Die Naturräume Gambias bestehen aus drei miteinander verbundenen Zonen: Meeres- und Küstengebieten, dem Süßwasser- und Ästuarbereich entlang des Gambia-Flusses sowie den Landschaften im Landesinneren. Zu den Lebensräumen gehören Küstendünen, Strände, Mangroven, Salzmarschen, Salzflächen, Süßwassersümpfe, Gezeitenarme namens Bolons, Galeriewälder, guineische Savanne und Waldparks. Mangroven reichen entlang des Gambia-Flusses etwa 150 Kilometer flussaufwärts bis in die Nähe von Kaur. Diese Lebensräume dienen Fischen als Aufwuchs- und Laichgebiete, mindern Überschwemmungen, füllen Grundwasser wieder auf, stabilisieren Küsten, halten Sedimente und Nährstoffe zurück und speichern Kohlenstoff. Menschen sind außerdem auf sie angewiesen: für Fisch, Reisanbau, Brennholz, Holzkohle, Bauholz, Wildfrüchte, Heilmittel, Einfriedungen und Dachmaterialien. Zuständigkeiten teilen sich das für Umwelt und natürliche Ressourcen zuständige Ministerium, das Department of Parks and Wildlife Management (DPWM), das Department of Forestry, die National Environment Agency (NEA), das Department of Fisheries, Regionalregierungen, Gebietsräte und örtliche Gemeinschaften. Das Biodiversity and Wildlife Act 2003 regelt Naturschutz, die Ausweisung von Schutzgebieten und die Nutzung biologischer Ressourcen. Das National Environment Management Act 1994 weist der NEA eine koordinierende und durchsetzende Rolle zu. Das Forest Act 1998 samt Vorschriften unterstützt die Beteiligung von Gemeinschaften, die Verhütung von Bränden und partizipative Waldbewirtschaftung. Für größere Vorhaben kann nach den EIA-Vorschriften von 2014 eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich sein. Ein öffentliches Inventar von 2021 verzeichnete 23 Schutzgebiete mit insgesamt 94.709,1 Hektar, also etwa 8,6 Prozent der Landesfläche. Es führte neun namentlich genannte Nationalparks, Reservate oder Naturschutzgebiete sowie 14 ICCAs auf: von indigenen Völkern und örtlichen Gemeinschaften erhaltene Gebiete. Gesamtzahlen und Flächenangaben unterscheiden sich je nach Veröffentlichungsjahr und Definition. Prüfe deshalb den aktuellen Status und die Größe eines konkreten Gebiets, bevor du dich darauf verlässt. Zu den wichtigen Stätten gehören Abuko Nature Reserve, River Gambia National Park, Niumi National Park, Kiang West National Park, Bao Bolon Wetland Reserve, Tanji Bird Reserve, Tanbi Wetland National Park, Jokadou National Park und Kassan Conservation Area. Gambia hat drei Ramsar-Gebiete mit zusammen etwa 31.244 Hektar: Baobolon Wetland Reserve, Niumi National Park und den Tanbi Wetlands Complex. Ramsar-Gebiete sind Feuchtgebiete, die wegen ihres internationalen ökologischen Werts gelistet sind. Baobolon umfasst sechs große Bolons und verbindet Mangroven, Salzmarschen und Savannenwald; Reisdeiche und Fischaufzucht sind wichtige Merkmale. Niumi umfasst ein Mosaik aus Küsten- und Binnenfeuchtgebieten, das für Zugvögel, Seekühe, Otter und Westliche Stummelaffen wichtig ist. Tanbi ist ein Küsten- und Ästuarfeuchtgebiet mit Mangroven. Das Feuchtgebietssystem Niumi-Saloum erstreckt sich auch über die Grenze nach Senegal. Die veröffentlichten nationalen Artenzahlen hängen von Quelle und Jahr ab. Eine offizielle Bestandsaufnahme erfasste 117 Säugetier-, 576 Vogel-, 67 Reptilien-, 30 Amphibien- und 114 Fischarten. Neuere öffentliche Seiten nennen andere Vogelzahlen, darunter 560 landesweit oder mehr als 270 für einzelne Gebiete. Diese Werte sind nicht direkt vergleichbar. Besondere Aufmerksamkeit im Naturschutz gilt der Westafrikanischen Seekuh, dem Weißschulterotter, dem Westlichen Stummelaffen, dem Atlantischen Buckeldelfin, dem Nilkrokodil, dem Sitatunga, dem Fischadler und Schimpansen, die auf Baboon Island rehabilitiert werden. Gambia hat nur wenige Wildtierbestände, aber außergewöhnlich wichtige Vogelhabitate. Schutzgebiete sind kein frei zugänglicher Gemeinschaftsbesitz. Zugang, Führungen, Bootsfahrten, Fischerei und andere Tätigkeiten richten sich nach den Gebietsregeln, den Schutzzielen und örtlichen Vereinbarungen. Eine Nutzung durch Gemeinschaften ist nur im Rahmen dieser Bedingungen möglich. Das Fangen und Halten von Wildtieren ist verboten; Jagd und Handel mit tierischen Produkten sind streng eingeschränkt. Der Kauf solcher Produkte