Die Landwirtschaft, insbesondere der Cashew-Anbau, die Viehzucht und die Fischerei, ist für die Beschäftigung zentral und trägt mehr als 45 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Weltbank schätzte, dass 2023 etwa 80 % der Erwerbsbevölkerung in der Landwirtschaft tätig waren. Der formelle Privatsektor ist klein und lokal geprägt, mit vielen Kleinst- und Kleinunternehmen und begrenzter Industrie. Klimabedingungen, Preisänderungen und politische Instabilität beeinflussen Beschäftigung und Einkommen in mehreren Berufsfeldern. Die Verteilung der Berufe in der EHCVM-Erhebung 2021–22 weist 29,5 % einfachen Tätigkeiten, 11,7 % Verkauf und Dienstleistungen, 5,3 % Industrie- und Handwerksarbeit, 3,1 % intellektuellen und wissenschaftlichen Tätigkeiten, 1,8 % Anlagen- und Maschinenberufen, 0,7 % Verwaltung, 0,8 % mittleren Tätigkeiten, 0,5 % Militärberufen und 0,3 % Führungsberufen zu. Diese Zahlen beschreiben gültige Erhebungsfälle und sind keine vollständige Bevölkerungsschätzung. Informelle Arbeit beginnt häufig über Selbstständigkeit, Familienarbeit, praktische Unterweisung und lokale Netzwerke. Formelle Beschäftigung hängt meist von den Anforderungen des Arbeitgebers, einer Stellenausschreibung, einer Qualifikation und einem schriftlichen Vertrag ab. Guinea-Bissau hat kein landesweit einheitliches Register und keine einheitliche Lizenz für alle Berufe. Für einzelne Berufe und Sektoren können eigene Genehmigungs-, Registrierungs- oder Qualifikationsnachweise gelten. INAFOR, eine öffentliche Stelle im Bildungsbereich, unterstützt den Einstieg in die Berufsausbildung, Qualifizierung, Umschulung, Weiterbildung, mittlere Ausbildung und Spezialisierung. Die Ausbildung kann kurze, mittlere oder lange Kurse, anrechenbare Module, Seminare, Praktika und Lernen am Arbeitsplatz umfassen. Anbieter stellen Zertifikate aus und verwenden gegebenenfalls ein vom Ministerium bestätigtes Muster. Externe Anbieter benötigen ein Protokoll und eine Akkreditierung. AGEFP führt öffentliche und private Zentren wie CENFI, SENAI, ENA, ADPP und CIFAP sowie Zentren für Landwirtschaft, Fischerei und Handwerk auf. Zugang, Auswahl, Dauer und Gebühren unterscheiden sich je nach Programm. Die verfügbaren Nachweise beschreiben das Ausbildungssystem als stark unterentwickelt; eine einheitliche landesweite Gebühren- oder Dauerübersicht liegt nicht vor. Das politische Dokument QNQ-GB von 2024 legt einen zehnstufigen Rahmen für formales, nicht formales und informelles Lernen fest. Es soll Transparenz, Übergänge, die Anerkennung früherer Lernerfahrungen und ausländischer Qualifikationen unterstützen. QUANEF-GB befindet sich den verfügbaren Informationen zufolge weiterhin in einer Pilotphase. Die Einträge umfassen Dauer, Stunden und Akkreditierung als Suchfelder; zum erfassten Bildungssystem gehören Ausbildungszentren, technische Schulen, polytechnische Einrichtungen, Universitäten und weitere Anbieter. Das Código do Trabalho, eingeführt durch Lei 7/2022 und seit dem 19. Juli 2022 in Kraft, gilt für abhängige Beschäftigung bei Unternehmen, NGOs, religiösen Organisationen, Genossenschaften, gemischten Unternehmen und bestimmten individuellen öffentlichen Verträgen. Für Beamte können zusätzlich gesonderte Vorschriften des öffentlichen Dienstes gelten. Beschäftigte haben Anspruch auf freie Berufswahl, Gleichbehandlung, Schutz vor Zwangsarbeit und Diskriminierung, sichere und hygienische Bedingungen, pünktliche Bezahlung, geeignete Beschäftigung, berufliche Entwicklung, gewerkschaftliche