Nordkorea, offiziell Demokratische Volksrepublik Korea, hat eine Küstenlinie von etwa 3.070 Kilometern und rund 340 Inseln und Inselchen. Zu den Naturräumen gehören das Hochland um den Berg Paektu, ausgedehnte bewaldete Gebirge, Fluss- und Lagunensysteme, die Gezeitenfeuchtgebiete des Westmeers sowie Meeresgebiete an der Ostküste. Die Feuchtgebiete am Westmeer liegen am Ostatlantisch-Australasiatischen Zugweg, einem bedeutenden Vogelzugkorridor, und bieten Lebensraum für rund 180 Zugvogelarten, darunter 26 seltene Arten. Ältere landesweite Datensätze führen 10.012 Pflanzenarten und 9.795 Tierarten auf. Der Datensatz der Nationalen Strategie und des Aktionsplans zur biologischen Vielfalt verzeichnet 161 bedrohte Tierarten. Zu den Arten, die besonders im Mittelpunkt des Schutzes stehen, zählen Tiger, Leopard, Moschustier, Otter, Kraniche, Löffelreiher und Weißbauchspecht. Die meisten verfügbaren Biodiversitätsdaten stammen aus den Jahren 2006 bis 2018 und bilden deshalb die heutige Lage nicht vollständig ab. Der Schutz beruht auf mehreren sich überschneidenden Kategorien: strenge Naturschutzgebiete, Naturparks, Tierreservate, Pflanzenschutzgebiete, Zugvogel- und Feuchtgebietsreservate, Naturdenkmäler, Gewässer- und Pflanzenressourcenreservate sowie Schutzwälder. Die Nationale Strategie und der Aktionsplan zur biologischen Vielfalt verzeichneten 879.275 Hektar geschütztes Land, entsprechend 7,2 Prozent des Staatsgebiets, und sahen eine Ausweitung auf 8 bis 10 Prozent vor. Ein Ziel im Sechsten Nationalbericht verlangte, bis 2020 mindestens 11 Prozent der Landfläche und 10 Prozent der Küsten- und Meeresgebiete unter Schutz zu stellen; eine unabhängige Überprüfung dieses Ziels liegt nicht vor. Das Profil Nordkoreas in der Weltdatenbank für Schutzgebiete vom August 2026 führt 35 Schutzgebiete auf, enthält keine Bewertungen ihrer Verwaltung und bildet rund 3 Prozent der Gebiete als Flächenpolygone und 97 Prozent als Punkte ab. Diese Zahlen sind mit Vorsicht zu verwenden, da die Kartierung der Grenzen und ihre Vollständigkeit begrenzt sind. Fünf UNESCO-Biosphärenreservate verbinden streng geschützte Kernzonen mit Puffer- und Übergangszonen, in denen Forschung, Bildung, Tourismus oder geregelte Nutzung möglich sein können. Sie umfassen den Berg Paektu mit 132.000 Hektar, den Berg Kuwol mit 52.715 Hektar, den Berg Myohyang mit 74.501 Hektar, den Berg Chilbo mit 50.340 Hektar einschließlich 4.570 Meereshektar sowie den Berg Kumgang mit 254.076 Hektar einschließlich 8.469 Meereshektar. Der Berg Kumgang besitzt seit 2025 außerdem den Status eines UNESCO-Welterbes. Nordkorea hat zwei Ramsar-Gebiete, also international anerkannte Feuchtgebiete: das Zugvogelreservat Mundok mit 3.715 Hektar und das Zugvogelreservat Rason mit 3.525,7 Hektar. Der Nationale Koordinierungsausschuss für Umwelt, das Ministerium für Land- und Umweltschutz, das Forstministerium, das Fischereiministerium, die Staatliche Akademie der Wissenschaften, das Zentrum für Naturschutz, die Staatliche Hydro-Meteorologische Verwaltung und örtliche Volkskomitees erfüllen Aufgaben mit Naturbezug. Die Zuständigkeiten überschneiden sich; der Koordinierungsbedarf zwischen den Sektoren ist dokumentiert. Beim Berg Kumgang sind außerdem das Kabinett und die Nationale Verwaltung zum Schutz des Kulturerbes beteiligt. Zum wichtigsten Rechts- und Politikrahmen gehören das Umweltschutzgesetz von 1986, das Waldgesetz von 1992, das Gesetz über den Schutz landschaftlich reizvoller Orte und lebender Naturdenkmäler von 1995, Kulturerbegesetze, die überarbeitete Strategie und der Aktionsplan zur biologischen Vielfalt, das