Das Familiengesetz Nordkoreas beschreibt die Familie als geschützte soziale und rechtliche Einheit. Berichten zufolge schützt das Gesetz Mütter und Kinder und wurde zuletzt am 7. Dezember 2004 geändert. Zentrale Behörden, lokale Volkskomitees, Einrichtungen der Staatssicherheit, Ämter für Bevölkerungsverwaltung, Standesämter, Gerichte und das Gesundheitsministerium übernehmen unterschiedliche Aufgaben in Familienangelegenheiten. Eine Eheschließung erfordert die freie Zustimmung eines unverheirateten Mannes und einer unverheirateten Frau. Das angegebene Mindestalter beträgt 18 Jahre für Männer und 17 Jahre für Frauen. Erzwungene, mehrfache, vorzeitige und bestimmte Ehen unter nahen Verwandten sind ungültig. Nach der Registrierung beim Standesamt wird eine Ehe rechtlich anerkannt und staatlich geschützt; ein Bericht des nordkoreanischen Staates besagt, dass das Zusammenleben als nicht registriertes Ehepaar verboten ist. Öffentliche Gebühren, Bearbeitungszeiten und die aktuelle Durchsetzung ließen sich nicht verlässlich überprüfen. Berichten zufolge haben Eltern die gleichen Pflichten, Kinder zu erziehen, im Alltag zu versorgen und ihre Gesundheit und Entwicklung zu schützen. Außerhalb einer Ehe geborene Kinder behalten dieselben Eltern-Kind-Rechte; Stiefeltern und Stiefkinder werden rechtlich wie leibliche Eltern-Kind-Beziehungen behandelt. Erhält ein Kind keine Unterstützung, kann staatliche Betreuung über Säuglingsheime, Waisenhäuser oder Internate erfolgen. Für eine Adoption sind eine Genehmigung durch das Amt für Bevölkerungsverwaltung und die Registrierung beim Standesamt erforderlich. Die Zustimmung der leiblichen Eltern oder des Vormunds ist nötig; ab sechs Jahren muss auch das Kind zustimmen. Anschließend entspricht die rechtliche Beziehung der zwischen Eltern und Kind. Die Geburtsregistrierung erfolgt bei der örtlichen Einrichtung der Staatssicherheit. Berichten zufolge müssen Eltern oder ein Vormund innerhalb von 15 Tagen nach der Geburt einen Antrag stellen; die Prüfung dauert Berichten zufolge ebenfalls bis zu 15 Tage. Die ausgestellte Geburtsurkunde hält die rechtliche Identität des Kindes fest. Nordkoreanische Berichte bringen die Registrierung mit dem Zugang zu Lebensmitteln, Wohnraum und Gesundheitsversorgung in Verbindung; die aktuellen Zugangsbedingungen, Kosten und ihre Durchsetzung sind jedoch nicht ausreichend überprüft. Familien nutzen das öffentliche Netz der medizinischen Grundversorgung, örtliche Kliniken, Kindertagesstätten, Hausärzte und Kindergesundheitstage. Eine Aufholkampagne von 2024 erreichte Berichten zufolge mit UNICEF und dem Gesundheitsministerium in allen 210 Kreisen mehr als 800.000 Kinder und 120.000 Schwangere. Die formelle Versorgung hat eine breite Abdeckung; zugleich sind Unterbrechungen der Versorgung, Qualitätslücken und regionale Unterschiede dokumentiert. Der Zugang zur reproduktiven Versorgung wird durch einen Mangel an wichtigen Verbrauchsmaterialien, Ausrüstung und Fachkenntnissen beeinträchtigt; Beratung zur Familienplanung und die Auswahl von Methoden sind Berichten zufolge begrenzt. Lebensmittelhilfe ist keine allgemeine Geldleistung für Familien. In einem Bericht des WFP zur Untersuchung „State of Food Security and Nutrition in the World“ von 2022 wurde die Zahl der Unterernährten auf etwa 10,7 Millionen geschätzt; für etwa 18 % der Kinder wurde eine Wachstumsverzögerung gemeldet. Zuteilungen über das Öffentliche Verteilungssystem liegen häufig unter dem Zielwert. Angereicherte Lebensmittel erreichen möglicherweise etwa eine Million Schwangere, stillende Mütter und Kinder, wenn der Betrieb