Kriminalität betrifft in Guinea städtische und ländliche Gebiete; Art und Stärke des Risikos hängen jedoch von Ort, Zeit und Aktivität ab. Gemeldet werden bewaffnete Raubüberfälle, Überfälle, Straßenraub, Taschendiebstahl, Handtaschenraub, Körperverletzung, Einbruch und Autodiebstahl unter Bedrohung. Nachtfahrten erhöhen die Gefährdung, besonders in wenig belebten oder schlecht beleuchteten Gegenden. Täter können Uniformierte nachahmen und Schusswaffen tragen. In Conakry gelten die Gegend am Flughafen, die Märkte Madina, Niger und Taouyah, Hotels, Taxis und andere informelle Verkehrsmittel als Orte mit hohem Gelegenheitskriminalitätsrisiko. Laut verfügbaren landesweiten Einschätzungen besteht in Conakry insgesamt die größte Sorge. In Kankan, Kindia und auf Straßen außerhalb der Hauptstadt ist ebenfalls Vorsicht nötig. Gelegentlich wurden bewaffnete Angriffe auf Straßen bei Mamou, Faranah, Kissidougou, Gueckedou, Macenta und N'zerekore gemeldet. In den Grenzgebieten zu Mali, Côte d'Ivoire, Liberia und Sierra Leone bestehen Risiken durch Banditentum, Entführungen und grenzüberschreitende bewaffnete Kriminalität. Der Handel mit Gold und Diamanten kann zu Betrug, Erpressung und Entführungen führen. An der Küste wurden auch Piraterie und bewaffnete Raubüberfälle auf See gemeldet; sie sind jedoch eine spezifischere Gefahr als Straßenkriminalität in Conakry. Die im September 2026 geprüften Belege enthalten keine verlässliche, aktuelle und vergleichbare offene Kriminalitätsstatistik für das ganze Land. Qualitative Sicherheitsberichte beschreiben Muster und Orte, belegen aber keine genaue landesweite Häufigkeit. Besonders stark ist die Untererfassung geschlechtsspezifischer Gewalt und von Straftaten gegen Kinder. Eine geringe Zahl registrierter Fälle bedeutet daher nicht unbedingt ein geringes tatsächliches Risiko. Digitale Kriminalität umfasst Betrug über romantische Beziehungen, Partnersuche, Geschäfte, Stellenangebote, Geldtransfers, Gold und Edelsteine sowie Phishing und Betrug, der mit Onlinekontakten beginnt. Guineas Rechtsrahmen umfasst Gesetz L037/2016 über Cybersicherheit und Datenschutz sowie Gesetz L035/2016 über elektronische Transaktionen. Das nationale Computer-Notfallteam CERT und die Plate-Forme Nationale de Signalement de la Cybercriminalite befanden sich 2025 noch im Aufbau. Eine spezialisierte Struktur für Cyberermittlungen und Justiz ist in der Strategie 2022–2027 als Ausbauziel aufgeführt; ihre tatsächliche Reichweite und der Zugang der Öffentlichkeit zu Meldungen sind jedoch nicht verlässlich bestätigt. Bewahren Sie nach einem Onlinebetrug Nachrichten, Screenshots, Zahlungsangaben, Kontonamen und Telefonnummern auf, statt sie zu löschen. Kinder können Opfer von Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung, Vernachlässigung, Kinderehen und weiblicher Genitalverstümmelung werden; manche Kinder sind in Kleinkriminalität verwickelt. Übergriffe werden vielfach nicht gemeldet, weil Familien ihre Ehre durch informelle Einigungen zu schützen versuchen. Medizinische, psychosoziale, Sicherheits- und Rechtsdienste sind regional lückenhaft. Ein UNFPA-Programm verzeichnete 2024 insgesamt 1.555 Fälle geschlechtsspezifischer Gewalt, darunter 307 Vergewaltigungen, und berichtete, dass