeführt; elektrische und saubere Mobilität sind dennoch noch kein weitverbreiteter Alltagsstandard. Es gibt keine verlässlichen Belege für eine landesweite Personenverkehrsstruktur auf Wasserwegen mit einheitlichem Fahrplan. Lokale Fähren und Flussüberquerungen können begrenzte Alternativen bieten, ersetzen aber kein landesweites öffentliches Verkehrsnetz.
Verkehr in Kamerun
Der Personenverkehr in Kamerun ist stark fragmentiert und verbindet staatliche Regeln mit privaten, gemeinschaftsbasierten und informellen Diensten. In Douala und Yaoundé übernehmen Motorradtaxis und Sammeltaxis den Großteil des Stadtverkehrs. Private Busse und Reisebusse sind die wichtigsten Verkehrsmittel zwischen Städten; Bahn- und Flugverbindungen bedienen bestimmte Strecken. Preise, Fahrzeiten und Sicherheitsbedingungen hängen vom Verkehrsmittel, Anbieter, Ort und aktuellen Straßenzustand ab.
Tipp
Planen Sie Fahrten in Kamerun nach Strecke, Tageszeit, Anbieter und aktueller Verkehrslage. Für Fahrten innerhalb einer Stadt eignen sich Motorradtaxis oder Sammeltaxis meist besser als eine Busverbindung, deren Verfügbarkeit möglicherweise unzuverlässig ist; für lange Strecken vergleichen Sie Bus, Bahn und Flug nach Fahrzeit, Preis und Ausfallrisiko. Planen Sie regionale Unterschiede ein und halten Sie eine alternative Verbindung bereit.

