Kriminalität wird vor Ort häufig mit Begriffen wie criminalité, délinquance, banditisme, braquage und enlèvement bezeichnet. Zu den gemeldeten Risiken gehören Tötungsdelikte, Entführungen, bewaffnete Raubüberfälle, schwere Körperverletzung, Einbruch, Taschendiebstahl auf Märkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln, Autodiebstahl, Erpressung, sexuelle Übergriffe und häusliche Gewalt. Auch Finanzbetrug und Liebesbetrug im Internet kommen vor. Verlässliche landesweite Kriminalitätsraten oder Abdeckungszahlen gibt es nicht. Gemeldete Fälle messen die Verbreitung nicht, denn Unsicherheit, Stigmatisierung und große Entfernung können Menschen davon abhalten, Hilfe zu suchen. Bangui ist im Vergleich zu vielen anderen Gebieten stabiler, doch die Lage kann sich rasch verschlechtern. In Außenbezirken Banguis, darunter PK5, kann es zu Aktivitäten bewaffneter Banden kommen. Außerhalb Banguis erhöhen bewaffnete Gruppen, Banditentum, Geiselnahmen, Autodiebstahl, Einbruch, illegale und offizielle Straßensperren, Erpressung und schwache staatliche Dienste das praktische Risiko. Polizei und Rettungsdienste sind in ländlichen und abgelegenen Gebieten wegen großer Entfernung, Unsicherheit, Personalmangel und Treibstoffknappheit möglicherweise schwer oder gar nicht erreichbar. Es gilt landesweit eine nächtliche Ausgangssperre von 00:00 bis 05:00 Uhr; laut kanadischen Hinweisen gibt es in Bangui eine Ausnahme. Die Police nationale, die Gendarmerie nationale und die Forces de sécurité intérieure sind für die öffentliche Sicherheit zuständig. Die Kriminalpolizei untersucht Straftaten. MINUSCA und UNPOL können internationale Unterstützung leisten, ersetzen jedoch nicht die örtlichen Strafverfolgungsbehörden. Gemeindepolizei, lokale Wachgruppen und Frühwarnkomitees können zusätzlichen Schutz bieten. In manchen Gebieten können Beschwerden auch über lokale Behörden, Gemeindevertreter, NGOs oder CIF-Mechanismen (Community Information Feedback) eingereicht werden. CIF-Zentren in Kaga-Bandoro, Bria, Bambari und Paoua bieten vertrauliche Rückmeldungen und Meldemöglichkeiten zu sexueller Ausbeutung und Missbrauch in lokalen Sprachen; sie sind jedoch kein Ersatz für die allgemeine Polizeiarbeit. Öffentliche Verzeichnisse nennen für Notfälle 117 für die Polizei und 2161-2200 für die Gendarmerie. Die Nummer +236 2161 3072 ist ebenfalls für Polizei, Rettungswagen, Feuerwehr und Meldungen zu vermissten Kindern angegeben. Öffentliche Angaben sind uneinheitlich; Nummern sollten daher vor einem Notfall örtlich überprüft werden. In Bangui müssen Betroffene manchmal den Polizeitransport bezahlen, weil Fahrzeuge und Kraftstoff knapp sind. Praktische Vorsichtsmaßnahmen sind, vertrauenswürdigen Transport im Voraus zu organisieren, in Gruppen zu reisen, Nachtfahrten und abgelegene Orte zu meiden, unauffällig aufzutreten, Türen und Fenster zu sichern, Ausweis und Kopien wichtiger Dokumente mitzuführen und sichtbare Wertsachen zu vermeiden. Setze dich bei einem bewaffneten Raub nicht zur Wehr. Meide Demonstrationen und Menschenansammlungen, sei bei offiziellen und inoffiziellen Straßensperren vorsichtig, verfolge lokale Medien und fotografiere keine Polizei-, Militär- oder Regierungsgebäude. Betroffene können medizinische, psychosoziale, rechtliche und auf Wiedereingliederung ausgerichtete Unterstützung über Gesundheitseinrichtungen, das Ministerium zur Förderung von Frauen und Kindern, UNICEF, UNFPA