Die veröffentlichte religiöse Aufschlüsselung beruht auf der Volkszählung von 2011 und ist laut dem Bericht von 2023 die aktuellste verfügbare Aufschlüsselung. Anglikaner machen 17,6 Prozent, Siebenten-Tags-Adventisten 12,4 Prozent, Pfingstler 12,2 Prozent, Mährische Brüder 8,3 Prozent, römische Katholiken 8,2 Prozent und Methodisten 5,6 Prozent der Bevölkerung aus. Insgesamt 5,5 Prozent wurden keiner bestimmten Religion zugeordnet, während 5,9 Prozent keine Religion angaben. Andere religiöse Gruppen machen zusammen 12,2 Prozent aus; dazu gehören unter anderem Rastafari, Muslime, Hindus und Baháʼí. Baptisten, die Church of God und Wesleyan Holiness machen jeweils weniger als 5 Prozent aus. Nach den verfügbaren Informationen umfasst die muslimische Gemeinschaft ungefähr 100 Familien, überwiegend ausländischer Herkunft. Antigua und Barbuda hat keine zentrale staatliche Religionsbehörde. Gemeinden und Konfessionen organisieren Gottesdienste und religiöse Angebote weitgehend selbst. Der interkonfessionelle christliche Rat, einzelne Ministerien und Religionsgemeinschaften unterstützen den Dialog, doch eine zentrale gesetzliche Anlaufstelle für alle Religionen ist nicht dokumentiert. Für Barbuda wurde keine eigene religiöse Einrichtung oder Sonderregelung geschaffen. Artikel 11 der Verfassung schützt den Religionswechsel sowie Gottesdienst, Lehre, religiöse Praxis und religiöse Befolgung allein oder in Gemeinschaft, öffentlich oder privat. Niemand darf gezwungen werden, einen Eid abzulegen, der den eigenen religiösen Überzeugungen widerspricht. Einschränkungen können sich aus der Verteidigung, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der Moral, der Gesundheit oder den Rechten anderer ergeben. Der Bericht von 2023 erklärt außerdem, dass Geistliche nicht für ein gewähltes Amt kandidieren dürfen. Religionsgemeinschaften können sich bei der Steuerbehörde (Inland Revenue Department) mit einem Online-Steuerformular registrieren. Diese Registrierung ist besonders für Steuer- oder Zollvergünstigungen sowie für den Besitz, den Bau und die Renovierung religiöser Immobilien relevant. Einheitliche Gebühren und Fristen sind nicht dokumentiert; die praktische Bearbeitung erfolgt durch die zuständigen Behörden und die jeweilige Gemeinschaft. Das Bildungsgesetz (Education Act 2008), §§ 147–148, sieht an öffentlichen und staatlich unterstützten Privatschulen gemeinsame religiöse Andachten und religionsbezogenen Unterricht im Lehrplan vor. Die gemeinsame Andacht soll nicht konfessionsspezifisch sein, und der Unterricht darf keinem bestimmten Katechismus oder Glaubensbekenntnis folgen. Eltern können eine Befreiung von Gottesdiensten, religiösen Andachten oder religionsbezogenem Unterricht beantragen; die Aufnahme oder der Schulbesuch darf nicht von der Teilnahme abhängen. Ein Bericht des US-Außenministeriums von 2023 beschreibt Teile der Rechtslage anders und unterscheidet zwischen verbotenem Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und erlaubtem privaten konfessionellen Unterricht. Daher sollten gemeinsame Andachten, allgemeine religiöse Bildung und konfessioneller Religionsunterricht bei der Umsetzung der Regeln getrennt geprüft werden. Muslimische Schülerinnen und Schüler dürfen den Hijab tragen, und die muslimische Gemeinschaft wurde eingeladen, an Schulen Vorträge über den Islam zu halten. Zu den gesetzlichen Feiertagen gehören Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag, der erste