Zu den wichtigsten Naturlandschaften Kambodschas gehören der Tonle-Sap-See und seine Überschwemmungsflächen, saisonal überflutete Reisfelder und Grasländer, der Mekong und die Flüsse des 3S-Systems, das Kardamomgebirge und die Elefantenberge, die Dangrek-Bergkette, die östlichen Ebenen, Küsten- und Meeresgebiete, Mangroven, Inseln, Karstlandschaften und Höhlen. Durch die saisonale Flutwelle kann sich die Fläche des Tonle Sap etwa verfünffachen. Sie trägt Feuchtgebiete, Fischerei, Landwirtschaft und Wildtiere. Das Biosphärenreservat Tonle Sap gehört seit 1997 zum UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“, umfasst 1.483.339 Hektar und weist drei Hauptlebensräume auf. Keine einzelne Behörde verwaltet alle Aspekte der Natur. Das Umweltministerium und seine Generaldirektion für Naturschutz und Schutzgebiete (General Department of Nature Conservation and Protection) verwalten Naturschutzgebiete, biologische Vielfalt, Zonierung und Durchsetzung. Das Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei arbeitet über die Forstverwaltung und die Fischereiverwaltung zu geschützten Wäldern, Fischerei, Fischschutzgebieten und gemeinschaftlichen Fischrefugien. Das Tourismusministerium unterstützt gemeindebasierten Ökotourismus. Provinz- und Lokalverwaltungen, lokale Gemeinschaften und indigene Gemeinschaften beteiligen sich an Umsetzung und Verwaltung. Schutzgebiete haben unterschiedliche Zonen. Eine Kernzone bietet den höchsten Schutz. Eine Schutzzone bewahrt Naturwerte; traditionelle Nutzung ist dort nur nach den geltenden Regeln möglich. Eine Zone nachhaltiger Nutzung kann genehmigte Ressourcennutzung zulassen. Eine Gemeinschaftszone oder ein gemeinschaftlich geschütztes Gebiet (Community Protected Area) ermöglicht lokale Verwaltung anhand eines Managementplans. Das Gesetz über Naturschutzgebiete von 2008 erkennt den gewohnheitsmäßigen Zugang und die Nutzung durch lokale und indigene Gemeinschaften insbesondere in Schutz- und Zonen nachhaltiger Nutzung an. Gewohnheitsmäßige Nutzung begründet kein uneingeschränktes Eigentum: Entnahmen müssen mit der Zone, dem Managementplan und erforderlichen Genehmigungen vereinbar sein. Eine Vereinbarung für ein gemeinschaftlich geschütztes Gebiet kann bis zu 15 Jahre gelten. Sie begründet keinen Landtitel und erlaubt weder Verkauf, Verpachtung, Parzellierung noch Übertragung des verwalteten Gebiets. Nach dem Umweltkodex müssen Managementpläne für Schutzgebiete in Abständen von höchstens fünf Jahren überprüft werden. Das Umweltministerium meldete 2024 insgesamt 76 Naturschutzgebiete mit mehr als 7.000.000 Hektar. Die genannten Kategorien umfassten 11 Wildschutzgebiete, 14 Nationalerbeparks, 14 geschützte Landschaften, 10 Mehrzweckgebiete, 9 Nationalparks und 2 Meeresnationalparks. Außerdem gab es in Kambodscha fünf Ramsar-Gebiete mit 85.235 Hektar. Diese Zahlen müssen zusammen mit Berichtsjahr und rechtlicher Definition gelesen werden, da administrative Schutzgebietszahlen und internationale Schutzbezeichnungen nicht vollständig übereinstimmen. Ältere nationale Ausgangsdaten und Erhebungen erfassten mehr als 135 Säugetierarten, 599 Vogelarten, 173 Reptilienarten, 72 Amphibienarten, 955 Süßwasser- und Meeresfischarten sowie weitere aquatische Arten und über 4.500 Gefäßpflanzenarten. Diese Zahlen sind keine aktuellen Schätzungen der Bestände; ihre Erhebungsjahre und taxonomische Abdeckung sind unterschiedlich. Zu den prioritären Arten und Lebensräumen gehören der Asiatische Elefant, das Siamkrokodil, der Riesenibis, der Weißschulteribis, der Saruskranich, die Mekong-Riesenbarbe und der Irrawaddy-Delfin. Lebensraumverlust und Zerschneidung, Holzeinschlag, Jagd und Fallenfang, Wildtierhandel, illegale Fischerei, Wasserkraft, Umwandlung von Land, Plantagen, Bergbau, invasive gebietsfremde Arten und Klimawandel belasten Arten und Ökosysteme. Die Süßwasserfischerei liefert vielen Gemeinschaften Nahrung und Einkommen. Daten der Fischereiverwaltung für 2022 verzeichneten 893 gemeinschaftliche Fischrefugien; 596 davon waren formell anerkannt. Dasselbe Portal meldete 429 besonders wirksame Refugien, 233 Managementpläne, 629 Verwaltungsausschüsse und 5.363 Ausschussmitglieder, darunter 1.020 Frauen. Die gemeldeten Flächen der Refugien