Zu Bruneis Natur gehören sieben Waldtypen: Mangroven, Strandwälder, Süßwassersumpfwälder, Torfsumpfwälder, Kerangas oder tropische Heidewälder, gemischte Dipterokarpwälder und Bergwälder. Gemischte Dipterokarpwälder machen etwa 41 Prozent der Wälder aus. Mangroven konzentrieren sich besonders auf die Brunei-Bucht und bedecken nach verfügbaren Angaben etwa 18.418 Hektar. Süßwassersümpfe umfassen etwa 12.668 Hektar, vor allem in Belait und Tutong; Torfsümpfe im Gebiet Belait und Badas bedecken mehr als 90.000 Hektar. Die Angaben zum Anteil der gesamten Landesfläche, der bewaldet ist, unterscheiden sich je nach Quelle und Bezugsjahr: Genannt werden etwa 72 Prozent, rund 81 Prozent oder mehr als 70 Prozent. Diese Werte lassen sich nicht ohne Weiteres gleichsetzen. Waldreservate bedecken etwa 41 Prozent des Landes, die Nationale Forstpolitik setzt ein Ziel von mindestens 55 Prozent, und das Gebiet Heart of Borneo umfasst etwa 58 Prozent der Landesfläche. Das Schutzsystem beruht hauptsächlich auf dem zentralen Forstgesetz (Forest Act) und den zugehörigen Durchführungsbestimmungen (Forest Rules). Es unterscheidet unter anderem Schutzwälder, Wirtschaftswälder, Erholungswälder, Naturschutzwälder und Nationalparks. Bedeutende Gebiete sind der Ulu-Temburong-Nationalpark und die Wälder von Batu Apoi, die Torfgebiete von Belait und Badas, die Mangroven der Brunei-Bucht, Tasek Merimbun, Bukit Batu-Sungei Ingei und Küstenwälder in Kerangas. Tasek Merimbun ist als Tasek Merimbun Heritage Park (Taman Warisan Tasek Merimbun) bekannt. Die Ausweisung als ASEAN-Heritage-Park verleiht jedoch nicht automatisch den Ramsar-Status (Ramsar); ein aktueller Ramsar-Status für Tasek Merimbun ist nicht dokumentiert. Auch das Meer gehört zu Bruneis Naturraum. Meeresschutzgebiete umfassen mehr als 20 Prozent der ausgewiesenen Fischereimanagementzone (Fisheries Management Area) und schützen unter anderem Korallenriffe sowie Aufwuchs- und Fortpflanzungsgebiete. Das Moratorium für Schleppnetzlizenzen gilt seit 2001. Der Fang und Handel mit Haifischflossen sind seit 2012 verboten. Das Fischereiamt verbindet Meeresschutz mit nachhaltiger Fischerei und naturbasiertem Tourismus. Zu den geschützten oder charakteristischen Arten gehören der Nasenaffe, der Orang-Utan, die Borneo-Lanzenotter, der Nebelparder, mehrere Nashornvogelarten, der Dugong sowie grüne Meeresschildkröten, Echte Karettschildkröten und Lederschildkröten. Das Torfgebiet Badas ist für Bestände von Shorea albida bekannt. Das nationale BRUN-Herbarium und das Botanische Forschungszentrum der Universiti Brunei Darussalam dokumentieren Pflanzen; das Zentrum betreut auf sechs Hektar mehr als 500 tropische Pflanzenarten. Das Forstamt verwaltet das Nationale Waldgebiet, die Waldbewirtschaftung, Schutzgebiete, Wildtiere, Erholungsgebiete, die Durchsetzung der Vorschriften und die Wiederherstellung von Wäldern. Das Fischereiamt ist für Meeresschutzgebiete und die marine Artenvielfalt zuständig. Das Amt für Landwirtschaft und Agrarlebensmittel ist die Verwaltungsbehörde für das internationale Übereinkommen über den Handel mit wildlebenden Arten (CITES). CITES ist das internationale Übereinkommen zur Kontrolle des Handels mit gefährdeten wildlebenden Tieren und Pflanzen. Das Museumsamt und das Ministerium für Kultur, Jugend und Sport sind mit dem Wildtier-Schutzgesetz (Wild Life Protection Act) und der Arbeit der Wildhüter verbunden. Das Forschungsinstitut für Biodiversität (UBD-IBER) und das Feldforschungszentrum Kuala Belalong (Kuala Belalong Field Studies Centre) betreiben Forschung, Bildung und Monitoring. Angaben zu den Zuständigkeiten einzelner Regierungsstellen können sich zwischen Regierungswebsites unterscheiden; die aktuelle Zuständigkeit sollte vor einer Antragstellung direkt überprüft werden. Das Gesetz zum Schutz wildlebender Tiere (Wild Life Protection Act) verbietet das Jagen, Töten oder Fangen geschützter Tiere ohne entsprechende Lizenz. Auch für den Verkauf oder Besitz von Tieren, Trophäen oder Fleisch kann eine Lizenz erforderlich sein. In einem Wildtierschutzgebiet (Wildlife Sanctuary) sind unter anderem Jagd, das Entfernen von Gegenständen, Feuer, Bauarbeiten, Rodungen und das Sammeln verboten. Eine schriftliche Erlaubnis des obersten Wildtieraufsehers (Chief Game Warden) kann gesetzliche Ausnahmen