Das Informationsministerium überwacht die wichtigsten Medieninstitutionen Eritreas. Zu den staatlichen Sendern gehören Eri-TV, Channel 2, Dimtsi Hafash, Radio Zara und Radio Numa; ERINA liefert Nachrichten. Zu den Printmedien zählen Haddas Ertra, Eritrea Alhaditha, Eritrea Profile und Zeitschriften wie Shebab. Die aktuellen Informationsdienste des Ministeriums führen Printausgaben und Inhalte von Eri-TV auf. Dimtsi Hafash sendet in neun eritreischen Sprachen sowie auf Amharisch und Oromo über Kurzwelle, Mittelwelle, Satellit und UKW. Einige Sendungen nehmen direkte Anrufe entgegen und bieten Inhalte für Jugendliche. Unabhängige inländische Medien sind seit 2001 verboten oder geschlossen. Nach der Presseproklamation Nr. 90/1996 sind Radio und Fernsehen dem Staat vorbehalten, während Printmedien nur eritreischen Staatsangehörigen gehören dürfen. Eine Veröffentlichung erfordert eine Genehmigung des Informationsministeriums und eine Lizenz des Gewerbelizenzamts; Journalisten müssen registriert sein. Ausländische Journalisten benötigen eine jährlich zu erneuernde Genehmigung des Ministeriums, die ohne Begründung verweigert werden kann. Nicht genehmigte Veröffentlichungen oder journalistische Arbeit können zu Beschlagnahme, Lizenzentzug, Geldstrafen oder Haft führen. Formelle Regeln erkennen das Recht von Journalisten auf Zugang zu Informationen, den Schutz von Quellen und die Vereinigungsfreiheit an. Sie verpflichten auch zu Überprüfung der Angaben und zur Achtung von Privatsphäre, Würde und Schutz Minderjähriger. Die Veröffentlichung bestimmter Geheimnisse, als spaltend oder gewalttätig bewerteter Inhalte, nicht genehmigter Karten oder Bilder sowie bestimmter ausländischer Veröffentlichungen ist untersagt. In der Praxis bleiben der Informationszugang und der zivilgesellschaftliche Handlungsspielraum stark eingeschränkt. Die Vereinten Nationen meldeten 2025 weitreichende Beschränkungen. Im Weltpressefreiheitsindex 2026 lag Eritrea mit 10,24 Punkten auf Rang 180 von 180 Ländern. Journalisten waren langjähriger geheimer oder willkürlicher Haft ausgesetzt; eine verlässliche aktuelle Zahl gibt es nicht. Sendungen erreichen Menschen über lokale terrestrische Dienste und Satellitenübertragung; das inländische System wird staatlich kontrolliert. Es gibt keine verlässlichen Belege für eine lokale kommerzielle Over-the-Top-Streamingplattform. Onlineinhalte des Informationsministeriums und von Eri-TV, darunter YouTube- und Livestream-Inhalte, die das Ministerium 2026 meldete, bieten eine praktische Onlinealternative. Langsame und begrenzte Verbindungen erschweren jedoch den Zugang innerhalb Eritreas. EriTel ist der staatliche Anbieter für Telekommunikation und Informationstechnologie. Breitbandzugänge konzentrieren sich auf größere Städte und Siedlungen. Zu den von EriTel aufgeführten Datentarifen gehören 1 GB pro Monat für 1.000 NKF, 3 GB für 2.500 NKF, 10 GB für 4.000 NKF, 25 GB für 8.000 NKF, Night Lite für 500 NKF und Weekend für 1.500 NKF. Router und Installation können zusätzliche Kosten verursachen. Tarife können je nach Zeitpunkt und Ort variieren; mobile Daten sind nicht mit einem Festnetz-Breitbandanschluss gleichzusetzen. Laut ITU nutzten 2022 insgesamt 27 % der Bevölkerung das Internet. Für 2021 wurden je 100 Personen 50 Mobilfunkverträge und 25 aktive Mobilfunk-Breitbandanschlüsse erfasst. Festnetz-Breitbandverträge pro 100 Personen gab es keine; insgesamt waren etwa 5.000 solcher Anschlüsse verzeichnet. Internetsperren für Websites und Anwendungen, Überwachung und Selbstzensur beeinflussen die Online-Nutzung. Soziale Medien haben in der eritreischen Diaspora eine größere politische Bedeutung und Bedeutung für die Menschenrechte als im Land selbst, wo ihre Reichweite durch Zugangshürden und Überwachungsbedenken begrenzt ist. Zu den Alternativen in der Diaspora zählen Radio Erena, die BBC und Asena TV; im Land erreichen sie jedoch nur wenige Menschen. Ausländische Satellitenprogramme und Satellitenschüsseln gelten als grundsätzlich möglich, ihre aktuelle Verbreitung ist aber unklar. Anrufe bei staatlichen Radiosendern und formelle Kanäle für Printmedien sind die wichtigsten dokumentierten Möglichkeiten zur Beteiligung. Unabhängige zivilgesellschaftliche Gruppen sind verboten; für private Treffen mit mehr als sieben Personen ist eine Genehmigung erforderlich. Bei Medieninhalten mit Jugendlichen müssen Identität und Würde Minderjähriger geschützt werden, wenn sie einer Straftat verdächtigt oder Opfer einer Straftat sind. Es gibt staatliche Programme für Jugendliche und Kinder, aber keine verlässlichen Belege für eine unabhängige Medienaufsicht für Jugendliche, ein umfassendes Altersfreigabesystem oder ein spezialisiertes Verfahren für Onlinebeschwerden. Unterscheide daher zwischen formellen Verfassungsrechten, offiziellen Medienangeboten und den praktischen Beschränkungen durch staatliche Kontrolle, Überwachung, eingeschränkte Verbindungsmöglichkeiten und Zensur.
Medien in Eritrea
Die Medien in Eritrea sind formell etabliert, aber stark staatlich kontrolliert. Das Informationsministerium leitet die wichtigsten Sender und einen großen Teil des Printsektors. Unabhängige inländische Medien sind seit 2001 verboten oder geschlossen, sodass der Zugang zu vielfältigen Nachrichten stark eingeschränkt ist. Fernsehen, Radio, Satellitendienste und Onlineinhalte bestehen nebeneinander; langsame Verbindungen, Überwachung und Sperren begrenzen jedoch den praktischen Zugang. Die Verfassung erkennt Meinungs-, Presse- und Medienfreiheit an. Die dokumentierte Praxis umfasst Zensur und langjährige Inhaftierung von Journalisten.
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