Französische Bezeichnungen unterscheiden unter anderem zwischen qualifizierender Ausbildung (formation qualifiante) für Kurse mit Qualifizierungsziel, abschlussbezogener Ausbildung (formation diplômante) für Programme, die zu einem nationalen Abschluss oder einem Abschluss einer Partnereinrichtung führen, beruflicher Vertiefung (perfectionnement) zur Erweiterung beruflicher Kenntnisse, Anpassung an neue Aufgaben (adaptation) und Ausbildung zum Berufswechsel (reconversion). Das CFC der Universität Dschibuti bietet kurze qualifizierende Kurse, meist auf Anfrage staatlicher Verwaltungen oder Unternehmen, sowie längere abschlussbezogene Programme an. Qualifizierende Kurse enden mit einer Teilnahmebescheinigung (certificat de fin de formation); nur abschlussbezogene Programme führen zu einem nationalen Abschluss oder einem Abschluss einer anerkannten Partnereinrichtung. Das Verkehrs- und Logistikzentrum CEALT (CEALT) ist besonders auf Verkehr und Logistik ausgerichtet. ANEFIP bietet Berufsberatung sowie Programme zur Qualifizierung, Ergänzung, Anpassung, Umschulung, Unternehmensgründung und Berufsausbildung. Die Programme richten sich vor allem an Arbeitssuchende, junge Absolventen und arbeitslose Menschen. Die Anforderungen hängen von der jeweiligen Ausschreibung ab. Ein untersuchtes SKILLS-Programm (SKILLS) verlangte die dschibutische Staatsangehörigkeit oder einen rechtmäßigen Wohnsitz, eine Registrierung bei ANEFIP, einen Master-2-Abschluss, ein Alter von 25 bis 35 Jahren und etwa acht Monate Vollzeitverfügbarkeit. CFEN konzentriert sich auf Weiterbildung für Lehrkräfte, pädagogisches Personal, Aufsichtspersonal und Beschäftigte privater Bildungseinrichtungen. Auch Arbeitgeber und betriebliche Zentren bieten Weiterbildung an. Im betrieblichen Ausbildungszentrum Djibouti-Télécom-CNFDT (Djibouti-Télécom-CNFDT) liegt der Schwerpunkt auf beruflicher Vertiefung; der Internationale Autonome Hafen von Dschibuti (Port Autonome International de Djibouti) bietet unter anderem arbeitsplatzbezogene Anpassung (adaptation au poste) und fachbezogene Weiterbildung an. Es gibt zudem formale, gemeinnützige, konfessionelle und private Angebote. Das Bildungsministerium MENFOP trägt über seine Generaldirektion für Berufsbildung (Direction Générale de la Formation Professionnelle), gemeinsam mit CFEN, ANEFIP, der Universität Dschibuti, Arbeitgebern sowie Projekten von ADDS und Gebern, zu verschiedenen Teilen des Angebots bei. Öffentliche Berufsbildungsstrukturen gibt es in Dschibuti-Stadt und fünf Regionen; Zugang und Angebot sind regional ungleich. Geplante CSFOP- und CMSFOP-Strukturen sowie mobile Einheiten sollen die Reichweite verbessern. Die Dauer reicht von kurzen, bedarfsorientierten Formaten bis zu mehrmonatigen Programmen. Termine, Gebühren und Anforderungen richten sich nach Einrichtung und Ausschreibung. Für abschlussbezogene Angebote des CFC gelten Gebühren nach Tarifen, die durch Ministerialerlass und einen Beschluss des Verwaltungsrats der Universität Dschibuti festgelegt werden; qualifizierende Kurse werden einzeln bepreist. Eine landesweit einheitliche Gebühren- oder Finanzierungsregel ist nicht dokumentiert, und CFC-Teilnehmende erhalten kein staatliches Stipendium. Für Praktika von ANEFIP gelten gesonderte Regeln zu den Pflichten der Praktikantin oder des Praktikanten (Stagiaire), des Unternehmens, des Zentrums und von ANEFIP sowie zum Sozialversicherungsschutz. Junge Praktikanten sind während eines Praktikums in einem Unternehmen gegen Arbeitsunfälle versichert. Eine allgemeine Anerkennung selbstorganisierten Lernens und ein landesweites Leistungspunkt- oder Bildungskontosystem sind nicht dokumentiert. Das Angebot ist besonders für den Zugang zum Arbeitsmarkt, Berufswechsel und berufliche Weiterbildung in Verkehr und Logistik, Bau und öffentlichen Arbeiten (BTP), Informations- und Kommunikationstechnologien (TIC), Energie und Tourismus relevant. Gewöhnliche Erstausbildung, ein erster LMD-Studiengang und allgemeiner Spracherwerb gehören nicht zu diesem Bereich.
Berufliche Weiterbildung in Dschibuti
Berufliche Weiterbildung in Dschibuti wird häufig als berufliche Fortbildung (formation continue) bezeichnet. Dazu gehören qualifizierende Kurse, längere Programme mit Abschluss sowie Lernen, um sich an neue Aufgaben anzupassen oder den Beruf zu wechseln. Das Angebot ist zersplittert. Wichtige Anlaufstellen sind das Zentrum für Weiterbildung (Centre de Formation Continue) der Universität Dschibuti (Université de Djibouti), der Beschäftigungs- und Weiterbildungsanbieter ANEFIP, das Lehrkräftefortbildungszentrum CFEN, Arbeitgeber und weitere Einrichtungen. Einheitliche landesweite Regeln für Zugang, Gebühren, Bildungsdarlehen oder die Anerkennung selbstorganisierten Lernens sind nicht dokumentiert.
Tipp
Betrachten Sie berufliche Weiterbildung in Dschibuti als Einzelfallentscheidung und nicht als standardisierten landesweiten Bildungsweg. Klären Sie zuerst, ob Sie einen kurzen Kursnachweis, einen formalen Abschluss, eine Anpassung im aktuellen Beruf oder einen Berufswechsel benötigen. Prüfen Sie dann anhand der konkreten Ausschreibung den Anbieter, Zugang, Abschluss, Kosten und Termin.

