Zu den formellen Strukturen für die Meldung von Straftaten und die Strafverfolgung in Burkina Faso gehören die Nationale Polizei (Police Nationale), die Nationale Gendarmerie (Gendarmerie nationale), die Justizpolizei (Police judiciaire) und der Staatsanwalt von Faso (Procureur du Faso). Im dritten Quartal 2025 registrierten die Behörden 21.997 allgemeine Straftaten und Delikte, darunter 12.123 Diebstähle, mehr als 2.300 Fälle von Cyberkriminalität, etwa 2.000 Betrugsfälle, 1.600 Fälle von Vertrauensbruch, 168 Fälle im Zusammenhang mit Diebesgut, 96 Vergewaltigungen und 31 Morde. Diese Zahlen sind registrierte Fälle und keine nationale Prävalenzrate. Im Vergleich zum vorherigen Quartal stieg die Cyberkriminalität um 20,30 Prozent und der Betrug um 4,72 Prozent, während Diebstahl um 13,60 Prozent, Vergewaltigung um 23,20 Prozent und Mord um 26,19 Prozent zurückgingen. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres stiegen Cyberkriminalität um 73,01 Prozent, Betrug um 18,65 Prozent, Diebstahl um 3,41 Prozent, Vergewaltigung um 11,63 Prozent und Mord um 6,90 Prozent. Bewaffnete Angriffe und Überfälle bleiben ein erhebliches praktisches Risiko. Im dritten Quartal 2025 wurden 303 bewaffnete Angriffe oder Überfälle registriert, mit 9 Todesfällen, 5 Verletzten, 19 gestohlenen Fahrzeugen und gemeldeten Bargeldverlusten von CFA 61.495.350. Sicherheitsberichte nennen landesweit außerdem Entführung, bewaffneten Raub, Einbrüche in Wohnungen und Carjacking als Risiken. Entführungen können sowohl in Ouagadougou als auch in stärker gefährdeten Gebieten der Regionen Sahel und Est vorkommen und eine Übergabe an terroristische Gruppen beinhalten; eine detaillierte Terrorismusbewertung gehört zu einem getrennten Sicherheitsthema. Verringern Sie Ihre Gefährdung, indem Sie Wertsachen nicht sichtbar tragen, nachts nicht allein zu Fuß unterwegs sind und nächtliche Reisen begrenzen. Reisen bei Tageslicht sind sicherer als bei Nacht, insbesondere auf Straßen außerhalb von Ouagadougou, wo Fahrzeugstopps, Überfälle auf Busse und bewaffnete Straßensperren vorkommen können. Variieren Sie Reisewege und Verhaltensmuster, beobachten Sie lokale Sicherheitswarnungen und seien Sie bei entsprechenden Warnungen in der Nähe von Menschenansammlungen, Märkten, Verkehrsknotenpunkten, Hotels, Bars und religiösen Stätten besonders vorsichtig. Ausländische Besucher sollten ihren Reisepass oder Aufenthaltstitel mitführen. Eine Anzeige kann an sieben Tagen pro Woche bei einer Polizeistelle, beim nächstgelegenen Kommissariat (commissariat) oder bei einer Gendarmerie-Brigade erstattet werden. Die Polizei kann eine Beschwerde aufnehmen; eine anonyme Meldung kann der Polizei oder über die Nummer 17 übermittelt werden. Die Nationale Gendarmerie ist rund um die Uhr unter 16 erreichbar. Die zuständige Stelle für Sicherheitswarnungen und Zeugenauskünfte (CNVA) nutzt die Nummer 1010. Der Polizeinotruf ist regional über ein zentrales Kommissariat organisiert. Bei dringenden Verletzungen ist in Ouagadougou der Dienst „medizinischer Notfalldienst (SAMU)“ unter 15 erreichbar; die Feuerwehr (Sapeurs-Pompiers) ist unter 18 erreichbar. Die Justizpolizei stellt Straftaten fest, sammelt Beweise, sucht nach Verdächtigen und leitet Fälle an den Staatsanwalt weiter. Die Koordinierungsstelle für polizeiliche und gendarmeriebezogene Zusammenarbeit (COSS) koordiniert die Zusammenarbeit von Polizei und Gendarmerie, gemeindenahe Polizeiarbeit und Prävention. Das Nationale