Das Ministerio de Salud y Bienestar Social, kurz MINSABS, beaufsichtigt das nationale Gesundheitssystem. Zur öffentlichen medizinischen Grundversorgung gehören 161 Gesundheitsposten und 46 Gesundheitszentren. Die sekundäre Versorgung umfasst 11 Bezirkskrankenhäuser und 5 Provinzkrankenhäuser. Zwei Regionalkrankenhäuser in Malabo und Bata bieten die höchste Versorgungsstufe des Landes. Diese strukturellen Zahlen stammen aus neueren Berichten, beruhen teilweise aber auf älteren Daten des INEGE. Eine WHO-Bewertung aus dem Jahr 2024 in zehn Bezirken stellte erhebliche Lücken bei Personal und Management fest. Bei Routineversorgung, Impfungen, Schwangerschaftsvorsorge, Familienplanung, Malariaprävention, Ernährungsunterstützung, Kinderbetreuung oder einfacher Behandlung beginnt man normalerweise bei einem Gesundheitsposten oder Gesundheitszentrum. Bezirkskrankenhäuser übernehmen Überweisungen und einfache stationäre Versorgung. Provinzkrankenhäuser behandeln komplexere Fälle; Regionalkrankenhäuser nehmen Patientinnen und Patienten auf, die eine fachärztliche Untersuchung oder Behandlung benötigen. Den Transport zwischen Krankenhäusern muss häufig die betroffene Person selbst organisieren. Entfernung und verfügbare Verkehrsmittel können daher darüber entscheiden, ob eine Überweisung wahrgenommen wird. Auch private Kliniken und Apotheken werden genutzt, insbesondere wenn öffentliche Dienste weit entfernt oder überlastet sind. INSESO-Polikliniken bieten anspruchsberechtigten Personen einen parallelen sozialmedizinischen Versorgungsweg. Gesundheitsversorgung ist landesweit nicht allgemein kostenlos. Öffentliche und private Einrichtungen können vor der Behandlung eine Zahlung verlangen; verlässliche landesweite Tarife werden nicht durchgehend veröffentlicht. Antiretrovirale HIV-Behandlung ist über das nationale Programm kostenlos. Auch eine Behandlung mit artemisininbasierten Kombinationstherapien gegen Malaria ist im öffentlichen Sektor für alle Altersgruppen kostenlos. Wo Gerät und Dienst funktionieren, kann GeneXpert ein Tuberkulosetestergebnis in etwa zwei Stunden liefern. Angaben zu Notrufnummern sind uneinheitlich: Eine veröffentlichte Empfehlung nennt 3101, eine andere 112 oder 115. Beide Quellen weisen darauf hin, dass Notrufnummern unzuverlässig sein können. Erkundigen Sie sich bei der nächstgelegenen Einrichtung nach dem örtlichen Notfallweg und organisieren Sie bei Bedarf den Transport. Malaria ist weiterhin ein großes Gesundheitsproblem des Landes. Die Übertragung ist hoch, Plasmodium falciparum wird als vorherrschender Parasit genannt, und für 2023 wurden rund 422.800 Fälle und 757 Todesfälle geschätzt. Kostenlose, mit Insektiziden behandelte Moskitonetze und öffentliche Malariabehandlung unterstützen Vorbeugung und frühzeitige Versorgung. Nach vorliegenden Belegen sind mehr als 6 % der Bevölkerung von HIV betroffen; die Abdeckung mit antiretroviraler Therapie lag 2023 bei rund 49 %. HIV-Dienste umfassen Tests, Behandlung und die Verhinderung einer Übertragung von Elternteil auf Kind. Eine Kontrolle zu Behandlungsbeginn erfolgt nach 14 Tagen; die Medikamentenausgabe ist üblicherweise für jeweils drei Monate organisiert. Auch Tuberkulose erfordert eine rasche Abklärung: Die geschätzte Inzidenz lag bei 275 Fällen je 100.000 Menschen, und 95 % der gemeldeten Tuberkulosediagnosen verwendeten 2023 einen Schnelltest. In einigen Einrichtungen sind Tuberkulose- und HIV-Dienste integriert. Angebote für Mütter und Kinder umfassen Schwangerschaftsvorsorge, fachkundige Geburtshilfe, Nachsorge sowie Notfallversorgung in Geburtshilfe und Neugeborenenmedizin. Die verfügbare Schätzung der Müttersterblichkeit lag 2020 bei 212 Todesfällen je 100.000 Lebendgeburten. Der Bedarf an Familienplanung bleibt erheblich, besonders bei Jugendlichen. Für 2024 wurde gemeldet, dass nur neun Einrichtungen das vollständige Grundangebot für geburtshilfliche Notfälle und Neugeborenenversorgung vorhielten. Hausgeburten in ländlichen Gebieten unter Betreuung nicht ausgebildeter traditioneller Geburtshelferinnen bergen ein zusätzliches Risiko, wenn sich die Überweisung im Notfall verzögert. Routineimpfungen werden über das nationale Impfprogramm angeboten; die Schätzungen zur Abdeckung unterscheiden sich, und Engpässe bei Impfstoffvorräten sowie Nachholbedarf wurden gemeldet. WHO und UNICEF schätzten die Impfquote 2023 auf 74 % für die dritte DTP-Dosis, 61 % für die erste Masernimpfung und 28 % für die zweite. Es gibt Programme für psychische Gesundheit und nicht übertragbare Krankheiten, doch fachpsychiatrische und psychologische Angebote sind auch in größeren Städten begrenzt. Traditionelle Medizin ist ein lokal bedeutsamer informeller Versorgungsweg. Eine nationale Direktion und die rechtliche Anerkennung bestehen seit 1985; Umfang von Registrierung, Standardisierung und Einbindung in die medizinische Grundversorgung sind jedoch unklar. Traditionelle Behandlung sollte die Abklärung schwerer Symptome, von Malaria, Tuberkulose, HIV, Schwangerschaftskomplikationen oder anderer dringend zu behandelnder Erkrankungen nicht verzögern. Die Verfassung fördert die medizinische Grundversorgung. Die verfügbare rechtliche Prüfung ergab jedoch kein ausdrückliches verfassungsmäßiges Recht auf Gesundheit, das eine allgemein kostenlose Behandlung garantiert. Gesundheitsberufe sind durch Ley 7/2006 geregelt; Ley 3/2003 regelt Arzneimittel und Gesundheitsprodukte.
Gesundheitsversorgung in Äquatorialguinea
Die Gesundheitsversorgung in Äquatorialguinea umfasst öffentliche medizinische Grundversorgung, Krankenhäuser, private Anbieter und informelle traditionelle Medizin. Der reguläre Versorgungsweg beginnt meist bei einem Gesundheitsposten oder Gesundheitszentrum, führt über ein Bezirks- oder Provinzkrankenhaus und reicht bei komplexen Behandlungen bis zu einem Regionalkrankenhaus. Der Zugang unterscheidet sich stark nach Ort, Personal, Ausstattung, Transportmöglichkeiten und Zahlungsfähigkeit.
Tipp
Planen Sie Gesundheitsversorgung in Äquatorialguinea sowohl nach der passenden Einrichtung als auch nach der Anfahrt. Nutzen Sie für Routinebedarf die nächstgelegene funktionierende Einrichtung, und klären Sie vor einem ernsten Problem, welches Krankenhaus Überweisungen behandelt. Erkundigen Sie sich nach Gebühren, Transport und örtlichen Notfallkontakten, statt anzunehmen, öffentliche Behandlung oder Notrufnummern seien überall verfügbar.

