Nordkorea hat ein staatlich reguliertes Einzelhandelssystem neben marktorientiertem und informellem Handel. Staatliche Zuteilung und das staatliche Handelsnetz bleiben Teil des Systems, während staatliche Geschäfte (국영상점), Kaufhäuser und allgemeine Märkte unterschiedlichen Gruppen und Orten dienen. Private Verkäufer können an Marktständen tätig sein und Marktgebühren namens 장세 zahlen; ein Teil des Handels findet jedoch auch außerhalb formeller Regelungen statt. Sowohl die lokale Produktion als auch Importe, besonders aus China, beeinflussen das Angebot. Das Angebot an Lebensmitteln, Seife, Zahnpasta, Kosmetika, Haushaltswaren, Kleidung und Schuhen ist im Land nicht überall gleich verlässlich. Die größte dokumentierte Auswahl gibt es in Pjöngjang, während Rason ein eigenes Grenzhandelsumfeld hat. Geschäfte mit Fremdwährungen und Einkaufsmöglichkeiten für Besucher bilden nicht den gewöhnlichen Zugang der breiten Bevölkerung ab. Lokale Herstellung, importierte Produkte, Reparaturen und Wiederverkauf tragen alle zum praktischen Angebot an Kleidung und Haushaltswaren bei. Mobiltelefone, Elektronik und Haushaltsgeräte werden über staatliche Handelskanäle und Märkte verkauft. Elektronische Zahlungen und Smartphone-Dienste sind dokumentiert; für bestimmte Elektro-, Elektronik- und Reparaturdienstleistungen sieht das Gesetz eine 신용보증제 vor. Zugang zu Produkten, Dienstleistungen und Zahlungsinstrumenten hängt stark von Ort und Status ab. Der Onlinehandel ist zersplittert: Dienste wie Okryu, Sangyon und Kwangmyong sowie telefonische Bestellungen und manche Lieferdienste sind dokumentiert. Es gibt jedoch keine verlässlichen Belege für allgemeinen Einkauf über das offene Internet, einen standardisierten landesweiten Versand oder eine breite Abdeckung durch unabhängige Plattformen. Für gewöhnliche Barzahlungen ist der nordkoreanische Won die wichtigste Währung. Chinesische Yuan und US-Dollar können auf bestimmten Märkten, in Geschäften mit Fremdwährungen, in Grenzgebieten oder im Tourismussektor verwendet werden. Es gibt staatliche oder bankgebundene Karten und Anwendungen, darunter Jonsong (전성) und Narae (나래); ihre Reichweite und gegenseitige Nutzbarkeit sind jedoch unklar. Üblicher internationaler Karten- und Bankzugang wie in vielen anderen Ländern besteht nicht, und UN-Sanktionen beschränken bestimmte Finanzdienstleistungen, Bankbeziehungen und den Handel mit Luxusgütern. Preise können staatlich festgelegte Preise, Marktpreise oder ausgehandelte Preise sein. Marktpreise ändern sich mit Angebot, Kontrollen, Region und Importbedingungen; verlässliche landesweite Tabellen zu Produktpreisen oder Lieferzeiten gibt es nicht. Das Sozialistische Handelsgesetz (사회주의상업법) verbietet den Verkauf von Waren, die vorgeschriebene Prüfungen nicht durchlaufen haben, sowie von gefälschten oder verbotenen Waren. Es sieht Qualitäts- und Hygieneaufsicht, Entschädigung und Vertragsstrafen vor. Es gibt jedoch keine verlässlichen Belege für eine unabhängige Verbraucherorganisation, ein allgemeines Rückgabe- und Erstattungsrecht, eine transparente Beschwerdestelle oder eine durchgehend durchsetzbare Plattformgarantie. Die formelle Politik bezieht sich auf ressourcenschonende Produktion, Recycling, Wiederverwendung und die Rückgabe oder Wiederverwendung von Verpackungen. Landesweite Recyclingdaten und Belege für eine konsequente Umsetzung sind begrenzt. Reparatur, Weiterverkauf und Wiederverwendung haben daher praktischen Wert, ihre Verfügbarkeit hängt jedoch vom jeweiligen Ort ab. Käufer sind außerdem Risiken durch verbotene Waren, nicht genehmigten Handel, Schmuggel, Fremdwährungsgeschäfte und sanktionsbezogene Transaktionen ausgesetzt. Beobachtungen von Touristen oder die Einzelhandelssituation einer einzelnen Stadt belegen weder einen landesweiten Zugang noch eine rechtliche Erlaubnis.
Einkaufen in Nordkorea
Eingekauft wird in Nordkorea in staatlichen Geschäften, Kaufhäusern, auf Märkten und teilweise über informelle Kanäle. Allgemeine Märkte, 종합시장 oder Jangmadang genannt, bieten vielen Haushalten Zugang zu Lebensmitteln, Kleidung, Haushaltswaren und anderen zugelassenen Produkten. Verfügbarkeit, Preise und Zahlungsmöglichkeiten unterscheiden sich stark je nach Stadt, Einkommen, Status, lokalem Angebot und Zugang zu Fremdwährungen.
Tipp
Beurteile Einkäufe in Nordkorea anhand der konkreten Stadt, des Verkäufers, Vertriebskanals, der Währung und des Produkts. Wähle ein formelles Geschäft, wenn dir eine klarere Aufsicht wichtig ist, einen Markt, wenn es auf ein breiteres Alltagsangebot ankommt, und lokale Online-Dienste nur, wenn Zugang und Lieferung bestätigt sind. Gehe nicht davon aus, dass ein Geschäft mit Fremdwährung, eine Karte, Onlineplattform oder Rückgaberegelung auch anderswo gilt.

