Kambodschas Verkehrssystem ist überwiegend straßengebunden und institutionell zersplittert. Das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Verkehr (MPWT) ist für Straßen, Fahrzeugregistrierung, Führerscheine, Eisenbahnen, Wasserwege und Verkehrsgenehmigungen zuständig. Das National Road Safety Committee (NRSC) koordiniert die Verkehrssicherheitsarbeit, die Verkehrspolizei setzt Verkehrsregeln durch, und das State Secretariat of Civil Aviation (SSCA) reguliert die Zivilluftfahrt. Provinz- und Stadtverwaltungen bearbeiten lokale Verkehrsangelegenheiten. Phnom Penh verfügt über das am klarsten dokumentierte formelle öffentliche Verkehrssystem. Die Phnom Penh City Bus Authority betreibt Stadtbusse und stellt über ihr System und ihre App offizielle Informationen zu Diensten, Haltestellen und aktuellem Fahrzeugstatus bereit. Die aktuellen offiziellen Informationen umfassen unter anderem die Linien 1C, 2A, 3, 4A, 5, 7 und 12A. Ein einheitliches landesweites Busnetz ist für Kambodscha nicht dokumentiert. Außerhalb von Phnom Penh sind private Überlandbusse, Tuk-Tuks, Remorques und appbasierte Fahrdienste wichtige praktische Alternativen. Eine Wasserbusverbindung ist zwischen Prek Pnov, Phnom Penh und Ta Khmao ausgewiesen. Der veröffentlichte Plan nennt vier Boote und sechs Stationen, davon vier in Betrieb und zwei im Aufbau, sowie eine Fahrtzeit von etwa 45 Minuten von Ende zu Ende. Veröffentlichte Fahrpläne und Preise sind teilweise veraltet oder unvollständig; Verfügbarkeit und Preis sollten vor der Fahrt vor Ort bestätigt werden. Kambodschas Eisenbahn besteht aus zwei Hauptstrecken mit einer Gesamtlänge von etwa 650 Kilometern. Die Nordlinie verbindet Phnom Penh und Poipet über etwa 386 Kilometer, die Südlinie Phnom Penh und Sihanoukville über etwa 264 Kilometer. Royal Railway Cambodia (RRC) betreibt den Personenverkehr unter Beteiligung des MPWT. Veröffentlichte Fahrpreise der Südlinie betragen USD 7 nach Sihanoukville, USD 6 nach Kampot und USD 4 nach Takeo. Die Mitnahme eines Fahrzeugs kostet laut Liste USD 14 für ein Auto, USD 5 für ein Motorrad und USD 12 für ein Fahrrad. Der Personenverkehr ist begrenzt und konzentriert sich oft auf Wochenenden; Abfahrten sollten im Voraus bestätigt werden. Ein in Betrieb befindliches U-Bahn- oder Metronetz ist für Kambodscha nicht dokumentiert. Ideen für eine Metro und Stadtbahn in Phnom Penh befinden sich noch in Studien-, Projekt- oder Entwicklungsphasen. Der Straßenverkehr bleibt für Reisen in andere Regionen zentral. Private Busse und Reisebusse werden häufig für Überlandfahrten genutzt. Der Phnom Penh–Sihanoukville Expressway ist etwa 190,633 Kilometer lang, hat vier Fahrstreifen und weist Geschwindigkeitsbegrenzungen von 80 bis 120 km/h aus. Er ist mautpflichtig; die Gebühren hängen von Strecke und Fahrzeugtyp ab. Motorräder dürfen ihn nur nutzen, wenn sie die angegebene Schwelle von mindestens 500 ccm oder 27 kW erfüllen und eine Genehmigung des MPWT haben. Der Phnom Penh–Bavet Expressway ist ein Projekt- und Baukorridor; ein bestätigter regelmäßiger Personenverkehr sollte nicht vorausgesetzt werden. Der Flugverkehr wird durch die SSCA reguliert. Der Techo