Der Sultan ist das Oberhaupt der offiziellen Religion. Der Islamische Religionsrat (Majlis Ugama Islam) berät in islamischen Angelegenheiten. Das Ministerium für religiöse Angelegenheiten (Kementerian Hal Ehwal Ugama (KHEU)) koordiniert zentrale religiöse Zuständigkeiten über Institutionen wie Pusat Da'wah Islamiah, das Amt für Islamwissenschaften, das Amt für Moscheeangelegenheiten, das Amt für Syariah-Angelegenheiten, das Amt für islamische Rechtsangelegenheiten, das Hajj-Amt und das Amt für Zakat, Waqaf und Baitulmal (JUZWAB). Zuständige Büros sind auch auf Bezirksebene in Brunei-Muara, Belait, Tutong und Temburong tätig. Muslimische Gebete finden in Moscheen und Gebetsräumen (Surau und Balai Ibadat) statt. Zum religiösen Alltag gehören Sembahyang Fardhu, Sembahyang Jumaat, Ramadan, Tarawih, Witir, Tadarus Al-Quran, Tahlil und Doa. Jeden Freitag schließen Regierungsstellen und Geschäftsräume landesweit von 12:00 bis 14:00 Uhr für das Freitagsgebet. Der Beginn des Ramadan und die Monatsbestimmung beruhen auf der Mondsichtung durch das Ministerium und den Rat. 2026 begann der Ramadan am 19. Februar, Nuzul Al-Quran fiel auf den 7. März und Hari Raya Aidil Fitri auf den 21. März; Ersatz- und zusätzliche Feiertage fielen auf den 23. und 24. März. Weitere islamische Feiertage 2026 waren Isra' Mi'raj am 17. Januar, Hari Raya Aidil Adha am 27. Mai, Ilal Hijrah am 17. Juni und Maulud Nabi Muhammad am 25. August. Mondabhängige Termine können durch amtliche Bekanntmachung angepasst werden. Während des Tages im Ramadan gelten gesetzliche Einschränkungen für Essen, Trinken und Tabakkonsum in der Öffentlichkeit. Die genaue Sanktion ergibt sich aus dem geltenden Syariah Penal Code, Cap. 275, in der überarbeiteten Fassung von 2024. Hajj-Anträge werden beim Hajj-Amt in Bandar Seri Begawan oder über Bezirksbüros in Belait, Tutong und Temburong eingereicht. Der Antrag wird von der betreffenden Person oder ihrer Familie gestellt, nicht von einer Paketagentur. Auf der Ministeriumsseite war eine Gebühr von 2 Brunei-Dollar für das Formular angegeben; dieser Betrag stammt aus einer Seitenfassung von 2023 und sollte vor der Antragstellung erneut geprüft werden. Die Auswahl hängt unter anderem von der Quote Saudi-Arabiens sowie Gesundheits- und weiteren Auswahlkriterien ab und erfolgt jährlich. Fitrah-Almosen (Zakat Fitrah) gelten für Musliminnen und Muslime mit ausreichendem Überschuss. Die Berechnung beruht auf 2,268 Kilogramm Reis oder dem aktuellen Reispreis. Eine Online-Zahlung ist möglich, beginnt im Ramadan und sollte möglichst vor dem Eid-Gebet erfolgen; Frist ist der 1. Shawwal. Der genaue Betrag kann sich mit dem Reispreis ändern. JUZWAB und TAIB sind zentrale Anlaufstellen. Die Halal-Food-Control-Abteilung des Amts für Syariah-Angelegenheiten ist für Halal-Zertifizierung, Halal-Kennzeichnungen, Einfuhrgenehmigungen und Kontrollen zuständig. Die rechtliche Grundlage bildet der Halal Certificate and Halal Label Order 2005. In einer amtlichen FAQ waren 50 Brunei-Dollar für eine Einfuhrgenehmigung angegeben; auch diese Gebühr sollte auf Aktualität geprüft werden. Ramadan-Werbung mit Halal-Bezug erfordert ein gültiges Halal-Zertifikat (Sijil Halal). Der Übertritt zum Islam wird von der Unit Pengislaman dan Bimbingan Muallaf des Islamic Outreach Centre (Pusat Da'wah Islamiah) in Kampong Pulaie oder von Da'wah-Stellen in Belait, Tutong und Temburong begleitet. Ab dem Alter von 14 Jahren sieht das recherchierte Verfahren eine siebenmonatige Selbstregistrierung vor; jüngere Antragstellende wenden sich über einen Elternteil oder Vormund an die Stelle. Üblicherweise sind Personalausweis oder Reisepass, zwölf Passfotos