Überschwemmungen und Sturzfluten verursachen die meisten gemeldeten Katastrophentodesfälle in Nordkorea. Von 1991 bis 2020 waren etwa 51 Millionen Menschen von Katastrophen betroffen und mehr als 3.000 starben. Allein von Dürren waren mehr als 31 Millionen Menschen betroffen. Überschwemmungen, Dürren und Stürme zusammen machten über 99 Prozent der gemeldeten Betroffenen aus. Waldschädigung und Bodenerosion erhöhen das Risiko von Überschwemmungen und Erdrutschen; der Klimawandel sorgt für zusätzliche Unsicherheit bei extremen Niederschlägen und Überflutungen. Nampo, Pjöngjang, Süd-Pyongan, Nord-Hwanghae und Süd-Hwanghae zählen zu den Gebieten mit hoher Gefährdung. Rund 22,43 Prozent des wirtschaftlichen Kapitalstocks sind Überschwemmungen, 95,01 Prozent starken Wirbelsturmwinden, 91,82 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion Dürren und 18,24 Prozent Überschwemmungen ausgesetzt. Küsten- und Hafeninfrastruktur ist zudem durch Sturmfluten und Salzeintrag gefährdet. Das nordkoreanische Gesetz zur Katastrophenvorsorge, Rettung und Wiederherstellung vom 27. Juni 2014 legt Pflichten für Katastrophenvorsorge, Rettung und Wiederaufbau fest. Das Staatliche Komitee für Notfall- und Katastrophenmanagement führt landesweit die Koordination. Provinz- und Kreisorgane für Katastrophenmanagement, zuständige Stellen in den Fachministerien und Volkskomitees übernehmen lokale Aufgaben. Die Staatliche Hydrometeorologische Verwaltung beobachtet und prognostiziert Wetter- und Wasserbedingungen. Das Geografische Informationsinstitut liefert Satelliten- und Karteninformationen. Warnungen können über staatliche und fachliche Organisationen, inländische Computernetzwerke, Telefon- und Mobilfunkdienste, Fernsehen, Fahrzeuge und mündliche Weitergabe in abgelegenen Dörfern verbreitet werden. Untersuchungen zur Flut in Nord-Hamgyong 2016 ergaben, dass Warnungen und Evakuierungen ausgelöst wurden. Die Wirksamkeit wurde jedoch durch ein geringes Warnbewusstsein, schwache Gefahrenzonenplanung, fehlende Standardverfahren, Lücken bei Messungen und Wasserüberwachung sowie mangelhafte lokale Umsetzung verringert. Zu den Vorsorgemaßnahmen gehören gemeindebasierte Katastrophenvorsorge, Verhütung von Hochwasserschäden und Wiederherstellung, Reparaturen an Flussufern und Deichen, Wiederaufforstung, Agroforstwirtschaft, Sanierung von Hängen, Verbesserungen der Bewässerung, Trockenlandwirtschaft, vielfältigere Anbaukulturen sowie netzunabhängige Solar- und Biogasanlagen. Diese Maßnahmen richten sich besonders an Genossenschaftsbetriebe und Kreise, die wiederholt Gefahren ausgesetzt sind. Eine verlässliche landesweite Notfall-Checkliste für Haushalte oder ein öffentliches Schutzraumverzeichnis ist nicht unabhängig bestätigt. Ebenso wenig sind ein landesweit verifiziertes öffentliches Notrufsystem, eine Selbstregistrierung oder ein einheitlicher Evakuierungsstandard belegt. Staatliche Stellen führen Rettung, Evakuierung, Nothilfe und Wiederaufbau. Die Rotkreuzgesellschaft unterstützt Suche und Rettung, Evakuierung, Erste Hilfe, Notfallausrüstung sowie Hilfe bei Wasser und Sanitärversorgung, oft gemeinsam mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. Zu den strategischen Vorräten können Planen, Kochsets, Steppdecken, Hygieneartikel, Materialien zur Wasseraufbereitung und Werkzeuge für Unterkünfte gehören. Evakuierungen werden üblicherweise durch Warnungen ausgelöst und lokal organisiert. Der Zugang Einzelner kann von behördlicher Genehmigung, Straßen, Kommunikation sowie verfügbaren Transport- und Unterkunftsmöglichkeiten abhängen. 2016 waren bei Überschwemmungen bis zu 16.400 Gebäude und 27.000 Hektar Ackerland betroffen; die Wasserversorgung für etwa 600.000 Menschen wurde unterbrochen. 2018 lag die Temperatur bis zu 11 °C über dem Normalwert, und Überschwemmungen betrafen etwa 340.000 Menschen; mehr als 11.000 wurden vertrieben. Taifun Lingling könnte 2019 etwa 5,3 Millionen Menschen gefährdet und 6.362 vertrieben haben. Der Wiederaufbau umfasst üblicherweise Häuser, Straßen, Brücken, Eisenbahnen, Wasser- und Abwassernetze, Deiche, Bewässerungssysteme, Schulen, Kliniken, Ackerland, Energieanlagen und Häfen. Die Regierung koordiniert den Wiederaufbau; UN-Organisationen, das Rote Kreuz und andere humanitäre Organisationen können Unterkunftsmaterial, Materialien für Wasser und Sanitärversorgung, Nahrung und landwirtschaftliche Betriebsmittel bereitstellen. Internationale Hilfe erfolgt üblicherweise auf Anfrage der Regierung und nach einer Bedarfsermittlung. Ausnahmen von UN-Sanktionen aus humanitären Gründen können nötig sein. Bewegungsbeschränkungen, Finanzierung, Bankverkehr, Einfuhren, Logistik und Überwachung können Lieferungen verzögern. Hilfe erreicht betroffene Haushalte und Gemeinden üblicherweise über staatliche Stellen, Genossenschaftsbetriebe oder Strukturen des Roten Kreuzes. Kinder, Frauen, Menschen mit Behinderungen und Personen in akuter Not werden häufig bevorzugt. Eine allgemeine Geldleistung, ein einheitlicher Entschädigungssatz oder eine feste landesweite Antragsfrist sind nicht verlässlich belegt.
Katastrophen in Nordkorea
Nordkorea ist vor allem von Überschwemmungen, Sturzfluten, Dürren und Taifunen betroffen. Weitere Risiken sind Erdrutsche, Sturmfluten, Salzeintrag und Hitze. Im Katastrophenmanagement wirken staatliche Behörden, örtliche Volkskomitees, Genossenschaftsbetriebe, das Rote Kreuz und internationale humanitäre Organisationen zusammen. Zugang zu Warnungen, Evakuierung und Hilfe hängt stark von lokalen Behörden, Infrastruktur, staatlichen Genehmigungen und verfügbaren Vorräten ab.
Tipp
Plane vorrangig für Überschwemmungen und Sturzfluten und berücksichtige anschließend Dürren, Taifunwinde, Hanglagen, Küstengefährdung und Hitze. Deine praktischen Möglichkeiten hängen von lokalen Anweisungen, Straßen, Kommunikationswegen, staatlichen Genehmigungen und verfügbaren Vorräten ab. Gehe daher nicht davon aus, dass eine landesweite Hotline, ein Schutzraumverzeichnis oder ein einheitliches Evakuierungsverfahren hilft. Kläre lokale Warnkanäle und Evakuierungspläne im Voraus und nutze staatliche Stellen, Genossenschaftsbetriebe oder das Rote Kreuz für Warnungen, Evakuierung und Hilfe.

