Zu den Naturräumen Guinea-Bissaus gehören tief liegende Atlantikküsten, Wattflächen, Flussmündungen und das aktive Delta des Bolama-Bijagós-Archipels. Im Landesinneren gibt es Süßwasserseen und Feuchtgebiete, Galeriewälder, trockene und halbtrockene Wälder, Savannen, Palmenhaine und landwirtschaftliche Mosaike mit Cashew-Anbau. Mangroven, örtlich mangais oder tarrafes genannt, halten Sedimente zurück, schützen Küsten und dienen Fischen, Krebstieren und Weichtieren als Aufwuchsgebiete. Die Flusssysteme Corubal, Geba und Cacheu verbinden Binnengewässer, Feuchtgebiete und Küstenlebensräume. Schätzungsweise drei Viertel der Landesfläche sind bewaldet; Mangroven bedecken laut einer nationalen Biodiversitäts-Bestandsaufnahme etwa 8 Prozent. Das Feuchtgebietsnetz wurde auf ungefähr 18.000 Quadratkilometer geschätzt. Eine Waldanalyse der FAO von 2025 identifizierte etwa 53 Prozent der Waldfläche als primär für den Schutz der Artenvielfalt ausgewiesen. Diese Zahlen beruhen auf unterschiedlichen Messsystemen und dürfen nicht als austauschbare Flächenangaben verstanden werden. Das Land verfügt über ein nationales Schutzgebietsnetz, das hauptsächlich vom Institut für Biodiversität und Schutzgebiete, kurz IBAP, verwaltet wird. Dazu gehören das Biosphärenreservat Bolama-Bijagós, das Meeresschutzgebiet Urok, der Nationalpark Cantanhez, der nationale Meerespark João Vieira und Poilão, der Nationalpark Orango, der Naturpark Cufada-Seen, der Naturpark Cacheu-Mangroven und der Komplex Dulombi, Boé und Tchetche. IBAP nennt ungefähr 470.000 Hektar, rund 15 Prozent des Staatsgebiets, von denen etwa zwei Drittel marine oder ästuarine Flächen sind. Ein mit dem Projekt Dulombi, Boé und Tchetche verbundener Prozess beschrieb eine mögliche Ausweitung auf 26,3 Prozent; andere veröffentlichte Angaben nennen 26 Prozent, weshalb der aktuelle Stand der Erweiterung vor Ort geprüft werden muss. Guinea-Bissau hat außerdem vier Ramsar-Feuchtgebiete mit zusammen ungefähr 1.189.633 Hektar. 2025 nahm die UNESCO die Küsten- und Meeresökosysteme des Bijagós-Archipels einschließlich João Vieira und Poilão, Orango und Urok in ein Gebiet auf, das durch ökologische Korridore verbunden ist. MABAC leitet die nationale Politik zu Umwelt, Biodiversität und Klima. Das Nationale Umweltinstitut (INA) befasst sich mit Umweltqualität, Folgenabschätzung und Überwachung. Fischereibehörden regeln Fischerei und Ressourcenkontrolle. Auch lokale Verwaltungen, Einwohnerkomitees und traditionelle Institutionen der Bijagó beeinflussen den Zugang, besonders auf den Inseln. In Urok ist die Assembleia Geral Urok das höchste Organ der gemeinsamen Verwaltung. 28 Tabanca-Komitees, also Dorf- oder Gemeinschaftskomitees, arbeiten mit lokalen Behörden, IBAP, Fischereistellen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen. Verwaltungsentscheidungen können gesetzliche Schutzgebietszonen mit Gewohnheitsregeln und lokalem ökologischem Wissen verbinden. Lebensgrundlagen im Zusammenhang mit Natur umfassen handwerkliche Fischerei, regulierte Fischereizonen, das Sammeln von Austern und anderen Weichtieren, Mangrovenreisanbau, Palmöl- und Cashew-Produktion, Weidewirtschaft und das Sammeln von Waldprodukten. Die Regelungen für Schutzgebiete, Fischerei, Wald und Wildtiere schaffen kein pauschales Recht zur Ressourcenentnahme. Der Zugang kann von Bewirtschaftungsplan, Zone, Jahreszeit, Genehmigung, Sperrung, Gewohnheitsregel und Schutzstatus der Art abhängen. Der Rahmen für Schutzgebiete schreibt partizipative Verwaltung vor; in Verwaltungskomitees sollen 50 Prozent der Sitze an Vertretungen der ansässigen Gemeinschaften gehen. Heilige Wälder und religiöse Stätten können in Bewirtschaftungsplänen anerkannt werden. Zu den Arten