Weihnachtsfeiertag und der zweite Weihnachtsfeiertag. Der Nationale Gebetstag findet am zweiten Donnerstag im September statt. Sonntage, Karfreitag und der erste Weihnachtsfeiertag gelten außerdem als Common Law Holidays. Carnival und Caribana haben für einige Teilnehmer religiöse Bezüge, gehören aber überwiegend zum Bereich der Traditionen und nicht zum religiösen Kern dieses Themas. Eine religiöse Eheschließung ist nur unter den Voraussetzungen des Ehegesetzes (Marriage Act, Cap. 261) rechtlich wirksam. Geistliche müssen vom zuständigen Registerbeamten (Registrar-General) schriftlich als bevollmächtigte Eheschließungsbeamte (Marriage Officer) anerkannt sein. Ein anerkannter Eheschließungsbeamter darf landesweit handeln, während eine Konfession eine Zeremonie ablehnen kann, die ihren religiösen Regeln widerspricht. Eine Zeremonie außerhalb der gesetzlichen Voraussetzungen oder ohne bevollmächtigten Eheschließungsbeamten führt weder zu einer rechtlich gültigen Ehe noch zu einem Registereintrag. Zivile und religiöse Eheschließungen müssen daher getrennt betrachtet werden. Für Bestattungen erlaubt das Gesetz über die öffentliche Gesundheit (Public Health Act, Cap. 353), § 158, einen konfessionsspezifischen Bestattungsgottesdienst; die Anwesenheit eines Geistlichen ist nicht verpflichtend. Friedhofsregeln bestimmen Register, Bestattungs- und Beerdigungsgebühren sowie weitere Verfahren. Auch für verschiedene Religionsgruppen steht eine Feuerbestattung zur Verfügung. Die muslimische Gemeinschaft berichtete von reservierten Bereichen auf öffentlichen Friedhöfen, doch Verfügbarkeit, Terminplanung und Kosten hängen vom jeweiligen Friedhof und der örtlichen Verwaltung ab. Das Cannabisgesetz (Cannabis Act 2018) in der jeweils geänderten Fassung sieht eine religiöse Sonderlizenz für den Anbau und die Nutzung von Cannabis zu sakralen Zwecken vor. Die Nutzung ist in einer privaten Wohnung oder an einem genehmigten Gottesdienstort sowie beim Transport von Cannabis zwischen diesen Orten möglich; kommerzielle oder finanzielle Geschäfte sind nicht umfasst. Erwachsene ab 18 Jahren unterliegen außerdem einer Besitzgrenze von 15 Gramm und einer Grenze von höchstens vier Pflanzen pro Haushalt. Laut dem Bericht von 2023 wurden Lizenzen an Rastafari-Gemeinschaften erteilt. Die aktuellen Antrags- und Lizenzvoraussetzungen müssen bei der Behörde für medizinisches Cannabis (Medicinal Cannabis Authority) geprüft werden.
Religion in Antigua und Barbuda
Die Religion in Antigua und Barbuda ist überwiegend christlich, umfasst aber auch Rastafari, Islam, Hinduismus, Baháʼí und andere Glaubensgemeinschaften. Die Verfassung schützt die Gewissens-, Gedanken- und Religionsfreiheit sowie die öffentliche und private Religionsausübung. Für religiöse Feiertage, Schulbefreiungen, Eheschließungen, Bestattungen und bestimmte religiöse Cannabispraktiken gelten unterschiedliche rechtliche und institutionelle Regeln.
Tipp
Regeln Sie religiöse Angelegenheiten in Antigua und Barbuda entsprechend ihrem Zweck über die zuständige Gemeinde, Schule, Behörde oder Friedhofsverwaltung. Für eine rechtlich anerkannte Eheschließung, eine Schulbefreiung, religiöses Eigentum oder sakralen Cannabiskonsum reicht die religiöse Praxis allein nicht aus; auch die zuständige formale Stelle ist wichtig. Bestätigen Sie Gebühren, Termine und aktuelle Anforderungen direkt im jeweiligen Fall, da keine einheitlichen landesweiten Informationen dokumentiert sind.