alle erfassten Betroffenen versorgt wurden. Dasselbe Programm meldete, 119 Dörfer hätten weibliche Genitalverstümmelung und Kinderehen aufgegeben. Diese Angaben stammen aus einem Programm und dessen Versorgungsdaten; sie sind keine landesweite Häufigkeitserhebung. Die Police Nationale untersteht dem Ministère de la Sécurité et de la Protection Civile, abgekürzt MSPC. Zu den zuständigen Stellen gehören die Police judiciaire für gerichtliche Ermittlungen, OPROGEM, das Office de Protection du Genre, de l'Enfance et des Moeurs, und CSPPV, der Service Central de Protection des Personnes Vulnérables innerhalb der Gendarmerie und des Verteidigungsministeriums. Das nationale INTERPOL-Zentralbüro in Conakry unterstützt die internationale Polizeizusammenarbeit. Seit 2023 unterstützen DACORE und WAPIS Datenerhebung und Informationsaustausch; sie ersetzen jedoch keine Anzeige vor Ort. Rufen Sie im Notfall 117 an. Das MSPC gibt an, dass Notfall- und Polizeidienste rund um die Uhr, an sieben Tagen pro Woche, verfügbar sind. Für Conakry wurde als Kontakt des Commissaire +224 622 86 94 71 gemeldet; prüfen Sie vor der Nutzung, ob die Nummer noch aktiv ist. Betroffene können sich an die nächste Polizeistation oder nach einem Unfall oder einer Straftat an eine medizinische Einrichtung wenden und eine polizeiliche Meldung anfordern. Eine formelle Strafanzeige heißt plainte. Die Police judiciaire muss sie entgegennehmen und, wenn nötig, an die örtlich zuständige Einheit weiterleiten. Aus der Anzeige sollte ein procès-verbal, also ein amtlicher Bericht, erstellt werden. Unmittelbar ist außerdem ein récépissé als Nachweis der registrierten Anzeige auszustellen. Sie können sofort eine Kopie verlangen. Bringen Sie zur Anzeige das Original Ihres Ausweises mit und bewahren Sie Kopien von Ausweis-, Fahrzeug- und Versicherungsunterlagen getrennt auf. Sichern Sie Fotos, medizinische Unterlagen, Screenshots, Nachrichten, Namen, Telefonnummern, Zahlungsbelege, Fahrzeugangaben und Zeugenkontakte. Bitten Sie um die Vorgangsnummer und eine Kopie des Polizeiberichts. Die geprüften Quellen bestätigen keinen landesweiten Online-Meldeweg für gewöhnliche Straftaten; eine Website oder Nachricht in sozialen Medien ersetzt daher keine Anzeige bei der Polizei. Die Unterstützung Betroffener führt häufig von Polizei, OPROGEM oder CSPPV zu medizinischen, sozialen, psychosozialen und rechtlichen Diensten. Der Zugang ist zersplittert, qualifiziertes Personal ist knapp und integrierte Angebote sind regional unterschiedlich verfügbar. Bei Fällen geschlechtsspezifischer Gewalt und bei Kinderschutz können Betroffene an OPROGEM oder CSPPV, Gesundheitsdienste, örtliche Schutzmechanismen, Nichtregierungsorganisationen und Gemeindestrukturen verwiesen werden. Ein einzelnes landesweites Hilfetelefon für Betroffene oder ein landesweites Netz von Schutzhäusern ist nicht bestätigt. Eine Botschaft kann ausländischen Betroffenen helfen, medizinische Versorgung, eine Rechtsvertretung, örtliche Kontakte und Meldewege zu finden. Sie kann weder die guineischen Ermittlungen führen noch eine Anzeige bei der Polizei ersetzen oder Entschädigung und Schutz garantieren. Medizinische Behandlung muss häufig bar oder im Voraus bezahlt werden. Außerhalb