Botswana liegt überwiegend im trockenen Kalahari-Becken. Etwa zwei Drittel des Landes bestehen aus sandigen Kalahari-Böden; hinzu kommen Savannen, Trockenwälder, Grasland, saisonale Flüsse, Feuchtgebiete, Überschwemmungsflächen und Salzpfannen. Die Regenzeit liegt üblicherweise zwischen November und März, die trockenere Zeit hauptsächlich zwischen Mai und August. Der Wasserstand des Okavangodeltas hängt stark von Überschwemmungen aus Angola und Namibia ab; Chobe-Linyanti ist mit dem Sambesi-System verbunden. Etwa 38 bis 40 % der Landesfläche sind geschützt oder von einer Form nachhaltigen Biodiversitätsmanagements erfasst. Dazu zählen Nationalparks, Wildreservate, Wildlife Management Areas, Waldreservate und Controlled Hunting Areas; mehr als 17 % entfallen auf Nationalparks und Wildreservate. Bedeutende Gebiete sind der Chobe-Nationalpark, das Moremi-Wildreservat, das Central-Kalahari-Wildreservat, das Khutse-Wildreservat, die Makgadikgadi- und Nxai-Pan-Nationalparks, der Kgalagadi Transfrontier Park, das Northern-Tuli-Wildreservat und das Okavangodelta. Das Delta ist UNESCO-Welterbe und umfasst ein Ramsar-Gebiet von 5.537.400 Hektar. Schutzstatus bedeutet dennoch keinen uneingeschränkten Zugang, keine uneingeschränkte Nutzung und keine freie Entnahme. Botswana schützt unter anderem Elefanten, Löwen, Leoparden, Geparden, Afrikanische Wildhunde, Nashörner, Flusspferde, Büffel, Giraffen, Zebras und Gnus. Im Okavango-System leben mehr als 1.060 Pflanzenarten, 32 Großsäugerarten, mehr als 650 Vogelarten und 68 Fischarten. Zu bemerkenswerten Vogelarten gehören Klunkerkranich, Schieferreiher, Afrikanischer Scherenschnabel und Zwergflamingo. Landesweite Bestandsaufnahmen erfassen 3.096 Pflanzen-, 99 Fisch-, 131 Reptilien-, 44 Amphibien-, 252 Schmetterlings- und 152 Heuschreckenarten; bei Wirbellosen bestehen erhebliche Datenlücken. Das Ministry of Environment and Tourism koordiniert die nationale Politik. Die für Wildtiere und Nationalparks zuständige Behörde (Department of Wildlife and National Parks) verwaltet Wildtiere, Lebensräume, Parks und Reservate, erteilt Genehmigungen, überwacht Bestände und setzt Schutzregeln durch. Das Department of Environmental Protection bewertet Umweltauswirkungen und Umweltprüfungsverfahren. Das Department of Forestry and Range Resources ist für Vegetation, Wälder und Weideressourcen zuständig. Der Meteorological Service stellt Wetter- und Klimainformationen bereit. Gemeinschaften, Land Boards, lokale Räte, Community-Based Organisations und Community Trusts übernehmen je nach Gebiet weitere Aufgaben. Ein grenzüberschreitendes Koordinierungsgremium (OKACOM) koordiniert die Zusammenarbeit im Okavango-Becken. Die Natur Botswanas wird für Fototourismus, Pirschfahrten, geführte Wanderungen, Mokoro- und Bootstouren, Camping, nachhaltige Fischerei und in bestimmten Gemeinschaftsgebieten für regulierte Jagd genutzt. Gemeinschaftsbasiertes Naturressourcenmanagement (Community-Based Natural Resources Management), kurz CBNRM, verbindet Beteiligung von Gemeinschaften mit Naturschutz, Konzessionen, Camping, Jagdquoten, Tourismuseinnahmen und lokaler Beschäftigung. Für Pflanzen- und Wildtierprodukte wie Phane kann je nach Regelung und Gebiet ebenfalls eine Genehmigung erforderlich sein. Das neue CBNRM-Gesetz von 2025 stärkt die Verantwortung von Gemeinschaftsorganisationen, Rechenschaftspflichten und Einnahmenteilung; erforderliche Genehmigungen bleiben bestehen. Für Gruppenbuchungen in Parks, Reservaten und Campingplätzen ist das Department of Wildlife and National Parks zuständig. Staatsangehörige benötigen ihren nationalen Ausweis (Omang-Karte); Nichtstaatsangehörige benötigen Reisepass und gegebenenfalls Aufenthaltserlaubnis. Organisierte Angebote können zusätzlich eine Genehmigung des Reiseveranstalters erfordern. Die angegebene Bearbeitungszeit beträgt drei Arbeitstage; die Zahlung erfolgt im Voraus. Die angegebene Eintrittsgebühr beträgt pro Tag 75 BWP für Gruppen mit bis zu 30 Personen und 100 BWP für Gruppen mit 31 bis 50 Personen. Picknickplätze sind mit 50 beziehungsweise 75 BWP pro Tag angegeben. Freizeitfischerei setzt ein Mindestalter von 18 Jahren voraus; die offene Saison dauert in allen Gewässern vom 1. März bis zum 31. Dezember. Die Fischereigenehmigung wird beim Department of Wildlife and National Parks beantragt; die angegebene Bearbeitungszeit beträgt zwei Stunden. Die angegebenen Gebühren betragen für Staatsangehörige 30 BWP pro Monat oder 360 BWP pro Jahr und für Nichtstaatsangehörige 300 BWP pro Monat oder 600 BWP pro Jahr. Je nach Gewässer kann zusätzlich ein Schreiben einer Lodge oder eine Zutrittsgenehmigung der Water Utilities Corporation erforderlich sein. Für Umweltforschung ist ein Antrag mit Forschungsvorschlag, Lebenslauf