Das isländische Wort afbrot bedeutet Straftat. Ríkislögreglustjóri, die nationale Polizeikommission, koordiniert Polizei, öffentliche Sicherheit, Kriminalprävention und Statistik. Die örtliche Polizeiarbeit leisten neun Polizeibezirke. Opfer, Zeugen und andere informierte Personen können einen mutmaßlichen Straftatbestand melden. Eine Anzeige ist überall in Island möglich, nicht nur in dem Bezirk, in dem sich die Tat ereignet hat. Eine zeitnahe Meldung kann Beweise sichern. Bei unmittelbarer Gefahr, einer laufenden Straftat oder dringender Polizei- oder medizinischer Hilfe kontaktiere 112/Neyðarlínan per Telefon, SMS, Webchat oder über die App 112 Iceland. Nicht dringende Anzeigen können bei einer Polizeidienststelle, telefonisch, per E-Mail oder über ein ausgewähltes Onlineformular eingereicht werden. Ein anonymer Hinweis an die Polizei ist unter 800 5005 möglich. Ein Fall kann von einer ersten Prüfung über Ermittlungen bis zu einer Entscheidung über die Strafverfolgung gelangen; die Dauer hängt von Umständen und Beweislage ab. Für die Anzeige ist keine direkte Gebühr angegeben. Die Fallverfolgung bei sexuellen Übergriffen ist derzeit nur über die Systeme des Hauptstadtgebiets und von Suðurnes verfügbar. Bei häuslicher und sexueller Gewalt kann die Polizei ermitteln und Maßnahmen wie Entfernung der verdächtigen Person, Festnahme, Annäherungs- oder Kontaktverbot, Wohnungsverweis, markiertes Telefon oder Notfallknopf, Dolmetscher, medizinische Untersuchung und forensische Proben veranlassen. Schwere Fälle können weiterverfolgt werden, selbst wenn das Opfer keine Strafanzeige stellt oder sie später zurückzieht. Teams für häusliche Gewalt in Gesundheitseinrichtungen bieten landesweit kostenlose Unterstützung für Menschen aller Geschlechter und Einkommensgruppen. Zu ihren Leistungen gehören Sozialarbeit, Traumahilfe, Unterstützung zu gesetzlichen Rechten und Zugang zur Polizei. Regionale Zentren sind Bjarkarhlíð in Reykjavík, Bjarmahlíð in Akureyri, Sigurhæðir in Selfoss und Suðurhlíð in Suðurnes. Weitere Unterstützung bieten das Frauenhaus, das Rote Kreuz unter 1717, Stígamót und Aflið. Für eine qualifizierende Gewalttat in Island kann staatliche Entschädigung infrage kommen. Das Opfer muss die Tat grundsätzlich ohne unangemessene Verzögerung melden und den Antrag innerhalb von zwei Jahren stellen. Eine Verurteilung ist nicht in jedem Fall nötig. Auch ein unbekannter, verstorbener oder nicht haftbarer Täter schließt den Anspruch nicht automatisch aus. Erstattungsfähige Schäden können Behandlungskosten, Einkommensausfall, Schmerzen, immaterielle Schäden, beschädigte Kleidung oder persönliche Gegenstände und Rechtsvertretung umfassen. Ausschließlich Sachschäden und ungerechtfertigte Bereicherung sind ausgeschlossen. Kinder sind Personen unter 18 Jahren. Misshandlung, Vernachlässigung, schweres Mobbing und riskantes Verhalten müssen dem Kinderschutzdienst gemeldet werden. Meldungen sind über 112, Webchat oder eine kommunale Stelle möglich; ein Kind kann selbst eine Meldung machen. Bei unter 15-Jährigen greift der Kinderschutz statt strafrechtlicher Bestrafung; die Strafmündigkeit beginnt mit 15 Jahren. Onlinebetrug, versuchter Betrug, kompromittierte Konten oder Karten, Liebesbetrug, Anlagebetrug, Betrug bei Käufen oder Vermietungen, Erpressung