International Airport übernahm am 9. September 2025 den Flugverkehr von Phnom Penh. Flugpläne und Preise ändern sich; für eine konkrete Reise sind aktuelle Angaben der Fluggesellschaft oder des Flughafens erforderlich. Auch außerhalb der Wasserbusverbindung im Raum Phnom Penh gibt es Wasserwege, doch ein direkt belegter, regelmäßiger landesweiter Massenpersonenverkehr ist nicht nachgewiesen. Ein Fahrzeug, das auf öffentlichen Straßen eingesetzt wird, muss registriert sein. Der Online-Dienst für Fahrzeuge ist unter vehicle.mpwt.gov.kh verfügbar. Veröffentlichte Zulassungsgebühren betragen KHR 125.000 für ein Auto ohne optionales Sonderkennzeichen und KHR 40.000 für ein Motorrad oder Tuk-Tuk. Typische Belege sind Nachweise der Einfuhrsteuer, ein Kauf- oder Händlerschreiben, ein technischer Prüfbericht und ein Ausweis oder Wohnsitz- beziehungsweise Familienbuch. Eine technische Prüfung kontrolliert Verkehrstauglichkeit und Abgase; Termine können unter techinspection.mpwt.gov.kh vereinbart werden. Die veröffentlichten Prüfgebühren für Familienautos betragen je nach Kategorie KHR 36.000, KHR 42.000 oder KHR 48.000. Gebühren, Unterlagen und Prüfstellen sollten vor der Antragstellung geprüft werden. Fahrer benötigen eine gültige Fahrerlaubnis für die jeweilige Fahrzeugklasse. Anträge und Informationen sind unter driverlicense.mpwt.gov.kh verfügbar; Prüfungen der Klassen A und B können online angeboten werden. Bewerber für Klasse C benötigen im Allgemeinen vor der Prüfung einen Nachweis über eine Fahrschulausbildung. Klasse A umfasst Motorräder über 125 ccm oder 11 kW, Motorradanhänger und Dreiräder. Klasse B umfasst Autos und Personenbeförderung für bis zu neun Personen. Klasse C gilt für Güterfahrzeuge über 3,5 Tonnen, Klasse D für Fahrzeuge zur Beförderung von 10 bis 20 Personen und Klasse E für Anhänger über 0,75 Tonnen. Für A und B gilt im Allgemeinen ein Mindestalter von 18 Jahren, für C und D1 von 22 Jahren und für D2 und E von 24 Jahren. Personen ab 15 Jahren dürfen ein Motorrad bis 125 ccm und 11 kW ohne Führerschein fahren, wenn sie einen Ausweis mitführen. Führerscheine der Klassen A und B gelten laut Liste zehn Jahre, die der Klassen C, D und E fünf Jahre. Veröffentlichte Gebühren für Bürger betragen KHR 30.000 für Klasse A und KHR 90.000 für Klasse B; die aufgeführten höheren Gebühren für Ausländer betragen KHR 100.000 beziehungsweise KHR 180.000. Klasse C oder D kostet laut Liste KHR 95.000, Klasse E KHR 100.000. Die Umschreibung eines ausländischen Führerscheins kostet laut Liste KHR 120.000 und verlangt Reisepass, Visum, Wohnsitznachweis und ärztliches Attest. In Kambodscha wird rechts gefahren. Das Telefon darf beim Fahren nur mit Freisprecheinrichtung benutzt werden. Das Straßenverkehrsgesetz legt den Alkoholgrenzwert auf 0,25 mg/l Atemalkohol oder 0,50 g/l Blutalkohol fest. Fahrer und Mitfahrer auf Motorrädern, auch Kinder ab drei Jahren, müssen Helme tragen. Insassen vorne müssen in bebauten Gebieten angeschnallt sein; unter den gesetzlich festgelegten Bedingungen gilt die Regel auch außerhalb dicht besiedelter Gebiete. Die veröffentlichte allgemeine Höchstgeschwindigkeit in Städten beträgt 40 km/h, doch