Conakrys können Krankenwagen und Notfallversorgung unzuverlässig sein. Ermittlungen und Gerichtsverfahren können lange dauern; Untersuchungshaft kann Monate umfassen. Es wurde von Risiken für das faire Verfahren und Vorwürfen polizeilicher Erpressung berichtet. Halten Sie Namen, Daten, Beträge und geforderte Zahlungen fest und suchen Sie Rechts- oder konsularische Hilfe, wenn dies gefahrlos möglich ist. In den geprüften Quellen wurde keine Gebühr für eine Strafanzeige festgestellt. Verringern Sie Ihre Gefährdung, indem Sie nach Einbruch der Dunkelheit nicht allein reisen und menschenleere Stadtgebiete meiden. Halten Sie Telefon und Wertgegenstände verborgen, wählen Sie eine gesicherte Unterkunft und organisieren Sie Taxis oder Transfers im Voraus. Planen Sie Flughafentransfers möglichst bei Tageslicht. Halten Sie Fahrzeugtüren verschlossen und Fenster geschlossen. Reisen Sie außerhalb Conakrys vor Einbruch der Dunkelheit und ziehen Sie einen Konvoi oder einen zuverlässigen Transportanbieter in Betracht. Leisten Sie bei einem bewaffneten Raubüberfall keinen Widerstand. Überweisen Sie kein Geld an unbekannte Onlinekontakte, nehmen Sie kein ungeprüftes Gold- oder Diamantenangebot an und reisen Sie nicht, um Geld zurückzuholen oder Rache zu nehmen. Meiden Sie Proteste, erhebliche Verkehrsstaus und Kontrollpunkte, da dort Raub- und Erpressungsrisiken steigen können. Eine Anzeige wegen einer Straftat folgt einem anderen Weg als Katastrophenhilfe oder Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung bei Protesten. Das Strafrecht kann später Ermittlungen oder Gerichtsverfahren betreffen. Unmittelbar nach einer Straftat sollten Sie sich in Sicherheit bringen, nötigenfalls medizinische Hilfe erhalten, Belege sichern und eine dokumentierte Anzeige erstatten.
Kriminalität und Sicherheit in Guinea
Zu den Straftaten und Gefahren für Personen und Eigentum in Guinea zählen bewaffnete Raubüberfälle, Diebstahl, Körperverletzung, Einbruch, Autodiebstahl unter Bedrohung, Betrug, Entführung und weitere Risiken. Die im September 2026 geprüften Belege sind überwiegend qualitativer Art: Eine verlässliche, aktuelle und vergleichbare offene landesweite Kriminalitätsstatistik, die die Häufigkeit belegt, liegt nicht vor. Geschlechtsspezifische Gewalt und Straftaten gegen Kinder werden besonders häufig nicht gemeldet. Das Risiko ist nachts in Conakry, am Flughafen, auf Märkten, in Hotels und bei informellen Verkehrsmitteln besonders hoch. Grenzgebiete, Fernstraßen und Bergbau- und Handelsgebiete bergen zusätzliche Risiken. Betroffene können Notfälle über 117 melden und bei Polizei, Gesundheitsdiensten und spezialisierten Schutzstellen Unterstützung suchen.
Tipp
Beurteilen Sie Kriminalitätsrisiken in Guinea nach Ort und Tageszeit und nicht anhand einer landesweiten Einstufung. Wählen Sie für alltägliche Wege Tageslicht, gesicherte Unterkünfte und vorab organisierte Fahrten. Für Nachtfahrten, Grenzstraßen, Bergbau- und Handelsgebiete sowie Küstengewässer sind stärkere Vorsichtsmaßnahmen nötig oder ein Verzicht auf die Reise zu erwägen. Bringen Sie sich nach einer Straftat in Sicherheit, holen Sie nötigenfalls medizinische Hilfe, sichern Sie Beweise und lassen Sie die Anzeige durch einen récépissé bestätigen.