ermöglichen. Einfuhr, Ausfuhr und Wiederausfuhr geschützter Arten werden zusätzlich durch die Handelsverordnung für wildlebende Tiere und Pflanzen von 2007 (Wild Fauna and Flora Order 2007) geregelt. Nach verfügbaren Angaben kostet eine Ausfuhrlizenz für Wildtiere gemäß Cap. 102 pro Tier 50 BND oder für einen Monat 30 BND. Auf staatlichem Land dürfen Waldprodukte (Forest Produce) nur mit einer Lizenz entnommen werden. Für beschränkte Waldgebiete (Restricted Forests) kann der Zugang je nach Umständen über Lizenznehmer oder Amtspersonen, eine Zugangsgenehmigung (Entry Permit) oder eine Genehmigung des Direktors erfolgen. Ein Verstoß gegen die Zugangsbestimmungen des Forest Act kann mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000 BND oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Lizenzen des Formulars 1 dürfen höchstens zwölf Monate, Lizenzen des Formulars 2 höchstens einen Monat und Lizenzen des Formulars 3 höchstens drei Monate gültig sein. Bei Formular 1 und Formular 3 können eine Kaution, eine Abgabe und weitere Bedingungen gelten. Die Umwelt- und Bewirtschaftungsverordnung (Environmental Protection and Management Order Cap. 240) legt zusätzlich einen Rahmen für Genehmigungen und Umweltprüfungen fest, der unter anderem die Umwandlung von Torf- und Mangrovengebieten, Entwässerung und Rodungen in der Nähe von Parks oder Einzugsgebieten umfasst. Viele Erholungsgebiete sind öffentlich zugänglich, darunter Bukit Shahbandar mit 384 Hektar, Berakas mit 348 Hektar, Luagan Lalak mit 270 Hektar, Pulau Selirong mit 2.566 Hektar, Bukit Patoi mit 997 Hektar und Ulu Temburong mit 46.210 Hektar. Tumpuan Telisai umfasst etwa 2,62 Hektar, Sungai Liang etwa 66 Hektar und Tasek Merimbun ungefähr 2.500 Hektar. Zugang, Öffnungszeiten, Gebühren und örtliche Vorschriften unterscheiden sich. Für Ulu Temburong erfolgt die Anmeldung am Hauptsitz; in der Praxis ist meist eine organisierte Tour sinnvoll. Ein Tourismuseintrag nennt dort Öffnungszeiten von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr. Die Websites des Forstamts nennen keine allgemeine Eintrittsgebühr; kommerzielle Tourpreise sind davon getrennt und können sich ändern. Forschungs- und Bildungsprogramme reichen von jährlichen Projekten für Schulen der oberen Sekundarstufe (PRYNSA) bis zu Gemeindearbeit, Wiederaufforstung und Renaturierung. IBER arbeitet unter anderem mit Untersuchungsflächen von einem Hektar, Höhenlagenflächen von 0,25 Hektar und einer 25-Hektar-Fläche des KBFSC. Forschung in Schutzgebieten sowie die Entnahme oder Ausfuhr von Material erfordern je nach Projekt Zugangsgenehmigungen oder Ausfuhrgenehmigungen. Allgemeine öffentliche Preis- oder Fristentabellen für den Zugang zu Forschungszwecken sind nicht dokumentiert. Zu den natürlichen Belastungen zählen die saisonalen Nordost- und Südwestmonsune, trockenere Monate um Februar und März, durch El Niño verstärkte Dürren, Sturzfluten, Erosion, Wald- und Torfbrände sowie Rauchbelastung. Entwässerung und Schädigung erhöhen in Torfgebieten die Brandgefahr. Der Meeresspiegelanstieg und Versalzung belasten Torfgebiete und Feuchtgebiete; Erwärmung, Versauerung und Stürme bedrohen Korallenriffe. Weitere Belastungen entstehen durch invasive Arten, Verschmutzung, illegale Entnahme, Wildtierhandel, die Zerschneidung von Lebensräumen sowie Entwicklungs- und Tourismusdruck. Daraus entstehen Konflikte zwischen Landentwicklung und Waldvernetzung, Forstwirtschaft und Schutz, Meeresschutz und Fischerei sowie öffentlichem Zugang und der nötigen Ruhe empfindlicher Lebensräume.
Natur in Brunei
Brunei besteht größtenteils aus immergrünem tropischem Regenwald, Mangroven, Torfgebieten, Flusslandschaften, Küstengewässern und Korallenriffen. Schutzgebiete bewahren Lebensräume von Nasenaffen, Orang-Utans, Nashornvögeln, Dugongs und Meeresschildkröten. Nutzung, Forschung und Erholung sind je nach Gebiet, Schutzstatus und Genehmigungspflichten unterschiedlich geregelt.
Tipp
Plane jeden Besuch, jede Materialentnahme und jedes Vorhaben in Bruneis Naturräumen nach Schutzstatus und Zweck. Öffentliche Forstparks eignen sich für gewöhnliche Erholung; für Ulu Temburong solltest du die Anmeldung und eine organisierte Tour einplanen. Sobald du Tiere, Pflanzen, Proben, Torf, Mangroven oder Waldgebiete nutzen willst, kläre die erforderlichen Genehmigungen im Voraus.