Tätigkeit, Tarifverhandlungen und Streik. Beschäftigte müssen Sicherheitsanweisungen befolgen und Gefahren melden; Arbeitgeber müssen ein System für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Schutzmaßnahmen und Unterweisung bereitstellen. Ein schriftlicher Arbeitsvertrag ist im Allgemeinen vorgeschrieben. Üblicherweise nennt er die Vertragsparteien, den Arbeitsort, die berufliche Kategorie oder Tätigkeit, das Entgelt, die Arbeitszeit und den Beginn. Ein befristeter Vertrag darf einschließlich Verlängerungen normalerweise sechs Jahre oder zwei Verlängerungen nicht überschreiten; für die erste Beschäftigung gelten besondere Regeln. Für Verträge über eine bestimmte Tätigkeit von höchstens 30 Tagen gilt eine genannte Ausnahme. Befristete Verträge müssen bei der Inspeção do Trabalho hinterlegt werden. Die reguläre Arbeitszeit beträgt höchstens acht Stunden täglich und 45 Stunden wöchentlich. In der Landwirtschaft gilt eine Grenze von 44 Stunden pro Woche und zehn Stunden pro Tag. Der Jahresurlaub beträgt mindestens 22 Arbeitstage. Guinea-Bissau hat einen gesetzlichen Mindestlohn, der auch für landwirtschaftlich Beschäftigte gilt; die Regierung legt die Höhe jährlich im sozialen Dialog fest. Die verfügbaren Informationen belegen keinen verlässlichen aktuellen Betrag. Auch Entschädigung bei Arbeitsunfällen und Pflichtversicherung gehören zum arbeitsrechtlichen Rahmen. Die Direcção-Geral do Trabalho, die Inspeção do Trabalho und das zuständige Ministerium für Arbeit und Soziales überwachen die Durchsetzung. Informalität schränkt sie ein: Die ILO berichtete 2024, dass mehr als 94 % der wirtschaftlichen Tätigkeit informell waren; bei Frauen lag der Anteil informeller Beschäftigung bei etwa 96 %. Eine beitragsfinanzierte soziale Absicherung erreichte weniger als 3 % der Bevölkerung. Berufliche Entwicklung führt häufig von praktischer Arbeit über Berufsausbildung, Zertifizierung, Weiterbildung, Umschulung oder Spezialisierung und manchmal bis zur Hochschulbildung. Der weitere Verlauf hängt stark von Branche, Arbeitgeber, Standort und Grad der formellen Beschäftigung ab; zwischen Stadt und Land bestehen Unterschiede, und Frauen und junge Menschen haben nicht überall gleichen Zugang.
Berufe in Guinea-Bissau
Berufe in Guinea-Bissau reichen von Landwirtschaft, Fischerei und einfachen Dienstleistungen bis zur öffentlichen Verwaltung und spezialisierten technischen Tätigkeiten. In der EHCVM-Erhebung 2021–22 entfielen 46,4 % der gültigen Berufsfälle auf Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei; informelle Selbstständigkeit und Familienarbeit sind weiterhin weit verbreitet. Der Einstieg kann auf praktischer Erfahrung oder lokalen Netzwerken beruhen. Für formelle Stellen und reglementierte Berufe sind die vom jeweiligen Arbeitgeber oder der zuständigen Behörde verlangte Qualifikation, ein Vertrag oder eine sektorale Genehmigung erforderlich.
Tipp
Betrachte Berufe in Guinea-Bissau als Wahl zwischen praktischem informellem Einstieg, Berufsvorbereitung und formeller Beschäftigung, nicht als einheitliches landesweites Lizenzsystem. Informelle Selbstständigkeit oder Familienarbeit kann passen, wenn sofort lokale Arbeit verfügbar ist und keine sektorale Genehmigung erforderlich ist; Einkommen und soziale Absicherung können dabei weniger sicher sein. Bei formellen oder reglementierten Berufen solltest du vor Arbeitsbeginn nachprüfbare Ausbildung, einen schriftlichen Vertrag und die erforderliche sektorale Genehmigung priorisieren.

