Das Ministerium für frühkindliche und primare Bildung (Ministère des Enseignements Maternel et Primaire) ist für die Vorschule und die Primarbildung zuständig. Das Ministerium für sekundäre, technische und berufliche Bildung (Ministère des Enseignements Secondaire, Technique et de la Formation Professionnelle) ist für die allgemeinbildende Sekundarschulbildung zuständig. Der Nationale Bildungsrat (Conseil National de l'Éducation) koordiniert das Bildungssystem auf höchster Ebene. Staat und Gemeinden finanzieren öffentliche Schulen; private formale Schulen unterliegen der staatlichen Aufsicht. Die Vorschule dauert zwei Jahre. Das Gesetz erlaubt sie ab einem Alter von zweieinhalb Jahren, aber weniger als 20 Prozent der Kinder besuchen eine Vorschule. Die sechsjährige Primarschule ist in CI, CP, CE1, CE2, CM1 und CM2 gegliedert. Französisch ist die gesetzlich festgelegte Unterrichtssprache; Englisch oder eine lokale Sprache können ebenfalls verwendet werden. Zu den Fächern gehören Französisch, Mathematik, Naturwissenschaften und Technik, Sozialkunde, Kunst und Sport. Der Besuch der Primarschule ist verpflichtend und endet mit dem Zertifikat für die Primarschulbildung (Certificat d'Études Primaires), das als CEP bezeichnet wird. Die allgemeinbildende Sekundarschule besteht aus einem ersten Zyklus von vier Jahren und einem zweiten Zyklus von drei Jahren. Ein allgemeinbildendes College (collège d'enseignement général, CEG) kann den ersten Zyklus oder beide Zyklen anbieten; eine weiterführende Schule (lycée) bietet den ersten und zweiten Zyklus an und kann über ein Internat verfügen. Der erste Zyklus endet mit dem Abschluss der unteren Sekundarstufe (Brevet d'Études du Premier Cycle, BEPC), der zweite mit dem Baccalauréat. Der Übergang vom CEP in den ersten Sekundarschulzyklus hängt vom Abschluss der Primarschule und den verfügbaren Plätzen ab. Für den zweiten Zyklus zählen außerdem die bisherigen Klassenleistungen und die Kapazität der Einrichtung. Dieser Abschluss kann den Zugang zur Hochschulbildung eröffnen; berufliche Ausbildung und Sprachenlernen gehören nicht selbst zum Schulsektor. Ein gesetzlich festgelegtes Schuljahr umfasst 36 Wochen und drei Trimester. Für 2025/26 legte der nationale Kalender den Unterricht vom 15. September 2025 bis zum 26. Juni 2026 fest. Einzelne Anpassungen können lokal erfolgen; der vollständige Kalender für 2026/27 muss noch geprüft werden. Die staatliche Gebührenfreiheitspolitik für Vorschule und Primarschule (Gratuité) senkt die direkten Schulgebühren, beseitigt aber nicht alle Ausgaben. Familien müssen möglicherweise weiterhin für Schulbedarf (fournitures), Uniformen, Transport, Essen und andere Materialien aufkommen. Öffentliche Schulsets (Kits scolaires) und Schulkantinen (cantines scolaires) bieten in manchen Fällen Unterstützung. Die Gebühren privater Schulen unterscheiden sich je nach Einrichtung. Eine Aufnahme ist wegen begrenzter Kapazitäten nicht automatisch garantiert; Gebühren, erforderliche Dokumente und Schulbezirke sollten direkt bei der Schule geprüft werden. Der Zugang bleibt zwischen den Regionen ungleich. Im Norden und in ländlichen Gebieten verlängern große Entfernungen den Schulweg; Armut, direkte Kosten und Opportunitätskosten, fehlende Materialien, Lehrkräftemangel, unzureichende Infrastruktur sowie Probleme mit Wasser, Sanitärversorgung und Strom erschweren den Schulbesuch. UNICEF-Daten zeigen, dass etwa ein Drittel der Kinder nicht zur Schule geht. Rund 65 Prozent schließen die Primarschule ab, und etwa einem Viertel fehlen am Ende der Primarschule noch ausreichende Fähigkeiten. Mädchen im Norden bleiben besonders häufig zurück; frühe Heirat und Schwangerschaft gehören zu den dokumentierten Hindernissen. Das Recht auf Bildung gilt auch für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Öffentliche Regelschulen sollen kostenlos und inklusiv sein und dürfen den Zugang nicht wegen einer Behinderung verweigern. Angemessene Anpassungen, Assistenz, geeignete Unterstützung, zusätzliche Prüfungszeit und besondere Vorkehrungen für Lernende mit Seh- oder Hörbeeinträchtigungen können erforderlich sein. Die landesweite Abdeckung und die tatsächliche Bereitstellung bleiben jedoch uneinheitlich. Zugängliche digitale Lernmaterialien und Empfehlungen für besser ausgebildete Lehrkräfte sollen diese Lücken verringern. Von Schülerinnen und Schülern wird erwartet, regelmäßig am Unterricht teilzunehmen, die Schulregeln zu befolgen und die Gemeinschaft zu respektieren. Eltern haben das Recht auf Information und Beteiligung am Schulleben und an der Schulverwaltung. Stipendien oder soziale Unterstützung können nach akademischen und sozialen Kriterien sowie nach Maßgabe der verfügbaren Mittel vergeben werden. Schulsets, Schulkantinen, digitale Schuldienste und Pläne zur gemeinschaftlichen Schulentwicklung unterstützen den Schulbesuch, erreichen aber nicht jede Einrichtung gleichermaßen. Es wurde beschlossen, dass ab dem Schuljahr 2026/27 an öffentlichen allgemeinbildenden Sekundarschulen und in der technischen Bildung die Schulgebühren für alle Mädchen landesweit entfallen sollen. Die verfügbaren Informationen klären noch nicht alle weiteren Gebühren oder Einzelheiten der Umsetzung; private Schulen und Jungen sind von dieser Zusage nicht automatisch erfasst. Das nationale Programm (PNAEBF) soll über fünf Jahre den Schulzugang und den Verbleib in der Schule verbessern, insbesondere für gefährdete Mädchen. Das unterstützende Programm für Mädchen (FAABA) verbindet Geldtransfers mit einem unterstützenden Schutzumfeld für Mädchen im Alter von neun bis fünfzehn Jahren.
Schule in Benin
Das formale Schulsystem in Benin umfasst zwei Jahre Vorschule, sechs Jahre Primarschule und sieben Jahre allgemeinbildende Sekundarschule. Die Primarschule beginnt offiziell mit sechs Jahren und führt zum Primarschulabschluss; der erste Sekundarschulzyklus endet mit dem BEPC und der zweite mit dem höheren Sekundarschulabschluss. Öffentliche Schulen senken die grundlegenden Kosten für Familien, doch Materialien, Kleidung, Transport, Essen und entgangenes Einkommen können den Schulbesuch weiterhin erschweren.
Tipp
Planen Sie den Schulbesuch in Benin nicht nur anhand der Schulgebühren: Berücksichtigen Sie Plätze, Entfernung, Materialien, Kleidung, Essen und verfügbare Unterstützung. Klären Sie jeden Übergang frühzeitig, da die Aufnahme von der Kapazität abhängt und öffentliche und private Schulen unterschiedliche Kosten und Zugangsbedingungen haben. Prüfen Sie bei Mädchen, langen Schulwegen oder einer Behinderung zusätzliche Anforderungen direkt bei der Schule, bevor Sie das Kind anmelden.