mit besonderer Schutzpriorität gehören vier der sieben noch lebenden Meeresschildkrötenarten, die im Land nisten: Grüne Meeresschildkröte, Oliv-Bastardschildkröte, Lederschildkröte und Echte Karettschildkröte. Poilão ist ein wichtiger Nistplatz der Grünen Meeresschildkröte. Weitere Schutzprioritäten sind der Westafrikanische Schimpanse, die Afrikanische Seekuh, das Flusspferd, der Westafrikanische oder Atlantische Buckeldelfin, weitere Delfine, Haie, Rochen und Zugvögel. Der Bijagós-Archipel liegt an der Ostatlantik-Zugroute; 2001 wurden dort mehr als 870.000 Watvögel erfasst. Für Cufada wurden ungefähr 337 Vogelarten und für Cacheu ungefähr 248 angegeben. IBAP unterstützt Vogelbeobachtung, Beobachtung von Schildkröten und Flusspferden, Kanu- und Bootsfahrten, Mangroven- und Waldwege, Forschung und Umweltbildung. Der Zugang läuft normalerweise über ein IBAP- oder Parkbüro, einen lokalen Führer oder ein Gemeinschaftskomitee. Der Zutritt ist nicht automatisch uneingeschränkt; heilige Inseln oder Sperrzonen können geschlossen sein. Eine IBAP-Gebührenliste nennt für den Eintritt 2.000 FCFA pro Person und Tag für Einheimische und 5.000 FCFA für ausländische Gäste; Führungen, Tierbeobachtung und Sportfischen werden gesondert berechnet. Transport, Gezeiten, Jahreszeit, Sperrungen und Verfügbarkeit von Führungen beeinflussen Kosten und Zeitplanung in der Praxis; Gebühren und Zugang sollten deshalb vor Ort bestätigt werden. Umweltbildung erfolgt durch Parkinformationen, lokale Führer, Öffentlichkeitsarbeit zu Schildkröten, Gemeinschaftsradio, Projektschulungen und partizipative Biodiversitätsbeobachtung. Ein landesweit formalisierter Qualifizierungsweg für Tätigkeiten im Naturbereich ist nicht belegt; der praktische Zugang läuft hauptsächlich über IBAP, Parkbüros, Gemeinschaftsstrukturen, NGOs und Naturschutzprojekte. Die Natur Guinea-Bissaus steht unter anderem durch Wanderfeldbau und Brandrodung, Holzeinschlag, Holzkohleproduktion, Waldfragmentierung, Cashew-Monokulturen, Mangrovenrodung, Überfischung, illegale Fischerei, Beifang, Jagd, Sandabbau, Besiedlung und landwirtschaftliche Ausweitung, Abfälle, Verschmutzung, invasive Arten und touristischen Druck auf heilige Orte unter Druck. Küstenerosion, Überschwemmungen durch Gezeiten und Extremereignisse, Meeresspiegelanstieg, Salzwassereintrag, veränderte Niederschläge und Hitze betreffen niedrig liegende Küsten und Inseln sowie vom Ackerbau und Fischfang abhängige Gemeinschaften. Konflikte können die Einhaltung von Schutzgebietszonen, den Zugang zu Fischgründen, Waldnutzung, Wildtierjagd, Landverkäufe, Tourismus, Schifffahrt, Erdölförderung vor der Küste und Klimaanpassung betreffen. Bewirtschaftungspläne, Schutzgebietskomitees, die Versammlung von Urok, lokale Verwaltungen, IBAP und die Fischereiüberwachung sind die wichtigsten dokumentierten Wege zur Bearbeitung solcher Fragen.
Natur in Guinea-Bissau
Guinea-Bissau vereint Atlantikküsten, Flussmündungen, Mangrovenfeuchtgebiete, Wälder, Savannen, Inseln und Agrarlandschaften mit außergewöhnlicher Artenvielfalt. Diese Ökosysteme tragen Fischerei, Reisanbau, Muschelsammeln, Forstwirtschaft, Tourismus und Klimaschutz. Schutzgebiete, Gewohnheitsregeln und nationale Gesetze regeln Zugang und Ressourcennutzung; Gemeinschaften, IBAP und andere öffentliche Stellen teilen sich die Verantwortung für die Verwaltung.
Tipp
Behandle den Zugang zur Natur in Guinea-Bissau als ortsbezogene Entscheidung, die von Schutzgebietsplänen, Gewohnheitsregeln, Jahreszeiten und lokalen Bedingungen abhängt. Am verlässlichsten ist es, vor einer Reise, Ressourcenentnahme oder Aktivität die genaue Zone, zuständige Ansprechstelle, Genehmigung, Gebühr, Führung und den Sperrstatus zu bestätigen.

