Das Gesundheitsministerium (Ministry of Health) und die Bezirksgesundheitsmanagementteams (District Health Management Teams) organisieren einen großen Teil der öffentlichen Gesundheitsversorgung in Botsuana. Daneben gibt es private Anbieter, Missionskrankenhäuser, von Bergbauunternehmen betriebene Krankenhäuser, gemeinnützige Einrichtungen und Angebote für bestimmte Gruppen durch die botsuanischen Verteidigungsstreitkräfte (Botswana Defence Force), die Polizei und den Strafvollzug. Für Umweltgesundheit ist außerdem das für Kommunalverwaltung zuständige Ministerium (Ministry of Local Government) verantwortlich. Je nach Ort beginnt die Versorgung bei einer mobilen Anlaufstelle (Mobile Stop), einem Gesundheitsposten (Health Post) oder einer Klinik. Kliniken behandeln üblicherweise allgemeine Beschwerden und leichte Verletzungen und bieten unter anderem Impfungen, Gesundheitsversorgung für Kinder und Jugendliche, Familienplanung, sexuelle und reproduktive Gesundheit, HIV- und STI-Angebote, Schwangerschaftsbetreuung, psychische Gesundheitsversorgung, Rehabilitation, Gesundheitsberatung, Laborleistungen und Medikamentenausgabe. Eine Geburtsklinik (Clinic with Maternity) bietet zusätzlich Hebammenversorgung. Primärkrankenhäuser (Primary Hospitals) und Bezirkskrankenhäuser (District Hospitals) leisten umfangreichere ambulante und stationäre Behandlung; komplexe oder schwere Fälle werden an Überweisungs- (Referral Hospitals) oder Quaternärkrankenhäuser (Quaternary Hospitals) überwiesen. Je nach Einrichtung bieten Krankenhäuser Notfallversorgung, Pädiatrie, Chirurgie, Intensivmedizin, Pharmazie, Laborleistungen, Röntgen, Zahnmedizin, Augenheilkunde und Orthopädie. Spezialisierte Leistungen wie Psychiatrie, Onkologie, Rehabilitation, Audiologie sowie Geburtshilfe und Gynäkologie gibt es hauptsächlich an Überweisungs- oder größeren Standorten. Nach aktuellen Regierungsangaben sind öffentliche Krankenhäuser rund um die Uhr geöffnet. Kliniken haben üblicherweise montags bis freitags von 7:30 bis 16:30 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten ist unter Umständen eine Pflegefachkraft erreichbar; die Bereitschaftsregelung hängt von der jeweiligen Einrichtung ab. Botsuanweit besonders wichtige Gesundheitsthemen sind HIV einschließlich Tests, antiretroviraler Behandlung und Prävention der Mutter-Kind-Übertragung, Tuberkulose, Malaria, die Gesundheit von Müttern und Kindern, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, psychische Erkrankungen sowie Verletzungen und Unfälle. Impfungen, Krankheitsüberwachung, Ausbruchskontrolle, Ernährung, Stillberatung, Tabak- und Alkoholprävention sowie schulische Gesundheitsdienste ergänzen die Behandlung einzelner Erkrankungen. Je nach Ort können Untersuchungen und Nachsorge klinische Labore, Pathologie, Bluttransfusionen, Röntgen, Ultraschall, Mammografie, Zahn- und Augenuntersuchungen, Physiotherapie, Ergotherapie, Sprach- und Hörtherapie, psychologische Unterstützung, Sozialarbeit, Palliativversorgung sowie Angebote in Gemeinden oder zu Hause umfassen. Diagnostik, Überweisungen, Medikamente und Nachsorge sind je nach Einrichtung und Bezirk unterschiedlich verfügbar. Pharmazeutische Dienste geben verschreibungspflichtige Medikamente aus. Die botsuanische Arzneimittelbehörde (Botswana Medicines Regulatory Authority) registriert und überwacht Arzneimittel und kontrolliert unter anderem Herstellung, Zulassungen, Einfuhren und Markt sowie Meldungen zu unerwünschten Produkten. Bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung oder einem schweren Unfall ist der Rettungsdienst unter 997 erreichbar. Die Leitstelle ruft bei Bedarf zurück und priorisiert die schwersten Fälle. Der Rettungsdienst bringt Betroffene zur erforderlichen definitiven Versorgung, bietet aber nicht jede Art von Transport an, etwa zu stabilen Nachsorgeterminen, nicht dringenden Verlegungen oder für Menschen, die den Transport sicher selbst organisieren können. Laut offiziellen Regierungsangaben erbringt der öffentliche Sektor etwa 80 Prozent der Versorgung; rund 95 Prozent der Bevölkerung sollen höchstens fünf Kilometer von einer Gesundheitseinrichtung entfernt leben. Diese Zahlen belegen jedoch nicht die aktuelle Kapazität jeder Einrichtung. Mobile Stopps, Health Posts und District Health Management Teams sind für ländliche Gebiete besonders wichtig. Allgemeine Konsultationen in öffentlichen Einrichtungen kosten laut Gesundheitsministerium für Ortsansässige (locals) 5 Pula; Kinder unter fünf Jahren und Menschen über 65 sind davon befreit. Zusätzliche Gebühren, Medikamentenkosten und private Preise müssen bei der jeweiligen Einrichtung erfragt werden. Patientinnen und Patienten haben Anspruch auf Informationen über Erkrankung und Behandlung, Vertraulichkeit, Privatsphäre, informierte Einwilligung, Beteiligung an Entscheidungen, kultursensible Versorgung und Ablehnung einer Behandlung. Beschwerden können bei der Einrichtungsleitung oder über das Beschwerdeverfahren (Customer Complaints Procedure) eingereicht werden. Patientinnen und Patienten sollen korrekte Gesundheitsangaben machen, an der Behandlung mitwirken und vereinbarte Nachsorgetermine wahrnehmen. Traditionelle Medizin ist in Botsuana weit verbreitet; sie wird nicht automatisch von der Regierung angeboten und ist nicht automatisch evidenzbasiert. Sie ist nicht mit öffentlicher Gesundheitsversorgung gleichzusetzen.
Gesundheitsversorgung in Botsuana
Die Gesundheitsversorgung in Botsuana umfasst öffentliche und private Einrichtungen für Prävention, Untersuchungen, Behandlung, Medikamente, Notfälle und Nachsorge. Das öffentliche Versorgungsnetz reicht von mobilen Anlaufstellen und Gesundheitsposten über Kliniken und Krankenhäuser bis zu Überweisungs- und Quaternärkrankenhäusern. Das verfügbare Angebot hängt von Einrichtung und Bezirk ab.
Tipp
Wählen Sie eine Gesundheitseinrichtung nach Dringlichkeit und benötigter Leistung aus, nicht allein nach der Entfernung. Rufen Sie in lebensbedrohlichen Situationen 997 an. Bei planbarer Versorgung prüfen Sie zuerst Öffnungszeiten, Leistungen, Überweisungsvoraussetzungen und Medikamentenverfügbarkeit der nächstgelegenen geeigneten Einrichtung.