es zulässt; außerdem werden Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Krankenhäuser und Internate unterstützt. Die Belege zum Kinderschutz sind unvollständig und veraltet. Die MICS-Erhebung von 2017 berichtete, dass 95 % der Kinder im Alter von 24 bis 59 Monaten an mindestens vier anregenden Aktivitäten mit Erwachsenen teilgenommen hatten. Für 16 % der Kinder unter fünf Jahren wurde angegeben, in der vorangegangenen Woche länger als eine Stunde allein oder unter Aufsicht eines Kindes unter zehn Jahren gewesen zu sein. Außerdem berichtete sie für 59 % der Kinder im Alter von einem bis 14 Jahren von körperlicher Bestrafung oder psychischer Aggression. Ein UNICEF-Programmbericht von 2024 beschrieb integrierte Schutzdienste in 333 von 514 Bezirken und Städten. Diese Zahlen belegen keine aktuelle landesweite Häufigkeit. Staatliche Berichte erklären alle Formen häuslicher Gewalt für verboten, doch aktuelle landesweite Fallzahlen, Hotlines, Schutzunterkünfte und verlässlich dokumentierte individuelle Schutzwege sind nicht verfügbar. Ein formelles Verbot belegt daher nicht, dass in einem konkreten Fall wirksamer Schutz erreichbar ist. Internationale Organisationen können Programme unterstützen; für UNICEF, WFP und UNFPA ist jedoch kein allgemeiner individueller Anspruch für jede Familie belegt. Mit der Scheidung endet die Ehe. Berichten zufolge haben Frauen dasselbe Recht auf Scheidung wie Männer. Die Eltern können sich zum Wohl des Kindes auf das Sorgerecht einigen; andernfalls entscheidet ein Gericht. Ein Kind unter drei Jahren wird grundsätzlich der Mutter zugesprochen, sofern nicht ein zwingender Grund für eine andere Regelung spricht. Berichten zufolge muss der Elternteil ohne Sorgerecht bis zum Eintritt des Kindes ins arbeitsfähige Alter Unterhalt in Höhe von 10 % bis 30 % des monatlichen Einkommens zahlen, je nach Zahl der Kinder. Gerichte können auch über Unterhalt und Familienvermögen entscheiden; aktuelle Gebühren, Fristen und die Durchsetzung lassen sich jedoch nicht überprüfen. Durch den Koreakrieg oder grenzüberschreitende Ereignisse getrennte Familien unterliegen einem politischen und punktuellen Verfahren statt eines regelmäßigen privaten Wegs. Im Januar 2024 gab die DVRK Berichten zufolge bekannt, dass sie die Wiedervereinigung mit der Republik Korea nicht länger anstreben werde. Der Status vieler getrennter Familienmitglieder ist unklar; Zugangsmöglichkeiten können sich mit den politischen Bedingungen ändern.
Familie in Nordkorea
Familie ist in Nordkorea sowohl eine rechtlich geschützte Beziehung als auch eine soziale Einheit, die sich um Ehe, Elternschaft, Fürsorge und Unterstützung im Haushalt organisiert. Eine Ehe wird nach der Registrierung bei einem Standesamt rechtlich anerkannt; die Geburt eines Kindes wird registriert und hält dessen amtliche Identität fest. Berichten zufolge hängt davon auch der Zugang zu Lebensmitteln, Wohnraum und Gesundheitsversorgung ab. Eltern teilen sich die Pflichten für Erziehung und tägliche Betreuung. Staatliche Gesundheits-, Betreuungs-, Lebensmittel- und Schutzangebote bestehen, doch Lieferunterbrechungen, regionale Ungleichheiten und begrenzte aktuelle Belege beeinflussen ihre praktische Umsetzung.
Tipp
Behandle Familienangelegenheiten in Nordkorea sowohl als rechtliche Verfahren als auch als praktische Zugangsfragen. Bewahre Unterlagen zu Identität, Ehe, Sorgerecht und Unterhalt zusammen auf, bestätige die aktuellen Anforderungen bei der zuständigen örtlichen Stelle und gehe nicht davon aus, dass ein formelles Recht zuverlässige Dienstleistungen oder wirksamen Schutz garantiert.