Zentralbüro von INTERPOL in Ouagadougou (INTERPOL National Central Bureau) unterstützt grenzüberschreitende Ermittlungen. Digitale Kriminalität kann bei der Meldestelle für digitale Kriminalität (BCLCC) gemeldet werden, darunter Cyberbelästigung, Hacking, Identitätsdiebstahl, Online-Betrug, Phishing, Hassrede und Sextortion. Die BCLCC nimmt Online-Meldungen entgegen und bietet Nachverfolgung an; dringende Kontakte sind unter +226 25 39 58 42 oder +226 25 39 58 41 sowie per E-Mail an cybercrime@securite.gov.bf möglich. Der Dienst wirbt mit Vertraulichkeit, aber es gibt keine öffentlich festgelegte standardisierte Antwortzeit oder Gebühr. Für Frauen und Mädchen bietet die psychosoziale Unterstützungs- und Mediationsstelle für Frauen und Mädchen (MFSNF) psychosoziale Unterstützung und Mediation nach Gewalt an. Der Dienst gibt an, dass keine Dokumente und keine Gebühr erforderlich sind; für den Zugang muss man persönlich erscheinen und schildern, was geschehen ist. Die aktuelle landesweite Reichweite und die Verfügbarkeit von Unterkünften sind nicht vollständig dokumentiert. Ein historisch dokumentiertes Unterstützungszentrum für Opfer bot vorübergehende Unterkunft und Unterstützung durch einen Justizpolizeibeamten. Eine in der Justizverwaltung genannte Stelle (DAJAV) und eine in der Justizverwaltung genannte Stelle (FAJ) erscheinen in der Struktur der Justizverwaltung; eine Beschwerde und ein Antrag auf psychosoziale Unterstützung sind jedoch getrennte Wege. Eine Zivilklage als Nebenkläger kann eine Einzahlung bei der Gerichtskasse erfordern, wenn keine Rechtshilfe verfügbar ist; Betrag und Frist können nicht einheitlich angegeben werden. Bei einer minderjährigen Person weist die Polizeiseite darauf hin, dass ein Elternteil oder Vormund die Anzeige begleiten sollte. Die Jugendjustizdirektion (Direction de la Justice Juvénile), der Jugendrichter und die Kammer für Minderjährige bearbeiten unterschiedliche jugendbezogene Verfahren. Der Zugang zu Schutz und spezialisierten Diensten kann je nach Region variieren, insbesondere in konfliktbetroffenen oder von Notlagen geprägten Gebieten. Es gibt keine allgemeine Garantie für die Dauer von Ermittlungen, die Unterbringung in einer Unterkunft, Entschädigung oder physischen Schutz; der Zugang kann dort, wo die Unsicherheit besonders groß ist, praktisch eingeschränkt sein.
Kriminalität in Burkina Faso
Kriminalität in Burkina Faso umfasst Diebstahl, bewaffneten Raub, Entführung, Gewalt, Betrug und digitale Delikte. Registrierte Fälle von Polizei und Gendarmerie zeigen ein erhebliches Ausmaß an Diebstahl und Cyberkriminalität, messen aber nicht die tatsächliche Verbreitung der Kriminalität insgesamt. Das Risiko ist besonders in den Regionen Sahel und Est, in Grenzgebieten sowie bei Reisen außerhalb von Ouagadougou hoch; auch die Hauptstadt ist betroffen.
Tipp
Betrachten Sie die Sicherheit im Alltag in Burkina Faso als eine Entscheidung über Zeitpunkt, Reisewege und aktuelle Warnungen und nicht als allgemeine Statistik. Reisen Sie möglichst bei Tageslicht, vermeiden Sie es, nach Einbruch der Dunkelheit allein zu Fuß unterwegs zu sein, und ändern Sie Ihre Pläne, wenn Warnungen Straßen oder belebte Orte betreffen. Wenn etwas passiert, wählen Sie den Melde- oder Unterstützungskanal passend zur Situation: Polizei oder Gendarmerie für Strafanzeigen, Rettungsdienste bei Verletzungen, BCLCC für digitale Delikte und MFSNF für psychosoziale Unterstützung nach Gewalt gegen Frauen oder Mädchen.

