Familien in Burkina Faso haben unterschiedliche Formen. Ein Haushalt umfasst nicht immer alle verwandten Personen, während sich eine Familie über mehrere Haushalte erstrecken kann. 2019 gab es 3,488,258 Haushalte. Ein Haushalt hatte im Durchschnitt 4.4 Mitglieder in Städten und 5.6 Mitglieder in ländlichen Gebieten. Einpersonenhaushalte machten 9.6 % aus. In Städten waren Kernfamilien seltener und erweiterte Haushalte häufiger als auf dem Land. Das Familienrecht regelt wichtige Fragen zu Ehe, Abstammung, elterlicher Verantwortung, Adoption, Scheidung, Trennung, Schutz und Erbschaft. Seit dem 25. September 2025 gilt Gesetz Nr. 012-2025/ALT über das Personen- und Familiengesetzbuch (Loi n°012-2025/ALT portant Code des personnes et de la famille (CPF)); es ersetzt die Fassung des Familiengesetzbuchs von 1989. Für eine Ehe müssen beide Partner im Allgemeinen 18 Jahre alt sein und freiwillig zustimmen. Eine gerichtliche Ausnahme kann möglich sein. Zwangs- und Kinderehen sind nicht erlaubt. Eine standesamtliche Ehe kann monogam oder mit einer Option auf Polygamie geschlossen werden; Polyandrie ist nicht erlaubt. Eine traditionelle oder religiöse Ehe muss förmlich im Personenstandsregister (état civil) eingetragen werden (Transcription), damit sie nach dem CPF rechtliche Wirkung hat. Die elterliche Verantwortung liegt im Allgemeinen bei beiden Eltern. Sie umfasst Unterhalt, Fürsorge, Erziehung, Sicherheit und den Schutz der moralischen Entwicklung des Kindes. Die Volljährigkeit beginnt mit 18 Jahren. Die Abstammung wird hauptsächlich förmlich über das Personenstandsregister oder ein Gericht festgestellt. Eine Volladoption (adoption plénière) kann auch möglich sein, wenn die rechtliche Abstammung bisher nur für einen Elternteil festgestellt wurde. Eine einfache Adoption (adoption simple) kommt unter anderem nach Tod oder Handlungsunfähigkeit eines Elternteils sowie bei Erwachsenen in Betracht. Geburts- und Sterbeurkunden sichern die rechtliche Identität und erleichtern den Zugang zu Schule, Gesundheitsversorgung, Versicherung und Erbschaftsverfahren. Zuständig sind je nach Verfahren die Gemeinde (commune) oder das Rathaus (mairie), örtliche Personenstandsämter und die nationale Personenstandsbehörde (DGMEC). Digitale Register und eine staatliche Identifikationsnummer sollen die Dokumentation stärken. Ein erstinstanzliches Gericht (Tribunal de grande instance (TGI)) am Wohnort kann ein ergänzendes Geburtsurteil für eine im Ausland geborene Person mit burkinischem Elternteil ausstellen. Ein älteres UNICEF-Profil nennt eine Frist von 60 Tagen für Geburten und Todesfälle; Gebühren für Registrierung und Kopien sowie Kosten verspäteter Registrierung müssen nach aktuellem Verfahren vor Ort geprüft werden. In diesem Profil war die Registrierung eines Todes kostenlos. Bei einer einvernehmlichen Scheidung oder einem Antrag eines Ehepartners entscheidet das TGI. Eine Vereinbarung muss Kinder, Betreuung, Unterhalt und Vermögen regeln. Die rechtliche Trennung (séparation de corps) ist ein eigener Rechtsweg und keine gerichtliche Scheidung. Dorf- oder Nachbarschaftsgremien, die örtliche Gepflogenheiten anwenden, können Konflikte vermitteln, ersetzen aber keine gerichtliche Scheidung. Nach einem Todesfall gelten Regeln für Erbschaft (succession), Testamente (testament) und Schenkungen (donation). Bei Abwesenheit oder Vermisstenstatus kann ein gerichtliches Feststellungsverfahren notwendig sein. Fürsorge und Unterstützung werden hauptsächlich durch Familie, Verwandte und Gemeinschaft geleistet. Eine einheitliche staatliche Pflegeleistung für Angehörige ist nicht dokumentiert. Hilfen für Kinder und besonders schutzbedürftige Menschen verteilen sich auf Sozialdienste, Sozialarbeiter, Pflegefamilien, Gerichte, mobile Teams und gemeinsame Anlaufstellen. Gesundheitsstationen (CSPS), kommunale Gesundheitshelfer (ASBC) und GASPA-Unterstützungsstrukturen (GASPA) unterstützen besonders die Versorgung von Säuglingen und Kleinkindern im Alter von 6 bis 23 Monaten; der Zugang hängt jedoch von Region und Sicherheitslage ab. Bei Gewalt, Ausbeutung, Kinderehen, weiblicher Genitalverstümmelung, Familientrennung oder psychischer Belastung arbeiten staatliche Familien- und Sozialdienste mit Justiz, Gemeinden, UNICEF und Nichtregierungsorganisationen zusammen. 2025 wurden 1,862 unbegleitete oder von ihrer Familie getrennte Kinder registriert. Insgesamt erhielten 249,591 Menschen psychosoziale Unterstützung, darunter 195,314 Kinder und 54,277 Betreuungspersonen. Die Kinder-Hotline 116 ist dokumentiert; ihre aktuelle Verfügbarkeit sollte vor der Nutzung geprüft werden. Soziale Unterstützung steht nicht automatisch zur Verfügung. Das Einheitliche Sozialregister (Registre social unique (RSU)) dient als Grundlage für Zugang und Auswahl, garantiert aber keine Leistung. Voraussetzungen und Umfang hängen von Armut, Schutzbedürftigkeit, Schocks, Vertreibung oder Rückkehr sowie vom jeweiligen Programm ab. Das 2024 eingerichtete PAMPV-Programm (PAMPV) war nach Stand Juli 2026 noch nicht umgesetzt. Ein Resilienzprojekt für 2026 bis 2031 soll etwa 120,000 Haushalte mit ungefähr 720,000 Mitgliedern erreichen und rund 500,000 weitere Haushalte in das RSU aufnehmen. Zahlungen, Beträge und Dauer sind nicht allgemein festgelegt.
Familie in Burkina Faso
Familie in Burkina Faso umfasst dauerhafte Beziehungen und die Versorgung von Kindern, Verwandten und abhängigen Personen. Haushalt und Familie sind nicht dasselbe: 2019 waren 49.9 % der Haushalte vollständige Kernfamilien, 26.8 % erweiterte Haushalte, 8.1 % Alleinerziehendenhaushalte und 5.6 % zusammengesetzte Haushalte. Ehe, Abstammung, elterliche Verantwortung, Trennung, Fürsorge, Schutz und Erbschaft verbinden staatliche Regeln mit gewohnheitsrechtlichen, religiösen und informellen Praktiken.
Tipp
Sichern Sie zuerst die Personenstandsdokumente Ihrer Familie, denn fehlende Nachweise können den Zugang zu Schule, Gesundheitsversorgung, Versicherung und Erbschaft erschweren. Nutzen Sie für Ehe, Trennung und Abstammung das passende staatliche Verfahren und behandeln Sie gewohnheitsrechtliche oder religiöse Lösungen nicht automatisch als gleichwertigen Ersatz. Wenn Schutzbedarf, Vertreibung oder Armut eine Rolle spielen, hängt passende Unterstützung von Ort, Sicherheitslage und Programm ab.