auf einzelnen Straßen sind Beschilderung und besondere Begrenzungen maßgeblich. Für Schnellstraßen gelten eigene Regeln. Nach einem Unfall sollten Verletzte versorgt und der Vorfall unverzüglich der örtlichen Behörde oder Verkehrspolizei gemeldet werden. Das Gesetz sieht ein Beschwerdeverfahren für Verkehrsverstöße vor. Das Unfallrisiko wird stark von Geschwindigkeit, Helmen, Alkohol, Vorfahrt, Sicherheitsgurten und Telefonnutzung beeinflusst. Das NRSC veröffentlicht tägliche Statistiken zu Unfällen, Todesfällen, Verletzungen und Helmnutzung; die verfügbaren Untersuchungen erlauben jedoch keine einheitliche landesweite Schlussfolgerung zur Durchsetzung oder Einhaltung der Regeln. Zu Fuß gehen und Radfahren sind möglich, doch ein einheitliches landesweites Netz eigener Wege ist nicht dokumentiert. Radfahrer sollten so weit rechts wie möglich fahren. Fußgänger sollten Gehweg oder Straßenrand nutzen und, sofern vorhanden, einen Zebrastreifen oder Fußgängerüberweg verwenden. Eine JICA-Stichprobe von 2022 für Phnom Penh erfasste 74,0 % der beobachteten Wege mit Motorrädern, 12,8 % zu Fuß, 3,9 % mit Fahrrädern, 6,5 % mit Limousinen, Kombis und Kleintransportern sowie 2,6 % mit Tuk-Tuks. Diese Zahlen beziehen sich auf die Stichprobe in Phnom Penh und nicht auf ganz Kambodscha. Der Verkehr wirkt sich auf Staus, lokale Luftverschmutzung, Treibhausgasemissionen, Lärm sowie die Belastung durch Straßen- und Klimarisiken aus. Technische Prüfungen können Emissionen und nicht standardmäßige Fahrzeugumbauten begrenzen, beseitigen aber nicht alle Verkehrsauswirkungen. Kambodschas langfristige Strategie zielt auf Klimaneutralität bis 2050. Zu den Zielen von NDC 3.0 für 2035 gehören ein Anteil von 15 % Stadtbusverkehr statt eines Ausgangswerts von 2,5 %, Elektro-Zweiräder mit 35 % des Motorradbestands, Elektro-Dreiräder mit 5 % des Tuk-Tuk-Bestands, Elektroautos mit 5 % des Autobestands und – unter bestimmten Bedingungen – Elektrobusse mit 20 % der Stadtbusflotten. Weitere Ziele sind ein Bahnanteil von 5 % am Personen- und Güterverkehr, Kraftstoffeffizienzstandards für 50 % des Fahrzeugbestands und eine Effizienzsteigerung von 30 %. Dies sind politische Ziele, keine Messwerte der aktuellen Leistung.
Verkehr in Kambodscha
Der Verkehr in Kambodscha wird von Straßen und Motorrädern geprägt; formelle Dienste konzentrieren sich auf Phnom Penh und den Fernverkehr. Zu den wichtigsten Optionen zählen private Fahrzeuge, Tuk-Tuks und Remorques, appbasierte Fahrdienste, Überlandbusse, begrenzter Bahnverkehr sowie einzelne Wasser- und Flugverbindungen. Die Nutzung hängt häufig von Fahrzeugzulassung, technischer Prüfung, passender Fahrerlaubnis und Einhaltung der Verkehrssicherheitsregeln ab.
Tipp
Wählen Sie Verkehrsmittel in Kambodscha nach Strecke, Ort, Zeitpunkt und Sicherheit aus, statt ein landesweit einheitliches System vorauszusetzen. Stadtbusse in Phnom Penh können für Strecken mit bestätigtem Angebot passen; andernorts sind Reisebusse, appbasierte Fahrdienste, Tuk-Tuks und Remorques oft praktischer. Wenn Sie selbst fahren, prüfen Sie vor Fahrtbeginn Zulassung, technische Prüfung, Führerscheinklasse und Sicherheitsanforderungen.

