Guinea-Bissau verfügt über etwa 2.746 Kilometer Straßen, darunter ungefähr 770 Kilometer befestigte und 1.976 Kilometer unbefestigte Straßen. Mehr als 75 % der nationalen und regionalen Straßen sind in schlechtem Zustand. Pkw und gemeinschaftlich genutzte Straßenverkehrsmittel übernehmen den größten Teil der Mobilität auf dem Festland. Auf unbefestigten Landstraßen ist ein Fahrzeug mit Allradantrieb oft nützlich, besonders während der Regenzeit. Von Juni bis Oktober können beschädigte Straßen und Brücken in manchen ländlichen Gebieten Fußwege zur einzigen praktikablen Möglichkeit machen, Märkte, Schulen oder Gesundheitseinrichtungen zu erreichen. Bissau hat ein gemischtes formelles und informelles öffentliches Verkehrssystem. Ein toca-toca ist ein Minibus oder anderes gemeinschaftlich genutztes Paratransitfahrzeug; ein taxi colectivo ist ein Sammeltaxi. Ein candonga bietet gemeinschaftlichen überregionalen Transport. Diese Dienste sind häufig stark ausgelastet, decken vor allem bestimmte Gebiete ab und verfügen über keinen landesweiten Fahrplan oder ein einheitliches Buchungssystem. Sicherheit, Barrierefreiheit und Zuverlässigkeit unterscheiden sich. Aktuelle Fahrpreise werden nicht zentral veröffentlicht. Ein Reiseführer von 2018 nannte als Richtwert 150 XOF pro Fahrt mit einem toca-toca und etwa 250 bis 1.000 XOF für ein Stadttaxi; bestätigen Sie den aktuellen Preis vor Ort. Straßenreisen zwischen Regionen nutzen die wichtigsten Korridore auf dem Festland, darunter den 115 Kilometer langen Korridor Safim–Mpack in Richtung Senegal. Die Verbindungen zu Guinea und Senegal sind teilweise schwach oder schlecht; Fahrzeiten können sich mit Wetter- und Straßenverhältnissen stark ändern. Die Häfen von Bissau, Buba und Cacheu unterstützen den See- und Flussverkehr. Die Bijagós-Inseln und andere Siedlungen an Flüssen sind auf Boote angewiesen, darunter Fähren und Schnellboote zwischen Bissau, Enxudé, Bubaque und weiteren Zielen im Bijagós-Archipel. Private Anbieter verkaufen Fahrkarten an Büros oder Hafenschaltern, nicht über ein verlässliches Online-Reservierungssystem. Fahrkarten können im Allgemeinen bis zu 60 Tage vor Abfahrt gekauft werden; Schalter öffnen üblicherweise zwei Tage vor Abfahrt. Karten werden nicht akzeptiert; Fahrpreise sollten direkt beim Anbieter erfragt werden. Der internationale Flughafen Osvaldo Vieira in Bissau ist das wichtigste Luftverkehrsdrehkreuz des Landes. AACGB ist für die Zivilluftfahrt zuständig, APGB für die Hafenverwaltung und IMP für maritime Angelegenheiten. Das Ministério dos Transportes e Comunicações trägt die nationale Zuständigkeit für Verkehr. Ein Flughafenmodernisierungsprogramm war für Januar 2024 bis Juni 2026 angesetzt; sein Abschluss ist jedoch nicht unabhängig belegt. Ein aktives nationales Personen- oder Güterbahnangebot ist für Guinea-Bissau nicht belegt; bei Inlandsreisen sollte daher keine Bahnverbindung vorausgesetzt werden. Ein formelles landesweites Radwegenetz, eine öffentliche Radverkehrspolitik oder verlässliche Daten zum Radverkehrsanteil sind ebenfalls nicht belegt. Der Straßenverkehr unterliegt dem Código da Estrada gemäß Decreto-Lei 23/2016. Die landesweiten Höchstgeschwindigkeiten betragen 50 km/h im Ortsgebiet, 80 km/h auf Landstraßen und 100 km/h auf Autobahnen. Die Blutalkoholgrenze beträgt 0,05 g/dL; die Nutzung eines Mobiltelefons in der Hand beim Fahren ist verboten. Motorradhelme sind für Fahrer und Mitfahrer auf allen Straßen vorgeschrieben. Mitfahrer auf Motorrädern müssen mindestens sechs Jahre alt sein. Gurtregeln gelten nicht für jeden Sitzplatz; Anforderungen an Kinderrückhaltesysteme verwenden eine Schwelle von 12 Jahren oder 135 Zentimetern. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Die WHO stellte 2023 kein bestätigtes Gesetz für regelmäßige Fahrzeugprüfungen fest; deshalb sollte der Fahrzeugzustand bei der Wahl eines Autos oder Gemeinschaftsverkehrsmittels besonders beachtet werden. Die Polícia da Ordem Pública gehört zu den Stellen, die an der Durchsetzung der öffentlichen Ordnung beteiligt sind; Kontrollen und Verkehrsdaten sind jedoch unvollständig. Die Verkehrssicherheit ist ein ernstes Problem. Die WHO schätzte für 2021 insgesamt 629 Verkehrstote, etwa 30,5 Todesfälle je 100.000 Einwohner, während die gemeldete Zahl bei 100 lag. Diese Abweichung zeigt die Grenzen der verfügbaren nationalen Daten. Eine nationale Verkehrssicherheitsbehörde wurde benannt; eine Bewertung von 2023 stellte jedoch keine voll funktionsfähige Behörde oder finanzierte nationale Verkehrssicherheitsstrategie fest. Ein Indikator eines Weltbankprojekts setzte für die Funktionsfähigkeit der Behörde ein Ziel für Mai 2028. Überschwemmungen, Küstenerosion, extreme Hitze, Dürre und unregelmäßige Niederschläge beschädigen Straßen, isolieren Gemeinden und erhöhen Fahrzeugkosten. Verkehrsunterbrechungen beeinträchtigen auch Lieferketten für Cashew und Reis; Mängel im Straßen- und Oberflächentransport verursachen schätzungsweise jährlich etwa 22 Millionen US-Dollar Verlust. Geplante Maßnahmen umfassen klimaresiliente Straßenstandards, Instandhaltung und naturbasierte Lösungen; eine nationale Strategie zur Förderung von Alternativen zu motorisierten Fahrzeugen ist nicht belegt.
Verkehr in Guinea-Bissau
Der Verkehr in Guinea-Bissau beruht hauptsächlich auf Straßen, Gemeinschaftsfahrzeugen, Booten und Fußwegen. Öffentliche Verkehrsdienste konzentrieren sich auf Bissau; Reisen in ländliche Gebiete und auf Inseln hängen stark vom Straßenzustand, der Regenzeit und verfügbaren Booten ab. Ein aktiver landesweiter Schienenverkehr ist nicht belegt, und Radfahren wird überwiegend privat und kaum institutionell unterstützt.
Tipp
Wählen Sie Verkehrsmittel in Guinea-Bissau nach Straßenbelag, Jahreszeit, Ziel und Verspätungstoleranz und nicht nur nach Entfernung. Gemeinschaftsfahrzeuge eignen sich für viele Stadt- und Überlandfahrten; für ländliche und Inselreisen sollten Sie Anbieter direkt fragen, Bargeld bereithalten und zeitliche Reserven einplanen. Behandeln Sie Fahrzeugsicherheit, Versicherung und Störungen in der Regenzeit als zentrale Reisebedingungen.