umfassten 315.197 Hektar in der Trockenzeit und 327.691 Hektar in der Regenzeit. Zugang hängt von Standort, Zone, Registrierung und Managementplan ab. Traditionelle Nutzung erlaubt weder illegale Fangmethoden noch unbefugtes Eindringen oder Entnahmen außerhalb der geltenden Regeln. Naturbezogene Erholung umfasst Wandern, Vogelbeobachtung, Bootsfahrten, Kajakfahren, Wasserfälle, Höhlen, Homestays und Naturvermittlung. Zu den gemeindebasierten Ökotourismusorten zählen Prek Toal, Virachey, Yeak Laom, Osvay, Preah Rumkel, Chi Phat, Chambok und Thmatboey. Gemeinschaften können Einkommen und Anreize für Naturschutz erhalten; Genehmigungen oder Verträge für Ökotourismus und vorherige Konsultation können erforderlich sein. Für den Eintritt in Naturgebiete gibt es keinen einheitlichen nationalen Preis: Jeder Ort kann nach den geltenden interministeriellen Tarifregeln eigene Preise für Führung, Boot, Homestay, Eintritt und saisonale Angebote festlegen. Ein offizielles lokales Beispiel für Prek Thnout nannte 3 US-Dollar Eintritt pro Person, 3 US-Dollar für eine Gruppenführung mit bis zu 10 Personen und 3 US-Dollar für eine Mahlzeit. Preise und Verfügbarkeit müssen aktuell vor Ort bestätigt werden. In der Regenzeit können Wege und Bootsfahrten schwieriger zugänglich sein. Überschwemmungen, Dürren, Stürme, Waldbrände und veränderte Niederschläge oder Wasserstände beeinflussen Natur über Lebensräume, Arten und Einkommen. Das Datenportal des Nationalen Rates für nachhaltige Entwicklung weist die Anfälligkeit von Kommunen für Überschwemmungen, Stürme und Dürren aus. Naturschutzmaßnahmen umfassen die Sicherung von Verbindungen zwischen Feuchtgebieten und Überschwemmungsflächen, die Wiederherstellung von Lebensräumen, besseres Einzugsgebietsmanagement, Brandschutz und klimaresiliente Einkommensmöglichkeiten. Die Abteilung für Umweltbildung und Kommunikation des Umweltministeriums unterstützt die Vermittlung biologischer Vielfalt. Kambodschas Nationale Strategie und Aktionsplan für biologische Vielfalt von 2016 fordert Kommunikation, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit, Forschung zur Biodiversität, taxonomische Erfassung und Zustandsberichte, Schulungen sowie die Berücksichtigung biologischer Vielfalt in Lehrplänen. Praktisches Lernen kann die Vermittlung in Schutzgebieten, Ranger- oder Gemeinschaftsführungen, Vogel- und Wildtierbeobachtung sowie Partnerschaften mit Universitäten oder Nichtregierungsorganisationen umfassen. Einen landesweit einheitlichen Nachweis für Besucherbildung oder ein allgemeines Buchungssystem für solche Angebote gibt es nicht. Konflikte entstehen häufig zwischen Naturschutz und Landnutzung, Landwirtschaft, Plantagen, Bergbau, Infrastruktur, Holzeinschlag, Wildtierhandel, Jagd, Fischerei, Aquakultur, Bewässerung, Wasserkraft und Tourismuszugang. Konsultation, Zonierung, Managementpläne, Umweltverträglichkeitsprüfungen, vorherige Genehmigungen und die Abstimmung zwischen Umweltministerium, Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei sowie nachgeordneten Behörden können die rechtmäßige Lösung bestimmen. Einkommen aus Tourismus muss gegen Störungen abgewogen werden, Fischereizugang gegen Fischwanderung und die Funktionen der Überschwemmungsflächen.
Natur in Kambodscha
Kambodschas Natur umfasst den Tonle Sap und die Feuchtgebiete des Mekong, Wälder, Berge, Küsten, Mangroven, Inseln, Höhlen sowie die dortigen Arten und ökologischen Prozesse. 2024 meldete das Umweltministerium 76 Schutzgebiete mit mehr als 7 Millionen Hektar, etwa 40 % der Landfläche Kambodschas; die Gesamtzahlen unterscheiden sich jedoch nach Kategorie und Berichtsjahr. Naturschutz umfasst auch Fischerei, gemeinschaftliche Verwaltung, Forschung und Erholung sowie Konflikte um Land- und Ressourcennutzung.
Tipp
Prüfe naturbezogene Entscheidungen in Kambodscha immer für den konkreten Ort: Zuständigkeit, Zone, Managementplan, Jahreszeit und lokale Absprachen können beeinflussen, was erlaubt ist und was es kostet. Kläre für Besuche Zugang, Führung oder Boot und aktuelle Gebühren, bevor du eine Aktivität auswählst. Prüfe bei Plänen zu Landnutzung, Fischerei oder Geschäft die rechtliche Zone und erforderliche Genehmigungen, bevor du Geld investierst oder den Ort veränderst.

