In Gambia lebt eine muslimische Mehrheit, überwiegend sunnitischen Glaubens. Einer Schätzung von 2023 zufolge waren etwa 96,4 Prozent der Bevölkerung muslimisch und 3,5 Prozent christlich. Bei der Volkszählung 2013 waren es 96,0 Prozent Muslime und 3,8 Prozent Christen. Die römisch-katholische Kirche ist die größte christliche Gemeinschaft. Bahai, Hindus und Anhänger von Eckankar bilden kleine Gemeinschaften. Einige indigene Glaubensvorstellungen werden gemeinsam mit dem Islam oder Christentum praktiziert. Die Verfassung schützt die Freiheit, jede Religion auszuüben und zu bekunden. Sie verbietet religiöse Diskriminierung, legt keine Staatsreligion fest und untersagt religiös begründete politische Parteien. Diese Freiheiten unterliegen angemessenen Einschränkungen im Zusammenhang mit nationaler Sicherheit, öffentlicher Ordnung, Anstand und Moral. Das Strafrecht verbietet religiöse Beleidigungen, die Störung religiöser Versammlungen und Worte, die religiöse Gefühle verletzen sollen. Das Ministry of Lands, Regional Government and Religious Affairs ist für religiöse Angelegenheiten zuständig. Der Supreme Islamic Council, kurz SIC, bietet muslimische Beratung unabhängig vom Staat an; der Gambia Christian Council vertritt eine christliche Koordinierungsstelle. Zu den muslimischen Gemeinschaften gehören sunnitische und Ahmadiyya-Gruppen. Christliche Gemeinschaften umfassen katholische, anglikanische, methodistische, baptistische und evangelikale Kirchen. Für religiöse Gruppen besteht grundsätzlich keine allgemeine Registrierungspflicht. Religionsbezogene Nichtregierungsorganisationen müssen sich jedoch nach denselben Regeln wie andere NGOs registrieren und lizenzieren lassen. Zum muslimischen Glauben gehören tägliche Gebete, das Fasten im Ramadan, Wohltätigkeit und religiöse Besinnung. Eid al-Fitr wird vor Ort Koriteh genannt, Eid al-Adha Tobaski. Außerdem werden Eid Milad-un-Nabi und Aschura begangen. Christliche Gemeinschaften feiern die Fastenzeit, Karfreitag, Ostermontag und Weihnachten. Islamische Feiertage richten sich nach dem Mondkalender. Ihre staatliche Anerkennung und der Status als arbeitsfreier Feiertag hängen daher von offiziellen Bekanntmachungen ab. Der Feiertag Koriteh 2026 wurde nach dem Ende des Ramadan bekannt gegeben. Der Präsident nutzt Feiertagsansprachen regelmäßig, um für religiöse Toleranz zu werben. An öffentlichen Schulen wird im Allgemeinen als Wahlfach ein akademischer Religionsunterricht über die großen Weltreligionen angeboten. Das Ministry of Basic and Secondary Education stellt Lehrkräfte, und die meisten öffentlichen Schulen bieten das Fach an, das die meisten Schüler belegen, obwohl es nicht verpflichtend ist. Privatschulen können eigene Programme zu Religion und Toleranz durchführen. Der Education Policy 2016–2030 umfasst ein Pilotprogramm namens Community Child Training in zwölf Zentren. Unter Leitung religiöser Personen richtet es sich an Kinder und Jugendliche und verbindet Koranunterricht oder islamische Werte mit Lesen und Schreiben, Mathematik sowie Alltagskompetenzen. Die Ahmadiyya-Gemeinschaft betreibt eine große, erschwingliche Schule nach Scharia-Grundsätzen. Ende 2023 war eine Klage über die Berücksichtigung des Schleiers in Privatschulen noch anhängig; ein abschließendes landesweites Ergebnis ist nicht belegt. In sieben Regionen gibt es Cadi-Gerichte beziehungsweise Scharia-Gerichte. Sie können über Ehe, Scheidung, Sorgerecht und Erbschaft entscheiden, wenn die beteiligten Parteien muslimisch sind. Zivilgerichte sind eine Alternative. Berufungen gegen Entscheidungen eines Cadi-Gerichts gehen an das Cadi Appeals Panel, dem ein Cadi und zwei Gelehrte des islamischen Rechts angehören. Das Justizministerium beglaubigt muslimische und kirchliche Eheschließungen. Für einen Antrag auf standesamtliche Eheschließung sind normalerweise mindestens zwei