Haitis Straßennetz umfasst etwa 3.450 Kilometer: rund 700 Kilometer Nationalstraßen, 1.500 Kilometer Départementstraßen und 1.200 Kilometer Straßen dritter Ordnung. Die meisten Personen- und Gütertransporte erfolgen auf der Straße, doch der Zugang ist ungleich verteilt. Laut einer Weltbankangabe von 2024 hatten 52 % der Bevölkerung keinen Zugang zu einer ganzjährig befahrbaren Straße. Eine 2025 zitierte Erhebung von 2015 ergab, dass 61 % mehr als zwei Kilometer von einer ganzjährig befahrbaren Straße entfernt lebten. Die Zahlen stammen aus unterschiedlichen Jahren und sollten nicht als Zeitreihe verglichen werden. Der städtische und überregionale öffentliche Verkehr umfasst umgebaute Pick-ups, die als Tap-Taps eingesetzt werden, Busse, Kleinbusse, Midi-Busse, Lkw-Busse, Autotaxis und Motorradtaxis. Fahrgäste steigen gewöhnlich am Straßenrand ein. Haltestellen, Fahrpläne und Zahlungssysteme sind landesweit nicht vereinheitlicht. Fahrgäste zahlen im Allgemeinen bar. Tap-Tap-Fahrpreise richten sich nach lokalen Gepflogenheiten und Vereinbarungen zwischen Verkehrsverbänden und Behörden, während Fahrpreise für Motorradtaxis oft direkt ausgehandelt werden. Die staatlichen Busdienste Dignité und Service Plus gibt es, ihre praktische Bedeutung ist jedoch begrenzt. Ein OAVCT-Register von 2017 erfasste 66.151 Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs. Schätzungsweise mehr als 85 % davon konzentrierten sich auf Port-au-Prince und Cap-Haïtien. Zu den Nationalstraßenkorridoren gehören RN1, RN2, RN3 und RN6. Zustand und Fahrzeiten unterscheiden sich je nach Korridor, Fahrzeug und Jahreszeit; bei starkem Regen können Landstraßen schwer passierbar werden. Der Luftverkehr verbindet weitere wichtige Orte. Port-au-Prince und Cap-Haïtien haben internationale Flughäfen; Jérémie, Les Cayes, Jacmel und Port-de-Paix haben ebenfalls Flugplätze. Haiti verfügt über 11 Hubschrauberlandeplätze. OFNAC beaufsichtigt die Zivilluftfahrt. Ein landesweit verlässlicher fester Passagierflugplan ist jedoch nicht belegt. Lokale Schiffs- oder Flusstransporte können in einigen Gebieten Alternativen bieten, ihre Verfügbarkeit hängt aber vom Ort und den aktuellen Betriebsbedingungen ab. In den verfügbaren Informationen ist kein derzeitiger landesweiter Personenbahnverkehr belegt. Für die rechtmäßige Zulassung eines Privatfahrzeugs sind im Allgemeinen ein Kennzeichen, eine jährliche Vignette, die obligatorische Haftpflichtversicherung bei OAVCT und ein technisches Prüfzeugnis erforderlich. Das offizielle Portal nennt eine Gebühr von 2.500 HTG für Kleinwagen und 7.000 HTG für Lastwagen. Kennzeichen sind fünf Jahre gültig; die Vignette wird jährlich erneuert. Für einen Eigentumsübergang sind eine gültige Versicherung, der Fahrzeugschein, ein Formular zur Übertragung der Zulassung und Ausweisdokumente erforderlich. Ein Fahrzeug des öffentlichen Personenverkehrs muss außerdem bei der zuständigen Mairie registriert sein. Der DCPR, Haitis Dienst für Straßenverkehr und Verkehrspolizei, bearbeitet gemeinsam mit anderen Behörden Führerscheine, Zulassungen und Straßenkontrollen. Ein vorläufiger Führerschein kann nach der theoretischen Prüfung drei Monate gültig bleiben. Ein endgültiger Führerschein erfordert theoretische und praktische Prüfungen und ist im Allgemeinen fünf Jahre gültig. Zu den Klassen gehören A für Fahrzeuge bis 3.500 Kilogramm, B für schwerere Fahrzeuge und Anhänger, C für Motorräder, D für Tierfuhrwerke und E für Bau- oder Straßenbaumaschinen. Die DGI-Gebühren sind mit 2.500 HTG für die Klassen A, B und E, 1.000 HTG für C und 250 HTG für D angegeben. Als Mindestalter gelten 16 Jahre für A mit Genehmigung, 15 Jahre für C und Volljährigkeit für B oder E. Für den Antrag werden CIN, Steuernummer, ärztliches Attest und audiovisuelles Zertifikat benötigt. Die Grundlage der Straßenverkehrsordnung bildet das Dekret vom 26. Mai 2006 sowie technische Leitlinien des MTPTC, des für öffentliche Arbeiten und Verkehr zuständigen Ministeriums. Die Regeln betreffen Führerscheine, Zulassung, Versicherung, Fahrzeugausrüstung und Ladungskontrolle. Haitis Verkehrssicherheitsregeln umfassen Helmpflichten für Motorradfahrende und Mitfahrende, Anschnallpflicht und Anforderungen an Kindersitze. Kontrollen und technische Prüfungen waren historisch uneinheitlich. Prüfe daher vor einer Fahrt die Rechtsdokumente und Sicherheitsausrüstung. Zu Fuß Gehende, Radfahrende und Motorradfahrende sind besonderen Risiken ausgesetzt. Auch Staus, schlechte Fahrbahnen, wenige Gehwege, schwache Beleuchtung und Unsicherheit beeinträchtigen das Zufußgehen und den Zugang zum öffentlichen Verkehr. Der Verkehr trägt zu Staus, Staub, Lärm und Emissionen bei, darunter Stickoxide, Feinstaub, Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Kohlendioxid. Ältere Fahrzeuge, unregelmäßige Wartung und schwache Durchsetzung verschärfen diese Belastungen. Straßenunterhalt, zuverlässiger öffentlicher Verkehr, Zufußgehen, Radfahren, effiziente Fahrzeuge, technische Prüfungen und bessere Verkehrs- und Frachtsteuerung können sie mindern. Radfahren ist eine begrenzte, überwiegend informelle Mobilitätsoption. Ein landesweites Netz aus geschützten Radwegen, Leihfahrrädern oder Radverkehrsrouten ist nicht belegt.
Verkehr in Haiti
Haiti ist für Personen- und Güterverkehr hauptsächlich auf Straßen angewiesen. Der öffentliche Verkehr ist zersplittert und umfasst Tap-Taps, Sammeltaxis, Busse, Kleinbusse, Taxis und Motorradtaxis. Straßenzugang, Fahrzeugzustand, Staus, Sicherheit und saisonale Witterung können Fahrzeit und Zuverlässigkeit erheblich beeinflussen.
Tipp
Plane Reisen in Haiti anhand der konkreten Strecke und des Tages, denn Straßenzustand, Sicherheit, Staus, Regen und ein zersplittertes Angebot können die praktische Verkehrsmittelwahl verändern. Nutze öffentliche Verkehrsmittel, wenn flexible Einstiegsorte, Fahrpreise und Abfahrtszeiten akzeptabel sind. Flüge oder örtliche Wasserverbindungen kommen nur infrage, wenn du den Betrieb bestätigst. Plane nicht mit der Bahn. Wenn du selbst fährst, sind aktuelle Dokumente und Sicherheitsausrüstung wichtiger als Bequemlichkeit.

