Ein realistisches Haushaltsbudget in Haiti verbindet örtliche Preise mit Wohnort, Haushaltsgröße, Wohnsituation, Gesundheitsbedarf, Schulbesuch, Mobilität und Zugang zu Diensten. Preise sind nicht einheitlich: Die Inflation lag im Juli 2026 in der Aire Métropolitaine bei 18,5 %, im Reste Ouest bei 17,9 % und in der Région Transversale bei 17,3 %. In den übrigen Regionen blieb sie unter 16,9 %. Führe das Budget in HTG und aktualisiere es regelmäßig anhand aktueller Marktpreise, Anbieterangebote und des Wechselkursreferenzwerts der BRH. USD-Angaben aus Hilfs- oder Wohnprogrammen dienen dem Vergleich und bilden kein allgemeingültiges Haushaltsbudget. Wohnkosten hängen stark von Sicherheit, Vertreibung, Wohnungsknappheit und der Frage ab, ob der Haushalt privat mietet, bei einer Gastfamilie wohnt oder in einer Vertreibungsunterkunft lebt. Eine Erhebung von 2025 zu Wohnraum im Großraum Port-au-Prince ergab Jahresmieten für Zimmer zwischen 25.000 und 150.000 HTG; der Durchschnitt lag bei 44.363 HTG, der Median bei 40.000 HTG. Etwa 32 % der Mietenden meldeten eine Mieterhöhung, und die durchschnittliche Miete lag 200 % über der vorherigen Unterkunft. Eine Erhebung zur Erfassung von Vertreibungen verzeichnete durchschnittliche monatliche Wohnkosten von 355 USD für Gastgemeinden, 271 USD für Vertriebene außerhalb von Unterkünften und 23 USD für Vertriebene in Unterkünften. Diese Werte sind keine nationalen Durchschnittswerte. Mietbeihilfen gehören zu bestimmten Programmen und Kriterien der Schutzbedürftigkeit; sie sind kein allgemeiner nationaler Zuschuss. Versorgungsleistungen sollten getrennt nach Anschluss, Verbrauch, Lieferung und Notstrom erfasst werden. Électricité d’Haïti, kurz EDH, ist für die öffentliche Stromversorgung zuständig. DINEPA und ihre regionalen OREPA-Büros decken Trinkwasser und Abwasserentsorgung ab. Haushalte können außerdem Wasserlieferwagen, Wasserstellen, Speicher, Regenwasser, Holzkohle, Kerosin, Propan, Generatoren oder Solaranlagen nutzen. Rund 26 % der Bevölkerung hatten keinen Zugang zu einer verbesserten Wasserquelle; auf dem Land waren es 41 %, in Städten 5 %. In den angeführten Zahlen für 2025 erreichten verbesserte Sanitärversorgung etwa 65 % und Stromzugang etwa 30 %. Für Wasser, EDH-Dienste oder Generatorstrom gibt es keinen einheitlichen aktuellen landesweiten Tarif, der als allgemeines Budgetmaß zuverlässig genug wäre. Örtliche Preise müssen daher geprüft werden. Lebensmittel stammen aus lokalen Märkten, Importen und kleinen Geschäften. Im Juli 2026 stiegen die Lebensmittelpreise im Jahresvergleich um 19,0 %; Reis verteuerte sich um 21,9 %, Mais um 17,5 % und Fleisch um 26,9 %. Die FAO meldete für September 2025 eine Lebensmittelinflation von 35,1 %. Eine Untersuchung zur Ernährungssicherheit von März bis Juni 2026 kam zu dem Ergebnis, dass 5,83 Millionen Menschen, also 52 % der erfassten Bevölkerung, von einer Krise oder einer schlimmeren Lage betroffen waren; darunter waren etwa 1,9 Millionen Menschen in der nächsthöheren Schwerekategorie. Für Lebensmittel gaben etwa 60 % der Haushalte in Vertreibungsunterkünften, 81 % der Haushalte in Gastgemeinden und 71 % der vertriebenen Haushalte außerhalb solcher Unterkünfte Geld aus. Unsicherheit, Straßensperren, Treibstoffpreise, Transport, Jahreszeiten und Importabhängigkeit können Lebensmittelkosten schnell verändern. Ein humanitärer Mindestwarenkorb kann bei der Programmplanung helfen, ist aber kein allgemeingültiges Haushaltsbudget. Mobilität wird meist durch private oder informelle Angebote wie Tap-tap-Fahrzeuge, Motorradtaxis, Kleinbusse und Dreiräder abgedeckt. Für den Sektor ist das Ministerium für öffentliche Arbeiten, Verkehr und Kommunikation (MTPTC) zuständig. Der Fahrpreis hängt jedoch von Strecke, Reisezeit, Sicherheitslage, Fußweg und möglichen Umwegen aus Sicherheitsgründen ab. Im Juli 2026 stiegen die Transportpreise um 16,0 %, der tägliche Transport um 15,7 % und Benzin und Diesel um 15,6 %. Ein Budget sollte regelmäßige Fahrten, gelegentliche Anmietung eines Fahrzeugs und zusätzliche Kosten durch sicherheitsbedingte Änderungen erfassen. Haushalte mit begrenztem Einkommen schränken möglicherweise Fahrten ein oder gehen zu Fuß. Gesundheitsausgaben können Beratungen, Medikamente, Laboruntersuchungen, Krankenhausaufenthalte, Geburtshilfe, Notfälle sowie Transport und Überweisungen umfassen. Das Gesundheitsministerium MSPP beaufsichtigt einen Sektor mit öffentlichen Krankenhäusern und Gesundheitszentren, privatwirtschaftlichen Einrichtungen, privaten gemeinnützigen oder NGO-Einrichtungen, gemischten Einrichtungen, Apotheken