und, sofern verfügbar, zwei muslimische männliche Zeugen erforderlich. Ein islamischer Name wird empfohlen, ist aber nicht verpflichtend. Der Rat stellt die Übertrittsbescheinigung aus; eine Gebühr ist nicht veröffentlicht. Der Compulsory Religious Education Act, Cap. 215, gilt seit dem 1. Januar 2013. Muslimische Kinder im schulpflichtigen Alter, üblicherweise von sieben bis 15 Jahren, nehmen vorbehaltlich der gesetzlichen Wohnsitz- und Elternstatusanforderungen am Religionsunterricht teil. Die Anmeldung erfolgt bei einer MORA-Sekolah Ugama; eine ministerielle Befreiung kann möglich sein. Staatliche und private Schulen unterrichten außerdem Islamic Religious Knowledge und Melayu Islam Beraja. Weitere islamische Bildungswege sind die arabische Sekundarschule, Tahfiz und das SPUB-Programm. In Fällen mit mindestens einer muslimischen Partei und dem erforderlichen lokalen Bezug können das Islamic Family Law, Cap. 217, und die Syariah-Gerichte zuständig sein. Dies kann muslimische Eheschließung, Scheidung, Unterhalt und Vormundschaft betreffen. Zu den einschlägigen Funktionen gehören die des Chief Kadi, der Syar’ie-Richter, des Registrars für muslimische Eheschließungen, Scheidungen, Aufhebungen und Ruju' sowie des Jurunikah. Der Religious Council and Kadis Courts Act, Cap. 77, und der Syariah Courts Act, Cap. 184, ergänzen den institutionellen Rahmen. Die einschlägigen Pflichten oder Sanktionen hängen vom Status der betroffenen Person und den konkreten Umständen ab. Muslimische Bestattungen finden auf islamischen Friedhöfen oder über Moscheen mit Bestattungseinrichtungen (Jenazah-Einrichtungen) statt; die Koordination übernehmen das Ministerium und die Bezirksbüros. Lage und Kapazität der Friedhöfe können variieren. Für christliche, buddhistische und andere religiöse oder nichtreligiöse Gruppen belegen statistische Daten eine gesellschaftliche Präsenz, doch die geprüften amtlichen Quellen enthalten keine vollständige aktuelle Liste aller Gemeinschaften und Versammlungsorte. In diesen Quellen wurde kein unabhängiges nationales Gremium für interreligiösen Dialog identifiziert; daraus lässt sich nichts über informelle Dialogpraxis ableiten. Das Zentrum bietet Da'wah, Kurse, Beratung und Unterstützung für Konvertierte; MABIMS dient der regionalen islamischen Koordination. Für Gebete und Moscheebesuche ist keine veröffentlichte Eintrittsgebühr bekannt. Bildungs- und Gerichtsgebühren lassen sich nicht allgemein beziffern. Rechtsvorschriften, Feiertage, Mondsichtungstermine, Quoten, Öffnungszeiten, Gebühren und Sanktionen sollten vor konkreten Schritten erneut beim Ministerium, den zuständigen Gerichten oder der jeweiligen Institution geprüft werden. Die Informationen entsprechen dem Recherchestand vom 6. September 2026; die Religionsstatistiken reichen verlässlich bis 2021.
Religion in Brunei
Der Islam ist die offizielle Religion Bruneis und prägt Staat, Feiertage, Bildung, Halal-Regeln sowie Teile des Familien- und Strafrechts. Laut Verfassung dürfen andere Religionen in Frieden und Harmonie ausgeübt werden. 2021 waren 82,1 Prozent der Bevölkerung muslimisch, 6,7 Prozent christlich und 6,3 Prozent buddhistisch.
Tipp
Plane religiöse Termine und Behördengänge in Brunei anhand der aktuellen Angaben der zuständigen Stellen, besonders zu Ramadan, Hajj, Zakat Fitrah, Halal-Angelegenheiten und Übertritt. Prüfe vor jedem konkreten Schritt Datum, zuständige Stelle, Gebühr und Rechtslage erneut, da Mondsichtungen, Quoten, Gebühren und Sanktionen vom aktuellen Stand abhängen können. Kläre bei Bildungs-, Familien- oder Gerichtsangelegenheiten früh, welche Stelle für deinen Status und konkreten Fall zuständig ist.