birgt rechtliche Risiken und schadet dem Naturschutz. Handwerkliche, industrielle und Binnenfischerei, Reisanbau in Feuchtgebieten sowie die Nutzung von Waldressourcen sichern Lebensgrundlagen. Sie können jedoch Laichgebiete, Mangroven und die natürliche Verjüngung schädigen, wenn sie gegen örtliche Regeln verstoßen. Die gemeinschaftliche Forstwirtschaft überträgt teilnehmenden Gemeinschaften schrittweise Bewirtschaftungsrechte und Nutzen. Das Verfahren beginnt mit einer vorläufigen Bescheinigung. Danach folgt ein Bewirtschaftungsplan für die erste Bewirtschaftungsperiode, eine Auswertung nach etwa 18 Monaten und gegebenenfalls die vollständige Übertragung der Besitzrechte. Zu Beginn des Verfahrens erhält die Gemeinschaft nicht sofort das volle Eigentum. Bei Fragen zum Zugang oder zur Bewirtschaftung können Gespräche mit dem DPWM oder den Forstbehörden helfen. Naturbezogene Erholung umfasst Vogelbeobachtung, Tierbeobachtung, Kanu- und Bootsfahrten durch Bolons, Fotografie und Ökotourismus. Häufige Ziele sind Abuko, Tanji, Kiang West, Bao Bolon und der River Gambia National Park. Abuko hat außerdem ein Umweltbildungszentrum und Beobachtungsverstecke für Fotografie. Bao Bolon wird üblicherweise über den Fluss oder per Boot erreicht. Eine landesweit einheitliche offizielle Liste mit Eintrittspreisen oder einheitliches Buchungssystem ist nicht bestätigt. Eintritt, Führungen, Boote und Öffnungszeiten können sich je nach Gebiet unterscheiden. Erkundige dich vor der Reise bei DPWM oder der zuständigen Stelle vor Ort. Die Regenzeit dauert meist ungefähr von Juni bis Oktober; in der Trockenzeit ist die Sicht oft besser, aber die Brandgefahr höher. Umweltbildung findet über Schulprogramme in Abuko, Bildungs- und Kommunikationsarbeit der NEA, Schulbesuche und Clubs, Gespräche mit Gemeinschaften, Medien und Lehrmaterialien statt. Nationale Pläne zur biologischen Vielfalt enthielten Ziele für Bewusstseinsbildung, nachhaltige Nutzung und traditionelles Wissen. Eine unabhängige Bestätigung der Erreichung sämtlicher politischer Ziele liegt jedoch nicht vor. Zu den großen Belastungen gehören Entwaldung und Waldfragmentierung, Rodung für die Landwirtschaft, die Nachfrage nach Brennholz und Holzkohle, Buschbrände, illegale Jagd, Wildtierhaltung in Gefangenschaft, Überfischung und schädliche Fanggeräte, Verschmutzung, Abfall, Chemikalien, invasive Arten, Küstenerosion, steigender Meeresspiegel, Versalzung von Süßwasserfeuchtgebieten und Grundwasserleitern, Dürren, Überschwemmungen sowie der Verlust von Mangroven, Salzmarschen und Nistgebieten von Schildkröten. Konflikte entstehen häufig zwischen Naturschutz und Siedlungsbau oder Reisanbau, zwischen dem Zugang örtlicher Gemeinschaften und Schutzgebietsregeln, dem Bedarf an Waldressourcen und ihrer Erneuerung, den Lebensgrundlagen der Fischerei und dem Schutz von Aufwuchsgebieten sowie Küstenentwicklung oder Sandabbau und dem Erhalt von Ökosystemen. Gebietsausweisungen können außerdem mit der Zuständigkeit für Staatsland zusammenwirken. Die NEA nimmt Beschwerden aus der Öffentlichkeit online, per E-Mail und über eine Hotline entgegen und nennt als Ziel, sie innerhalb von höchstens 48 Stunden zu bestätigen.
Natur in Gambia
Gambias Natur umfasst Küstendünen, Strände, Mangroven, Feuchtgebiete, den Korridor des Gambia-Flusses, Wälder, Savannen und Meereslebensräume. Diese Ökosysteme unterstützen Fischerei und Landwirtschaft, Hochwasserschutz, Grundwasserneubildung, den Schutz der Küsten, Kohlenstoffspeicherung und die Bereitstellung lokaler Rohstoffe. Schutzgebiete, Gemeinschaftswälder und naturbezogene Erholung helfen, diese Ressourcen zu erhalten. Landumwandlung, Überfischung, Brände, Verschmutzung, Erosion und Versalzung setzen sie jedoch weiterhin unter Druck.
Tipp
Behandle Aktivitäten in der Natur Gambias als standortabhängige Vorhaben und nicht als allgemeine Erlaubnis zum Betreten oder zur Entnahme von Ressourcen. Richte die Aktivität nach den Regeln und Schutzzielen des Gebiets aus, kläre Zugang und Kosten vor Ort und schone bei der Nutzung Mangroven, Feuchtgebiete, Laichgebiete und Wälder. Beziehe bei Bauvorhaben, strittigem Zugang oder unklaren Fragen zu Wildtieren frühzeitig DPWM, Forstbehörden oder NEA ein und dokumentiere Absprachen schriftlich.

