Iran liegt an einer alten Schnittstelle zwischen Mesopotamien, Zentralasien, dem Kaukasus, Südasien und dem Persischen Golf. Dort bestanden sesshafte Gesellschaften und mächtige Staaten lange bevor das Land seine moderne politische Gestalt erhielt. Die Meder und das persische Achämenidenreich sind zentral für die frühe iranische Geschichte. Die Achämeniden regierten ein riesiges, vielfältiges Reich durch Provinzen, Straßen, Tribute und lokale Verwaltung. Nach der Eroberung durch Alexander von Makedonien kontrollierten hellenistische Herrscher große Teile der Region. Später wurde das Partherreich zu einer bedeutenden Macht, die östliche und westliche Handelswege miteinander verband. Das Sasanidenreich errichtete einen zentralisierten iranischen Staat und unterstützte zoroastrische Institutionen. Seine lange Rivalität mit der römischen und byzantinischen Welt prägte Westasien. Arabisch-muslimische Heere besiegten die Sasaniden im siebten Jahrhundert. Der Islam wurde allmählich vorherrschend, während die persische Sprache und kulturelle Traditionen fortbestanden und die weitere islamische Welt beeinflussten. Iran wurde später von mehreren iranischen, turkischen und mongolischen Dynastien regiert. Diese Zeiten brachten an manchen Orten Zerstörung, aber auch neue politische Systeme, Städte, Gelehrsamkeit, Literatur und Kunst hervor. Die Safawidendynastie machte den Zwölfer-Schiismus zu einer prägenden Institution des Staates. Dies trug dazu bei, Iran politisch und religiös von benachbarten sunnitischen Reichen zu unterscheiden. Unter der Kadscharendynastie war Iran mit innerer Schwäche sowie wachsendem russischem und britischem Druck konfrontiert. Die Verfassungsrevolution führte eine Verfassung und ein Parlament ein und wurde zu einem dauerhaften Symbol verantwortlicher Regierung. Die Pahlawi-Zeit brachte Zentralisierung, staatlich gelenkte Modernisierung, Nationalismus und raschen sozialen Wandel, zugleich aber auch politische Repression. Die Revolution von 1979 beendete die Monarchie und errichtete die Islamische Republik. Der Krieg mit dem Irak, gesellschaftlicher Wandel, politische Konflikte und Verbindungen zur iranischen Diaspora prägten die folgenden Jahrzehnte. Iranerinnen und Iraner deuten diese Geschichte weiterhin auf unterschiedliche und teilweise miteinander konkurrierende Weise.
Geschichte im Iran
Die Geschichte Irans reicht von frühen Zivilisationen und persischen Reichen über islamische Dynastien bis zum modernen iranischen Staat. Iran bewahrte eine starke kulturelle Identität und nahm zugleich wiederholt neue Völker, Religionen und Ideen auf. Diese lange Geschichte prägt bis heute Sprache, Kunst, Politik und öffentliche Erinnerung.
Tipp
Verwende „Iran“ für den modernen Staat und beachte, dass „Persien“ sich meist auf historische Reiche oder kulturelle Traditionen bezieht. Ordne Denkmäler, Gedichte und Bräuche zunächst ihrer jeweiligen Zeit zu, bevor du Schlussfolgerungen über die moderne Gesellschaft ziehst. Rechne damit, dass Menschen unterschiedliche Erinnerungen an die jüngere Geschichte haben.

