Das Grundgesetz schützt die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und des religiösen Bekenntnisses. Menschen dürfen eine Religion haben, sie wechseln, gemeinsam ausüben oder ohne Religion leben. Das Christentum hat Geschichte, Feiertage, Gebäude und Bräuche stark geprägt. Besonders verbreitet sind die römisch-katholische Kirche und evangelische Landeskirchen, daneben bestehen orthodoxe Kirchen und zahlreiche Freikirchen. Jüdisches Leben gehört seit vielen Jahrhunderten zur Geschichte Deutschlands. Nach der Verfolgung und Ermordung im Nationalsozialismus tragen Schutz, Erinnerung und lebendige jüdische Gegenwart besondere Bedeutung. Muslimisches Leben ist vielfältig und wird durch unterschiedliche Herkunftsgeschichten, Glaubensrichtungen, Moscheegemeinden und persönliche Formen der Religiosität geprägt. Es gibt keine einzige Organisation, die für alle Musliminnen und Muslime spricht. Weitere religiöse Gemeinschaften sind etwa buddhistische, hinduistische, alevitische, jesidische und Bahá'í-Gemeinschaften. Innerhalb jeder Religion unterscheiden sich Überzeugungen und Alltagspraxis. Viele Menschen sind konfessionslos, agnostisch oder atheistisch. Auch humanistische und andere weltanschauliche Verbände gestalten Bildung, Beratung, Feiern und soziale Angebote. Religion erscheint im Alltag durch Gebete, Gottesdienste, Speiseregeln, Kleidung, Feste und Lebensfeiern. Wie stark jemand diese Formen nutzt, ist eine persönliche Entscheidung. Staat und Religionsgemeinschaften sind rechtlich unterschieden, arbeiten aber in einigen Bereichen zusammen. Beispiele sind Wohlfahrt, Seelsorge, Religionsunterricht, Feiertage und Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft. Konflikte entstehen, wenn Überzeugungen, Regeln und Rechte aufeinandertreffen. Respektvoller Austausch bedeutet, nachzufragen, niemandem einen Glauben zuzuschreiben und die gleichen Rechte anderer anzuerkennen.
Religion in Deutschland
Religion in Deutschland ist vielfältig und zugleich für viele Menschen keine persönliche Bindung. Christliche Kirchen, jüdische Gemeinden, muslimische Gemeinschaften, weitere Religionen und nichtreligiöse Weltanschauungen gehören zum gesellschaftlichen Leben.
Tipp
Frage Menschen respektvoll, welche Bezeichnung und welche Praxis für sie selbst passen. Plane bei gemeinsamen Terminen religiöse Bedürfnisse mit, ohne automatisch anzunehmen, dass jedes Mitglied einer Religion dieselben Regeln befolgt.