und NGOs suchen. Gemeindebasierte Schutznetzwerke von RECOPE und der UNICEF-Partner Esperance können Überweisungen an Krankenhäuser und psychosoziale Nachsorge unterstützen. Der zitierten Untersuchung zufolge erhielten nur 26 Prozent der Betroffenen sexueller Gewalt innerhalb von 72 Stunden rechtzeitig medizinische Versorgung; landesweit einheitliche Kosten und Fristen sind nicht zuverlässig dokumentiert. Stigmatisierung, Unsicherheit und Entfernung können den Zugang verhindern. Das Comité National de l’Aide Légale wird derzeit betriebsfähig gemacht. 2024 erhielten mehr als 21.000 Menschen, überwiegend Frauen und Mädchen, Schutz- oder Rechtshilfe; in den zitierten Falldaten erhielten 15 Betroffene Rechtshilfe. Der Sonderstrafgerichtshof kann fallbezogene finanzielle Wiedergutmachung zusprechen; eine allgemeine Entschädigungsgarantie gibt es nicht. Für Onlinekriminalität ist das Ministerium für digitale Wirtschaft, Post und Telekommunikation offiziell für Cybersicherheit, Cyberkriminalität und Datenschutz zuständig. Die mit der Präsidentschaft verbundene Zentralafrikanische Internet- und Sicherheitszelle (Cellule centrafricaine de sécurité informatique) führt die gebührenfreie Hotline 76 50 00 36 auf. Der Betriebsstatus spezialisierter Cyberkriminalitätsstrukturen und eines nationalen Computer-Notfallteams ist unklar; digitale Meldemöglichkeiten sind daher als zersplittert zu betrachten. Überweise kein Geld an Onlinekontakte oder angebliche Amtspersonen und bewahre Nachrichten, Zahlungsbelege, Kontodaten und weitere Beweise auf. Kinder sind besonders gefährdet, von bewaffneten Gruppen rekrutiert oder eingesetzt zu werden, sexuell ausgebeutet oder misshandelt zu werden, von ihren Familien getrennt zu werden, Kinderarbeit verrichten zu müssen und auf dem Schulweg angegriffen zu werden. Die Vereinten Nationen bestätigten 2025 733 schwere Verstöße gegen 479 Kinder, darunter Rekrutierung oder Einsatz von 331 Kindern; 406 ehemals zugehörige Kinder erhielten Unterstützung bei der Wiedereingliederung. Nach einem Protokoll von 2024 sollen freigelassene Kinder innerhalb von 24 Stunden an den nächstgelegenen zivilen Kinderschutzdienst übergeben werden. Der Nationale Rat für Kinderschutz ist seit 2024 tätig; eine unabhängige landesweite Jugendkriminalitäts-Hotline ist nicht dokumentiert.
Kriminalität in der Zentralafrikanischen Republik
Kriminalität in der Zentralafrikanischen Republik umfasst Gewaltverbrechen, Entführungen, bewaffnete Raubüberfälle, Diebstahl, sexuelle und häusliche Gewalt, Finanzbetrug und Onlinebetrug. Außerhalb Banguis und nachts ist das Risiko im Allgemeinen höher. Bewaffnete Gruppen, Banditentum, illegale Straßensperren und begrenzte öffentliche Dienste schaffen zusätzliche Gefahren in abgelegenen Gebieten. Polizei, Gendarmerie, Gemeinschaftsnetzwerke, internationale Organisationen und spezialisierte Hilfsdienste leisten Unterstützung, doch der Zugang bleibt zersplittert.
Tipp
Behandle persönliche Sicherheit in der Zentralafrikanischen Republik als Frage von Ort und Zeit, besonders außerhalb Banguis und nach Einbruch der Dunkelheit. Organisiere Transport, Kommunikation und Notfallkontakte vor einer Reise und nutze je nach Situation formelle Dienste, Gemeinschaftsnetzwerke oder spezialisierte Organisationen. Bleibe unauffällig, vermeide unnötige Gefährdung an Kontrollstellen und Menschenansammlungen und sichere Beweise nach einem Vorfall.