und Ausweis oder Reisepass erforderlich. Die angegebenen Gebühren betragen 250 BWP für Staatsangehörige, 500 BWP für Personen mit Aufenthaltsrecht und 1.000 BWP für Nichtansässige; nach der Bewilligung folgt eine Vereinbarung. Die angegebene Bearbeitungszeit beträgt 40 bis 45 Arbeitstage. Umweltbildung in Parks steht Staatsangehörigen und Nichtstaatsangehörigen offen, ist den verfügbaren Angaben zufolge kostenlos und benötigt je nach Fall fünf bis 15 Arbeitstage. Eine Lizenz für professionelle Guides gilt ein Jahr. Staatsangehörige müssen mindestens 18 Jahre alt sein und Botswana General Certificate of Secondary Education (BGCSE) oder Cambridge Overseas School Certificate (COSC), ein Jahr einschlägige Erfahrung und einen Führerschein der Klasse B vorweisen. Nichtstaatsangehörige müssen mindestens 21 Jahre alt sein, eine Sekundarschulbildung abgeschlossen haben und einen Führerschein besitzen. Beide Gruppen absolvieren eine theoretische und praktische Prüfung; die angegebene Bearbeitungszeit beträgt 48 Arbeitstage. Kommerzielle Umweltfilmaufnahmen erfordern eine Prüfung durch das Film Approval Committee und eine Vereinbarung. Die angegebene Bearbeitungszeit beträgt 30 Arbeitstage; die Filmgebühr beträgt 5.000 BWP für Staatsangehörige und Personen mit Aufenthaltsrecht sowie 10.000 BWP für Nichtstaatsangehörige. Fotografieren ist für Staatsangehörige und Personen mit Aufenthaltsrecht kostenlos; für Nichtstaatsangehörige sind 1.000 BWP angegeben. Vorhaben in Nationalparks, Wildreservaten, Wildlife Management Areas, Feuchtgebieten, Überschwemmungsflächen, wichtigen Brutgebieten, Schutzgebieten, Gebieten mit seltenen oder gefährdeten Arten sowie in einer Entfernung von bis zu einem Kilometer von offenen Oberflächengewässern benötigen nach den Environmental Assessment Regulations ein Dokument zur Umweltprüfung. Dies gilt auch für grenzüberschreitende Vorhaben und bestimmte sensible Rohstoffabbauprojekte. Zuständig ist das Department of Environmental Protection. Betroffene und interessierte Personen können Stellung nehmen; eine öffentliche Anhörung kann erforderlich sein. Eine Entscheidung kann innerhalb von 30 Tagen beim Appeals Committee angefochten werden. Transport, Einfuhr und Ausfuhr von Wildtieren unterliegen zusätzlichen Genehmigungen und gegebenenfalls CITES-Anforderungen. Dürre, extreme Hitze, Wasserknappheit, saisonale Überschwemmungen, veränderte Niederschläge, sinkende oder zeitlich verschobene Okavango-Überschwemmungen und Buschfeuer beeinflussen Zugang und Ökosysteme. Die Feuersaison dauert ungefähr von Mai bis November. Parkstraßen und Zufahrtswege können durch Überschwemmungen, Feuer oder Dürre beschädigt, eingeschränkt oder gesperrt werden. Weitere Belastungen sind Lebensraumverlust, Ausdehnung von Siedlungen und Viehhaltung, Wilderei, illegaler Wildtierhandel, invasive Nil-Tilapia, nicht nachhaltige Wassernutzung und Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren. Elefanten, Löwen und andere Raubtiere können Felder, Vieh, Eigentum und Menschen gefährden. Für 2025 werden 6.155 Fälle von Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren sowie Entschädigungszahlungen von 28.665.000 BWP angegeben. Die National Strategy and Action Plan for Human-Wildlife Conflict 2025–2030 sieht unter anderem Meldungen, Zäune, den Schutz gemeinschaftlich genutzter Felder, besseres Wasser- und Zaunmanagement und Maßnahmen des Department of Wildlife and National Parks gegen problematische Tiere vor. Entlang der Südgrenze von Makgadikgadi und Nxai Pan wurde ein 140 Kilometer langer, nicht tödlicher Elektrozaun errichtet. Anspruchsberechtigte Arten, Sätze und Bedingungen für Entschädigungen hängen vom geltenden Recht und Verfahren ab.
Natur in Botswana
Botswanas Natur umfasst Kalahari-Landschaften, Savannen, Wälder, Grasland, Feuchtgebiete, Überschwemmungsflächen und Salzpfannen. Bedeutende Naturgebiete sind das Okavangodelta, Chobe-Linyanti, die Makgadikgadi- und Nxai-Pfannen, der Tuli Block und das Kalahari-Sandveld. Nationalparks, Wildreservate, Wildlife Management Areas und weitere Schutzgebiete erhalten Lebensräume, erlauben aber nicht automatisch uneingeschränkten Zugang oder kostenlose Ressourcenentnahme. Wildtiere, Wasser, Weideland und Pflanzen werden durch Genehmigungen, Schutzregeln und gemeinschaftliche Nutzungssysteme geregelt.
Tipp
Planen Sie Aufenthalt oder Vorhaben in Botswana zunächst nach Zweck, Gebiet und erforderlicher Genehmigung. Für Besuche, Angeln, Forschung, Umweltbildung, Guiding, Fotografie, Filmaufnahmen und gemeinschaftliche Nutzung gelten unterschiedliche Anforderungen, Gebühren und Bearbeitungszeiten. Rechnen Sie mit saisonalen Sperrungen, Überschwemmungen, Feuer, Dürre und möglichen Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren.

