Für das Basisszenario bietet sich der georgische Lari als Rechnungswährung an, während Preise eindeutig einschließlich oder ausschließlich Mehrwertsteuer ausgewiesen werden sollten. Ob Mehrwertsteuer anfällt und wie sich ein möglicher Vorsteuerabzug auswirkt, ist szenariobasiert zu prüfen und darf nicht ungeklärt als Kostenbestandteil angesetzt werden. Zu den variablen Kosten zählen je nach Angebot Ware oder Rohstoff, Verpackung, Lieferung, Zoll und Import, Zahlungsgebühren, Plattformprovisionen, verkaufsabhängige Arbeit, Rückgaben, Gewährleistung und Support. Fixkosten können Miete und Kaution, Ausbau, Geräte und Abschreibungen, Lizenzen, Buchhaltung, Software, Telekommunikation, Grundpersonal, Versicherung und ein laufendes Marketingbudget umfassen. Der Deckungsbeitrag je Einheit ergibt sich aus dem Nettoerlös abzüglich sämtlicher variabler Kosten. Die Deckungsbeitragsquote entspricht dem Deckungsbeitrag geteilt durch den Nettoerlös, während die rechnerische Break-even-Menge aus den Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag je Einheit folgt. Ein gesonderter Liquiditäts-Break-even berücksichtigt zusätzlich Anfangsinvestitionen, Lagerbestände, Zahlungsziele und Mehrwertsteuer. Gründerlohn, Steuern, Reserve und das für den laufenden Betrieb gebundene Kapital dürfen in der Planung nicht fehlen. Bei Kosten in Fremdwährung und Einnahmen in GEL entstehen Wechselkursrisiken; als Kalkulationswert zählt der tatsächliche Kurs der Bank oder des Zahlungsdienstes einschließlich Aufschlag und Gebühr, nicht allein ein Referenzwert der National Bank of Georgia. Importpreise, Logistik, Zoll, Lieferzeiten, regionale Miet- und Lohnunterschiede, saisonale Nachfrage sowie der Anteil von Bar- und Kartenzahlungen können die Kostenstruktur zusätzlich verändern. Für ein ungünstiges, ein erwartetes und ein günstiges Szenario sollten Absatz, Preis, Rabatt, Zahlungsausfall, Wechselkurs, Lohn, Miete, Importkosten und Zahlungsziele variiert werden. Eine rollierende Liquiditätsplanung über 13 Wochen zeigt kurzfristige Engpässe; eine Planung über mindestens zwölf Monate bildet saisonale und längerfristige Belastungen ab. Steuerliche Einstufungen wie Individual Entrepreneur, Limited Liability Company, Micro Business oder Small Business sind getrennt von der Preislogik zu prüfen und ersetzen keine vollständige Kostenrechnung.
Preis- und Kostenkalkulation für eine Unternehmensgründung in Georgien
Eine belastbare Preis- und Kostenkalkulation in Georgien trennt variable Kosten, Fixkosten, Anfangsinvestitionen und den laufenden Liquiditätsbedarf. Der Verkaufspreis muss den tatsächlichen Ressourceneinsatz, Steuern, Wechselkursrisiken und einen tragfähigen Deckungsbeitrag berücksichtigen.
Tipp
Eine tragfähige Kalkulation muss Stückwirtschaftlichkeit und Zahlungsfähigkeit getrennt abbilden. Ein positiver rechnerischer Break-even genügt nicht, wenn Investitionen, Lager, Zahlungsziele, Steuern oder gebundenes Betriebskapital einen Liquiditätsengpass verursachen. Fremdwährungs-, Import- und Saisonrisiken sollten deshalb bereits im Preis und in mehreren Szenarien sichtbar werden.