Übereinkommen über die biologische Vielfalt sowie das Nagoya-Protokoll, dem Nordkorea 2019 beitrat. Naturbezogene Arbeiten umfassen Waldwiederherstellung und Aufforstung, Einzugsgebiets-, Boden- und Gewässerschutz, den Schutz von Arten in ihren natürlichen Lebensräumen vor Ort und außerhalb dieser Lebensräume, Fischerei- und Wasserressourcenmanagement sowie den Schutz von Heilpflanzen der Koryo-Medizin. Lokale Landwirtschaft und Fischerei können mit Naturschutz vereinbar sein, wenn sie als Ressourcennutzung geregelt sind. Nachhaltiger Tourismus wird vor allem für Puffer- und Übergangszonen von Schutzgebieten beschrieben. Formelle Richtlinien sehen außerdem Umweltverträglichkeitsprüfungen, Überwachung und die Arbeit an Roten Listen bedrohter Arten vor. In den angeführten Primärquellen ist weder ein verlässliches landesweites öffentliches Zugangsrecht noch ein einheitliches Genehmigungsverfahren oder eine vollständige Gebührentabelle verfügbar. Der Zugang für Tourismus, Forschung oder Bildung hängt von Standort, Zone und Genehmigung ab. Beschriebene Aktivitäten konzentrieren sich auf geeignete Puffer- oder Übergangszonen und ausgewiesene Bildungsangebote. Biodiversitätsbildung findet im Grundschul-, Mittel- und Hochschulunterricht sowie über Fernsehen, Radio und Presse statt. Ökologische Bildung vor Ort ist für den Berg Myohyang dokumentiert; Bewusstseinsarbeit in Schutzgebieten, lokale Schulungen und Forschungsstationen sind geplant oder berichtet, ihre tatsächliche Reichweite lässt sich jedoch nur schwer unabhängig überprüfen. Zu den wesentlichen Belastungen gehören die übermäßige Nutzung von Waldressourcen für Brenn- und Bauholz, Entwaldung, Landgewinnung, Infrastruktur, Überweidung, Bodenerosion, Wasserverlust, Zerschneidung von Lebensräumen, Überfischung, invasive Arten und Verschmutzung. Der Klimawandel belastet Ökosysteme und die Ressourcennutzung zusätzlich durch veränderte Niederschläge, Dürren, Überschwemmungen und Hagel. Daraus entstehen Konflikte zwischen Naturschutz und Brennholzsammlung, Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Fischerei, Besiedlung, Infrastruktur und Tourismus. Als praktische Gegenmaßnahmen werden wiederholt Pufferzonen, ökologische Korridore und die Zusammenarbeit zwischen zuständigen Sektoren genannt; konkrete aktuelle Konflikte vor Ort sind jedoch nur teilweise dokumentiert. Die regionale Bedeutung unterscheidet sich stark: Für den Berg Paektu und andere Hochgebirge gelten andere Anforderungen als für die Feuchtgebiete am Westmeer, die Ostküste und Meeresgebiete oder Fluss- und Lagunensysteme mit stärker örtlicher Verwaltung.
Natur in Nordkorea
Nordkorea verfügt über ausgedehnte Gebirgs-, Wald-, Fluss-, Feuchtgebiets- und Küstenökosysteme. Etwa 80 Prozent des Landes sind gebirgig, rund 73 Prozent bestehen aus gemäßigtem Wald, und Wasserflächen bedecken etwa 6 Prozent des Staatsgebiets. Naturschutz umfasst Schutzgebiete, Biosphärenreservate, international anerkannte Feuchtgebiete, Artenschutz und geregelte Ressourcennutzung; Zugang und Zuständigkeiten unterscheiden sich je nach Standort und Zone.
Tipp
Behandeln Sie Naturzugang und Ressourcennutzung in Nordkorea standort- und zonenspezifisch; sie sind kein landesweit zugesichertes öffentliches Recht. Legen Sie zuerst Zweck und Ort fest und klären Sie danach zuständige Stelle, Genehmigung, Einschränkungen, Kosten und Zeitplan, statt Annahmen zugrunde zu legen. Geben Sie bei der Naturschutzplanung aktuellen Standortbelegen und der Qualität der Grenzdaten mehr Gewicht als Gesamtflächenangaben, da Kartierung und Informationen zur Verwaltung begrenzt sind.