und traditionellen Anbietern. Im Jahr 2022 entfielen 34,16 % der Leistungen auf öffentliche, 29,79 % auf privatwirtschaftliche, 17,28 % auf private gemeinnützige und 18,77 % auf gemischte Einrichtungen. Eigenzahlungen machten 2021 43,53 % der laufenden Gesundheitsausgaben aus. Preise und Verfügbarkeit unterscheiden sich stark nach Einrichtung. Kostenlose Versorgung gibt es nur in bestimmten Programmen oder Notfallkontexten, nicht aufgrund eines einheitlichen nationalen Gebührenplans. Im Juli 2026 stiegen die Gesundheitskosten um 13,3 %. Bildungskosten unterscheiden sich je nach öffentlichem oder privatem Angebot. Das Bildungsministerium MENFP betreut die öffentlichen Écoles Fondamentales, Écoles Nationales und Lycées. Im ersten und zweiten Zyklus einer öffentlichen École Fondamentale zahlen Eltern laut der angeführten Richtlinie üblicherweise kein Schulgeld; die staatliche Zuweisung beträgt 400 HTG pro Schüler. Für den dritten Zyklus und öffentliche Sekundarschulen beträgt die angeführte Zuweisung 1.500 HTG pro Schüler. Mehr als 80 % der Schulen sind privat. Daher planen viele Haushalte auch Anmeldegebühren, Schulgeld, Uniformen, Bücher, Material, Mahlzeiten und Transport ein. Im Juli 2026 stiegen die Bildungskosten um 4,7 %. Geld- oder Schulausstattungshilfen von UNICEF, MAST, MENFP oder DGPC richten sich an bestimmte Gruppen und begründen keinen allgemeinen Anspruch. Die Kosten einer Familie steigen mit der Haushaltsgröße, Kindern, Krankheit, Pflegebedarf, Vertreibung und der Aufnahme von Angehörigen. Lebensmittel, Wohnung, Schule, Gesundheit, Pflege, Transport und Kommunikation sollten den Haushaltsmitgliedern zugeordnet werden, die sie benötigen. Für Kinderbetreuung und Pflege älterer Menschen gibt es keinen verlässlichen landesweiten Tarif; erforderlich sind örtliche Anbieterpreise. UNICEF meldete 2025 Geldtransfers an 18.000 Haushalte über Kanäle wie Digicel Mobile Money, Sogebank und Le Levier. Solche Unterstützung kann bei Miete, Lebensmitteln, Schule oder Gesundheitskosten helfen, begründet aber keinen allgemeinen Leistungsanspruch. Die Kommunikation wird von Prepaid-Mobilfunkdiensten und Paketen von Digicel und Natcom geprägt. Beispiele für Digicel-Angebote sind 300 MB für 30 HTG für einen Tag, 7 GB für 220 HTG für drei Tage, 12 GB für 550 HTG für sieben Tage und 30 GB plus 15 GB Bonus für 2.400 HTG für 30 Tage. Ein 30-tägiges Paket mit unbegrenzten Anrufen wurde mit 2.100 HTG angegeben. Berücksichtige außerdem die Kosten für Telefon, Laden, Strom oder Notstrom und Reparaturen. Verfügbarkeit und Preise unterscheiden sich nach Anbieter und Standort. Im Juli 2026 stiegen die Kommunikationskosten um 2,2 %. Einen einheitlichen landesweiten Breitbandpreis gibt es nicht. Freizeit ist üblicherweise ein frei wählbarer Ausgabenposten und wird bei steigenden Preisen häufig nach Lebensmitteln, Wohnung, Gesundheit und Bildung gekürzt. Preise für Kinos, Sport, Kulturveranstaltungen, Events und Restaurants werden von den jeweiligen Anbietern festgelegt. Die Freizeitkategorie stieg im Juli 2026 um 11,4 %, Restaurantpreise um 22,9 %. Nutze drei Planungsansichten: notwendige Ausgaben, einen normalen Haushaltsmonat und einen Monat mit unerwarteten Belastungen. Zu festen oder wiederkehrenden Posten können Miete, Schulzahlungen und grundlegende Kommunikation gehören; variable Posten sind Lebensmittel, Wasser, Energie, Transport und Gesundheit; einmalige Posten sind Anmeldung, Uniformen, Reparaturen, Umzug, Kautionen und Geräte. Halte eine Reserve für Inflation, Krankheit, Vertreibung, sicherheitsbedingte Änderungen im Reiseverhalten und Unterbrechungen bei Diensten bereit. Banken können als Zahlungs- oder Auszahlungswege dienen, Bankdienstleistungen selbst gehören jedoch nicht zu dieser Kostenübersicht. Schulden und Steuern sind eigene Themen.
Lebenshaltungskosten in Haiti
Die Lebenshaltungskosten in Haiti unterscheiden sich nach Region und Haushalt. Eine landesweite Preisliste für Haushalte gibt es nicht. Für lokale Budgets eignet sich die haitianische Gourde (HTG). Im Juli 2026 stiegen die Preise insgesamt um 17,5 %.
Tipp
Erstelle das Budget in HTG anhand des tatsächlichen Wohnorts, der Wohnsituation, des Zugangs zu Diensten und regelmäßiger Wege im Haushalt. Trenne Routineausgaben von einmaligen und unerwarteten Kosten und aktualisiere örtliche Preise regelmäßig, denn Inflation, Sicherheitslage und Lieferausfälle können das Ergebnis rasch verändern. Betrachte USD-Programmwerte, Unterstützungsleistungen und humanitäre Warenkörbe als begrenzte Orientierung und nicht als vollständiges Haushaltsbudget.

