Der Islam ist die Religion der meisten Menschen im Irak. Schiitische und sunnitische Musliminnen und Muslime teilen zentrale Grundlagen des Islam, unterscheiden sich aber in manchen historischen Überlieferungen, religiösen Autoritäten, Ritualen und Gemeinschaftstraditionen. Im Irak gibt es wichtige islamische Zentren und heilige Stätten. Nadschaf und Kerbela sind besonders im schiitischen Islam von Bedeutung. Sunnitische Moscheen, Schulen, Schreine und historische Zentren finden sich im ganzen Land. Zu den christlichen Gemeinschaften im Irak gehören mehrere Kirchen und Traditionen. Viele verwenden Arabisch, Syrisch oder andere liturgische Sprachen. Ihre Geschichte in der Region reicht viele Jahrhunderte zurück. Jesidinnen und Jesiden haben eine eigenständige Religion und Gemeinschaftsidentität, die historisch im Nordirak verankert ist. Mandäerinnen und Mandäer folgen einer eigenen alten religiösen Tradition, in der fließendes Wasser eine besondere rituelle Bedeutung hat. Auch andere religiöse und weltanschauliche Identitäten gehören zur Sozialgeschichte des Irak. Größe, Standort und öffentliche Sichtbarkeit von Gemeinschaften sowie ihre Sicherheitslage haben sich durch Migration, Verfolgung und Vertreibung verändert. Zum religiösen Leben können tägliches Gebet, wöchentliche Gottesdienste, Fasten, Pilgerfahrten, Wohltätigkeit, heilige Mahlzeiten, Prozessionen, religiöses Studium und Familienzeremonien gehören. Die konkrete Praxis hängt von der Religion, der Strömung, dem Ort und der einzelnen Person ab. Religiöse Kalender wirken sich auf Besuche, Essen, Arbeitsabläufe, Verkehr und das öffentliche Verhalten aus. Ramadan, die Eid-Feiern, Aschura, Arba'in, Weihnachten, Ostern und gemeinschaftsspezifische Feiertage haben unterschiedliche Bedeutungen und Formen der Begehung. Religion ist eine persönliche Angelegenheit und prägt zugleich das öffentliche Leben. Manche Irakerinnen und Iraker praktizieren ihren Glauben sehr intensiv, andere weniger oder sind säkular. Aus Namen, Kleidung, Herkunftsort oder einer Gemeinschaftszugehörigkeit sollte niemand auf den Glauben einer Person schließen.
Religion im Irak
Religion prägt im Irak Gottesdienste, Feiertage, familiäre Bräuche, ethische Vorstellungen, Architektur und das Gemeinschaftsleben. Die meisten Irakerinnen und Iraker sind muslimisch und gehören schiitischen oder sunnitischen Gemeinschaften an. Auch Christinnen und Christen, Jesidinnen und Jesiden, Mandäerinnen und Mandäer sowie weitere religiöse Gruppen haben tiefe Wurzeln im Irak. Glaube und religiöse Praxis unterscheiden sich von Person zu Person erheblich.
Tipp
Erkundige dich, welches Verhalten beim Besuch einer Moschee, Kirche, eines Schreins oder Tempels oder einer heiligen Versammlung im Irak erwartet wird. Kleide dich respektvoll, verhalte dich ruhig und befolge Anweisungen zu Schuhen, Sitzplätzen, Essen und Fotografieren. Fordere niemals eine einzelne Person auf, eine ganze Religion oder Konfession zu verteidigen.

