Der Botswana Police Service (BPS) ist landesweit für Polizeieinsätze, Kriminalermittlungen und Unterstützungsdienste zuständig. Die Criminal Investigation Department untersucht Straftaten; Cyber Forensics, Forensic Science Services sowie die Gender and Child Protection Branch bearbeiten spezialisierte Fälle. Das Land hat fünf Polizeidivisionen. Die Zahl der registrierten Straftaten sank von 159.680 im Jahr 2023 auf 146.529 im Jahr 2024. Straftaten nach dem Penal Code machten 107.757 Fälle beziehungsweise 73,5 Prozent aus; weitere Gesetze ohne Verkehrsstraftaten betrafen 38.772 Fälle. Elf ausgewählte schwere Straftaten gingen um 14,6 Prozent auf 14.560 Fälle zurück; in allen Polizeidivisionen wurden Rückgänge verzeichnet. South Central erfasste 36,9 Prozent der gemeldeten Straftaten, gefolgt von North Central mit 19,8 Prozent und North West mit 9,6 Prozent. Diese Zahlen zeigen bei der Polizei eingegangene Meldungen und sind kein vollständiges Maß für die Zahl der Betroffenen. Eigentumsdelikte blieben die größte Gruppe. Viehdiebstahl betraf 2024 2.291 Fälle, ein Rückgang von 17,8 Prozent. Die Polizei registrierte drei Menschenhandelsfälle mit vier Opfern, gegenüber neun Fällen mit 50 Opfern 2023, sowie 13 Fälle von Menschenschmuggel mit 37 Betroffenen, gegenüber keinem Fall 2023. In den verfügbaren Daten zu gezielt erfassten Opfern waren überwiegend Frauen vertreten; die registrierten Täter in diesem Datensatz waren überwiegend Männer. Eifersucht und Streit waren häufige erfasste Motive bei Mordfällen; Messer waren bei schweren Straftaten die häufigste Waffe. Vergewaltigung, Morddrohungen, Mord und Kraftfahrzeugdiebstahl wurden häufig am Wohnort des Opfers gemeldet, sexuelle Ausbeutung Minderjähriger (defilement) oft am Wohnort des Täters. Betroffene, Zeugen und andere Personen können einen Vorfall bei einer Polizeistation oder einem Polizeiposten oder einer nahegelegenen Polizeikraft melden. Für Notfälle gilt 999. Die Meldung sollte schildern, was wann und wo geschehen ist, sowie bekannte Angaben zu Verdächtigen, Waffen und Zeugen enthalten. Für die Erstmeldung sind keine Dokumente erforderlich; die Meldung ist kostenlos. Der BPS-Reaktionsstandard beträgt in städtischen Gebieten 16 Minuten und in anderen Gebieten 60 Minuten, wobei die tatsächliche Reaktion von Ort und Umständen abhängt. Ein Police Incident Report für Betroffene oder gesetzliche Vormünder kann innerhalb von drei Arbeitstagen bei jeder Polizeistation mit Omang oder Reisepass beantragt werden; ein Portal nennt eine Gebühr von BWP 21. Die Gender and Child Protection Branch bearbeitet geschlechtsspezifische Gewalt und Kindesmissbrauch. Sie bietet opferfreundliche Räume, Vertraulichkeit und Überweisungen an Gesundheitseinrichtungen. Botsuana hat acht Child Friendly Centres, die mit Audio- und Videotechnik zur Aufnahme von Aussagen von Kindern ausgestattet sind. Die gebührenfreie GBV-Hotline lautet 0800 600 144. Wer unmittelbar gefährdet ist, sollte 999 anrufen. Eine betroffene Person kann beim Magistrates Court kostenlos eine Schutzanordnung (restraining order) beantragen; für dringende Fälle ist eine Dringlichkeitsbescheinigung (urgency certificate) verfügbar. Eine landesweite Versorgung mit Schutzunterkünften und Entschädigungsangeboten ist durch die verfügbaren Belege nicht nachgewiesen. Cyberkriminalität umfasst Fälschung, Betrug, unbefugten Zugriff, obszönes Material und missbräuchliche elektronische Kommunikation. 2024 registrierte der BPS 320 Cyberbedrohungen, 2.993 Fälle von kommerziellen Computer- und Netzwerkdelikten, 104 Fälle von Cyberbelästigung, 104 Fälle anstößiger elektronischer Kommunikation, 44 Fälle von Cyberbetrug, 24 Fälle von Cybermobbing, 23 Fälle von Cyberstalking und sieben Fälle von Cybererpressung. Cybererpressung nahm gegenüber dem Vorjahr um 250 Prozent zu; kommerzielle Computer- und Netzwerkdelikte gingen um 4,4 Prozent zurück. Cyber Forensics ist unter +267 3914835 erreichbar. Bewahren Sie Nachrichten, Kontodaten, Zahlungsbelege und andere digitale Beweismittel, bevor Sie sie löschen oder verändern. Prävention verbindet Polizeiarbeit mit Strukturen in den Gemeinschaften. Ende 2024 betrieb Safer City 1.322 CCTV-Kameras in Gaborone und Francistown; eine Ausweitung auf Tlokweng, Ramotswa und Mogoditshane wurde gemeldet. Außerdem gab es in Botsuana 892 Neighborhood-Watch-Gruppen, 1.072 Cluster-Policing-Strukturen, 229 Farmers Committee Forums, 66 Business Community Forums, vier Security Committees, 11 Child Protection Committees und 169 Crime Prevention School Clubs. Community Policing und Cluster Policing beziehen Dikgosi und örtliche Gemeinschaften ein. Die Arbeit des BPS an Schulen und öffentlichen Orten richtet sich gegen Risiken wie Diebstahl, Drogenhandel und -konsum, Mobbing, Raub, Messer und Banden. Erkenntnisse aus Maun 2025 sind örtlich begrenzt und sollten nicht auf das ganze Land übertragen werden. Zu den alltäglichen Vorsichtsmaßnahmen zählen gesicherte Zugänge und Fahrzeuge, nicht offen sichtbare Wertgegenstände und frühzeitige Hilfe, wenn Bedrohungen auftreten.
Kriminalität in Botsuana
Kriminalität in Botsuana umfasst Eigentumsdelikte, schwere Gewalt, geschlechtsspezifische Gewalt, Kindesmissbrauch, Cyberkriminalität, Viehdiebstahl, Menschenhandel und andere rechtswidrige Handlungen. Eigentumsdelikte machten etwa die Hälfte der 146.529 von der Botswana Police Service 2024 erfassten Straftaten aus. Polizeistatistiken bilden registrierte Fälle ab, nicht das gesamte Ausmaß der Kriminalität, denn manche Vorfälle werden nie gemeldet.
Tipp
Reagieren Sie auf unmittelbare Gefahr sofort über 999 und sichern Sie bei anderen Fällen zunächst die wichtigsten Angaben und Belege. Wählen Sie den Meldeweg passend zum Vorfall: Polizei für allgemeine Straftaten, die Gender and Child Protection Branch bei geschlechtsspezifischer Gewalt oder Kindesmissbrauch und Cyber Forensics bei digitalen Angriffen. Verlassen Sie sich bei Schutzmaßnahmen nicht allein auf Kameras oder Nachbarschaftsgruppen, sondern sichern Sie selbst Wohnung, Fahrzeug, Konten und Kommunikationswege.

