In Haiti gibt es nach den vorliegenden Informationen weder ein landesweites Arbeitslosenregister noch eine verpflichtende Meldung Arbeitssuchender oder einen gesetzlichen Status, der automatisch Einkommen sichert. Der Service Public de l’Emploi (SPE) wird über die Direction de la Main-d’Œuvre (DMO) betrieben und bietet Stelleninformationen, Vermittlung, Beschäftigungszuordnung und Registrierung von Arbeitskräften. Der Online-Dienst kann Volljährigkeit, Name, E-Mail, Telefonnummer, Wohnort, Ausweis, Lebenslauf, Berufserfahrung und Fähigkeiten abfragen. Halten Sie Angaben aktuell, schützen Sie Ihre Zugangsdaten und machen Sie wahrheitsgemäße Angaben. Das Portal garantiert weder eine Stelle noch Einkommen oder Leistungen; Gebühr und Bearbeitungszeit sind nicht veröffentlicht. Der Zugang ist online und über das MAST-DMO-Büro in #7 Ave Charles Sumner in Port-au-Prince möglich. Regionale Abdeckung, Sicherheitslage, Wartezeiten und tatsächliche Nutzung sind unterschiedlich und nicht vollständig belegt. Das Ministère des Affaires Sociales et du Travail (MAST) ist für Arbeits- und Sozialpolitik zuständig. Der Fonds d’Assistance Économique et Sociale (FAES) verwaltet gezielte Hilfen, keine Arbeitslosenversicherung. FAES-Programme können bedingte oder bedingungslose Geldleistungen, Lebensmittelhilfe und zeitlich begrenzte „Cash-for-Work“-Arbeit für gefährdete, von Krisen, Ernährungsunsicherheit oder Vertreibung betroffene Haushalte anbieten. Programm HA-J0008 zielte auf Geldhilfe für 33.000 Haushalte und zeitlich begrenzte Beschäftigung für 14.000 Personen in 200 Gemeinschaftsprojekten. Programm HA-J0005 bot in ausgewählten Gebieten drei bis sechs Monate befristetes Einkommen. Anspruch, Abdeckung, Zahlungen und Wartezeit hängen von Programm, Budget, Ort und Zielgruppenauswahl ab. Es gibt keinen landesweiten Leistungsanspruch aufgrund von Jobverlust. Örtliche Begriffe wie Kach transfè, Bon Solidarite und Cash for Work bezeichnen Hilfen oder befristete Arbeit, keine gesetzliche Arbeitslosenversicherung. Auch nach dem Verlust einer formellen Stelle können arbeitsrechtliche Ansprüche bestehen. Nach dem Code du travail und späteren Änderungen erhält eine Arbeitskraft mit mindestens drei ununterbrochenen Beschäftigungsmonaten im Allgemeinen eine Kündigungsfrist von 15 Tagen bei drei bis zwölf Monaten, einem Monat bei einem bis drei Jahren, zwei Monaten bei drei bis sechs Jahren, drei Monaten bei sechs bis zehn Jahren und vier Monaten ab zehn Jahren. Eine sofortige Kündigung kann eine Entschädigung auf Grundlage des letzten Lohns auslösen. Ein Arbeitszeugnis kann kostenlos angefordert werden. Eine mutmaßlich rechtswidrige oder missbräuchliche Kündigung kann zunächst an die Direction du travail, dann an die Inspection générale du travail und anschließend in Schlichtung oder Schiedsverfahren und, falls nötig, vor das Tribunal du travail gebracht werden; Schadenersatz kann bis zu zwölf Monatslöhnen betragen. Daraus folgt keine regelmäßige Arbeitslosenzahlung. Für den Wiedereinstieg kann das Centre d’orientation professionnelle et de recherches einen persönlichen Fragebogen, eine Beschäftigtenakte, Tests, ein Gespräch und Nachbetreuung anbieten. Informelle Arbeit, Selbstständigkeit und kurzfristige Vereinbarungen sind häufige praktische Reaktionen; sie bieten jedoch meist weniger Dokumentation und keine vergleichbare Sozialversicherung. Die jüngste in der Recherche angeführte ILOSTAT-Haushaltserhebung ist Haitis Enquête sur les Conditions de Vie von 2012. Die modellierte Schätzung für 2025 ist daher nicht als aktuelle direkte Haushaltszählung zu lesen. Jugendbeschäftigungslosigkeit, informelle Arbeit, Vertreibung und Krisenanfälligkeit machen zielgerichtete Hilfe und verlässliche Arbeitsvermittlung besonders relevant.
Arbeitslosigkeit in Haiti
Arbeitslosigkeit in Haiti bezeichnet eine Zeit ohne gewünschte bezahlte Arbeit und die Suche nach einem Weg zurück in Beschäftigung. Es gibt keine gesetzliche Arbeitslosenversicherung und kein landesweites Arbeitslosengeld; Unterstützung hängt von Arbeitsvermittlungsdiensten, gezielter Hilfe und informellen Einkommensmöglichkeiten ab. Eine modellierte ILO-Schätzung der Weltbank beziffert die Arbeitslosigkeit 2025 auf 14,9 Prozent der Erwerbsbevölkerung; 2023 lag sie bei Jugendlichen bei 37 Prozent und bei Erwachsenen bei 11 Prozent. Da 2025 etwa 91 Prozent informell beschäftigt waren, erfassen formelle Arbeitslosenzahlen weder jede Unterbeschäftigung noch entgangene informelle Einkünfte.
Tipp
Gehen Sie in Haiti nicht von einem automatischen Einkommensersatz bei Arbeitslosigkeit aus. Beginnen Sie die Stellensuche beim SPE, prüfen Sie FAES nur für ein konkretes zielgerichtetes Programm und behandeln Sie arbeitsrechtliche Ansprüche getrennt davon. Informelle Arbeit kann schneller Einkommen bringen, bietet jedoch meist weniger Nachweise und schwächere soziale Absicherung.