und digitale Belästigung können der Polizei gemeldet werden. Organisationen und Privatpersonen können Cybersicherheitsvorfälle oder Risiken an CERT-IS melden; Datenschutzverletzungen gehören zur Datenschutzbehörde. Mehr-Faktor-Authentifizierung, einzigartige starke Passwörter oder Passkeys, Softwareupdates und unabhängige Prüfung von Zahlungsaufforderungen senken digitale Risiken. Gib keine Passwörter, Kartendaten oder Sicherheitscodes weiter und bestätige eine elektronische Identität nur für einen von dir gestarteten Anmeldevorgang. Verlasse bei einem Einbruchsort das Gebäude, falls sich ein Verdächtiger dort befinden könnte. Berühre, bewege oder reinige keine Gegenstände und rufe 112. Verlasse nach Gewalt in der Öffentlichkeit den Gefahrenbereich und rufe 112. Im Jahr 2024 erfasste Polizeimeldungen beliefen sich auf etwa 148.000 Fälle; darin enthalten waren jedoch auch Krankheit, Unfälle und Hilfeleistungen. Die Zahl misst nicht die Häufigkeit von Straftaten. Im Hauptstadtgebiet wurden 2024 etwa 9.400 Straftaten nach dem Strafgesetzbuch registriert. Schwere Gewaltdelikte lagen bei etwa 300 Fällen, 19 % über dem Durchschnitt von 2021 bis 2023; die Gesamtzahl der Gewaltdelikte lag 3 % unter diesem Dreijahresdurchschnitt. 2025 verzeichnete die Polizei 629 Meldungen zu Sexualdelikten, 194 Vergewaltigungsdelikte, 133 Sexualdelikte an Kindern und 51 Fälle von Kindesmisshandlung. Meldungen entsprechen nicht der tatsächlichen Häufigkeit: Eine Opferbefragung 2025 ergab, dass 2,1 % sexuelle Straftaten erlebt hatten und weniger als 10 % davon gemeldet wurden. Gemeldet wurden etwa 42 % der Gewaltdelikte und rund 29 % der Vorfälle mit Partnerschaftsgewalt. Insgesamt gilt Kriminalität offiziell als selten. Praktische Prävention konzentriert sich jedoch auf häusliche und sexuelle Gewalt, schwere und Jugendgewalt, digitalen Missbrauch, Cyber- und Finanzbetrug sowie Eigentumsdelikte; die stärkste regionale Konzentration liegt im Hauptstadtgebiet. Ein gewöhnlicher Streit über Kauf oder Dienstleistung fällt unter Verbraucherschutz. Bei Anzeichen einer Straftat sollte die Polizei eingeschaltet werden.
Kriminalität in Island
Kriminalität in Island umfasst Straftaten, Prävention, Anzeigen, Polizeikontakt und Unterstützung nach erlittenem Schaden. Bei unmittelbarer Gefahr, einer laufenden Straftat oder dringender Alarmierung von Polizei oder Rettungsdienst 112/Neyðarlínan anrufen. Nicht dringende Anzeigen sind bei einer Polizeidienststelle, telefonisch, per E-Mail oder über ausgewählte Onlineformulare möglich. Island verfügt über ein landesweites Polizei- und Opferschutznetz; die örtliche Organisation unterscheidet sich zwischen neun Polizeibezirken, Gemeinden und Gesundheitseinrichtungen.
Tipp
Beurteile eine Situation mit Bezug zu Kriminalität in Island zuerst nach ihrer Dringlichkeit. Rufe 112/Neyðarlínan, wenn unmittelbare Gefahr besteht oder eine Straftat andauert. Für weniger dringende Anliegen stehen Polizei, Gesundheits- und Unterstützungsdienste zur Verfügung. Sichere Beweise, hole nach häuslicher oder sexueller Gewalt frühzeitig Hilfe und melde Onlinebetrug auch dann, wenn kein Geld verloren ging. Führe getrennte Unterlagen zu Polizeianzeigen, Kinderschutzmeldungen, Entschädigungsanträgen und Meldungen zu Cybersicherheit oder Datenschutz.