Wochen Vorlauf erforderlich. Die Zahlung muss mindestens 24 Stunden vor der Trauung erfolgen; Termine sind am Vormittag, üblicherweise von 09:00 bis 10:00 Uhr. Die angegebenen Gebühren betragen GMD 7.000, wenn beide Parteien gambische oder ECOWAS-Staatsangehörige sind, GMD 15.500, wenn eine Person gambische oder ECOWAS-Staatsangehörigkeit und die andere keine ECOWAS-Staatsangehörigkeit besitzt, und GMD 20.500, wenn beide keine ECOWAS-Staatsangehörigkeit haben. Eine kirchliche Lizenz kostet GMD 1.000; die Vorlage einer Cadi- oder Pastorbescheinigung kostet GMD 3.000. Für eine Scheidungsbescheinigung wird eine muslimische Heiratsurkunde benötigt; die Antragsgebühr beträgt GMD 3.000. Ehen zwischen Muslimen und Christen sind verbreitet; religiöse Unterschiede werden in Familien und Nachbarschaften häufig akzeptiert. Berichte beschreiben zudem eine Geschlechternorm, nach der von einer Ehefrau Konversion und von den Kindern die Religion des Ehemanns erwartet werden kann. Das ist eine soziale Praxis und keine allgemeingültige Rechtsregel. Gottesdienst und Zugang zu Gemeinschaften sind im Allgemeinen verfassungsrechtlich geschützt. Eine zentrale landesweite Liste von Gottesdienstgebühren gibt es jedoch nicht. Beiträge an einzelne Einrichtungen, Kosten für Zeremonien und Bestattungen sollten vor Ort bestätigt werden. Seit 2015 schließt der SIC Ahmadiyya-Mitglieder von Veranstaltungen des SIC und von muslimischen Friedhöfen aus. Das verursacht praktische Probleme beim Zugang als Minderheit, ist jedoch kein staatliches Verbot der Ahmadiyya-Ausübung des Glaubens. Religiöse Führungspersonen und staatliche Behörden beteiligen sich auch am Dialog. An einem zivilgesellschaftlichen Rundtischgespräch 2023 in Bakau und Tallinding nahmen nach Spannungen der SIC, der Gambia Christian Council und die Gambia Press Union teil. Der Nationale Dialog empfahl 2024 einen interreligiösen Ausschuss, Religionsunterricht zu Toleranz und eine stärkere Neutralität der Regierung. Die vollständige Einrichtung dieser Maßnahmen ist jedoch nicht bestätigt. Seit 2015 sind weibliche Genitalverstümmelung beziehungsweise Genitalbeschneidung, kurz FGM/C, strafbar. Die erste dokumentierte Verurteilung erfolgte 2023. Religiöse Führungspersonen sind uneins darüber, ob diese Praxis eine Grundlage im Islam hat. Der SIC forderte die Aufhebung des Strafverbots; andere muslimische Führungspersonen wiesen die Behauptung zurück, der Koran verlange die Praxis. Religiöse Argumente setzen das geltende Strafrecht nicht außer Kraft. Praktische Fragen betreffen häufig die zuständige Religionsgemeinschaft, die Stelle für eine familienrechtliche Angelegenheit, die Anerkennung einer Zeremonie, schulische Regelungen, Zugang zu Bestattungen oder Datum und Feiertagsstatus eines Gedenktags. Da Gebühren, Zeremonien, Friedhofszugang und offizielle Feiertagsbekanntmachungen sich ändern können, ist eine örtliche Bestätigung sinnvoll.
Religion in Gambia
Die Bevölkerung Gambias ist überwiegend muslimisch. Es gibt eine kleinere christliche Bevölkerung sowie kleine Bahai-, Hindu- und Eckankar-Gemeinschaften. Die Verfassung schützt das Recht, eine Religion auszuüben und zu bekunden. Das Strafrecht setzt religiöser Beleidigung und Störungen von Gottesdiensten Grenzen. Zum religiösen Leben gehören Moscheen, Kirchen, Ramadan, Koriteh, Tobaski, christliche Feiertage, religiöse Bildung, familienrechtliche Angebote und interreligiöser Dialog.
Tipp
Richte Entscheidungen zu Religion, Familie und Schule in Gambia nach der zuständigen Gemeinschaft, dem geltenden Rechtsweg und den erforderlichen Dokumenten aus. Bestätige Termine islamischer Feiertage, Zeremoniegebühren, Schulregeln und Zugang zu Bestattungen vor Ort, statt dich auf Erwartungen oder frühere Bekanntmachungen zu verlassen. Unterscheide religiöse Debatten vom Strafrecht, besonders bei Praktiken wie FGM/C.

