Zu den zehn offiziellen Gefahrenfeldern Andorras gehören Lawinen, Schneefall und vereiste Bedingungen, Gewitter und Blitze, Waldbrände, Regen und Überschwemmungen, starke Winde, Steinschläge und Hangbewegungen, niedrige und hohe Temperaturen sowie Erdbeben. Alpine Risiken haben eine besondere praktische Bedeutung: Schnee und Wind können Lawinen und Verkehrsunterbrechungen auslösen, Starkregen kann gleichzeitig Überschwemmungen und Erdrutsche verursachen, und Hitze, Dürre und Wind erhöhen die Waldbrandgefahr. Erdbeben sind selten, aber nicht unmöglich. Größere Ereignisse können Gebäude, Straßen, Tunnel, Brücken sowie Strom-, Wasser-, Gas- und Telekommunikationsnetze beschädigen und grenzüberschreitende Hilfe aus Katalonien oder Frankreich erforderlich machen. Die Abteilung für Zivilschutz und Notfallmanagement der Regierung von Andorra (Departament de Protecció Civil i Gestió d’Emergències des Govern d’Andorra) koordiniert die nationale Katastrophenvorsorge. Der Wetterwarndienst (Meteo.ad) veröffentlicht Wetterwarnungen und das Lawinenbulletin (Butlletí d’allaus) mit regionalen Lawinenstufen von 1 bis 5 für die Nord-, Zentral- und Südzone. Die Waldbrandgefahr wird auf der Waldbrandgefahrenkarte (incendis.ad) nach Zone und Höhenlage dargestellt. Der Zivilschutz informiert über Vorwarnung (Prealerta) und Alarm (Alerta) über offizielle Kanäle, Radio, Fernsehen, Internet und soziale Medien. Der Mobilitätsdienst (Mobilitat.ad) veröffentlicht Sperrungen, Umleitungen und Anforderungen für die Verkehrssicherheit. Ein landesweites Massenwarnsystem für Mobiltelefone wird entwickelt; am 4. September 2026 werden Übergangs-SMS verwendet, während die vollständige Massenwarnung bis Ende 2026 geplant ist. Das geplante einheitliche Nationale Notfallzentrum (Centre Nacional d’Emergències) in Santa Coloma soll 2027 den Betrieb aufnehmen. Sein aktueller Status sollte immer direkt überprüft werden. Für Notfälle gilt 112 als allgemeine Notrufnummer, 110 für die Polizei, 116 für medizinische Notfälle und den medizinischen Notfalldienst (SUM) sowie 118 für den Feuerwehr- und Rettungsdienst (Bombers). Beim Anruf sind der genaue Ort, die sicherste Zufahrtsroute, die Art der Gefahr und die Zahl der betroffenen Personen anzugeben. Die Leitungen müssen für Notrufe frei bleiben. Neben Polizei, Feuerwehr, SUM und den Berg- und Naturwächtern (Banders) können COEX, die Gemeinden, Andorra Recerca + Innovació, Andorra Telecom, das Andorranische Rote Kreuz (Creu Roja Andorrana), FEDA, Radio i Televisió d’Andorra sowie Hotel- und Tourismusverbände wie UHA und AHA beteiligt sein. Der Nationale Heliport von Andorra (Heliport Nacional de Andorra) hat seit 2026 die Möglichkeiten für Notfall- und Transportflüge erweitert. Zur Vorbereitung gehört ein Notfallset (Catakit) oder Notfallrucksack (Motxilla d’emergència) mit Wasser, haltbaren Lebensmitteln, Medikamenten, Erste-Hilfe-Material, einem Radio und Batterien, einer Lampe, einem Ladegerät, warmer Kleidung und notwendigen Dokumenten. Ein Familiennotfallplan (Pla familiar d’emergència) legt sichere Ausgänge, einen Treffpunkt, eine alternative Verbindung, eine Kontaktperson außerhalb des Haushalts, Regelungen zur Abholung von Kindern, Kontakte zur Gemeinde (Comú) und zu Versorgungsunternehmen sowie das Abschalten von Wasser, Strom und Gas fest. Auch Feuerlöscher, Rauch- und Kohlenmonoxidmelder, Versicherungsunterlagen, besondere medizinische Bedürfnisse und die Versorgung von Haustieren sollten in die Planung einbezogen werden. Schulen und Arbeitsstätten benötigen eigene Notfallpläne, verantwortliche Personen und Treffpunkte; Schulen organisieren die Zusammenführung der Schülerinnen und Schüler. Menschen mit Behinderungen oder regelmäßig benötigten Medikamenten sollten ein persönliches Unterstützungsnetz und aktuelle Informationen über ihre Bedürfnisse vorbereiten. Bei akuter Gefahr haben offizielle Anweisungen Vorrang. Eine Anordnung zum Verbleib am Ort (Confinament) bedeutet, nur in einem angeordneten geschützten Bereich zu bleiben; eine Evakuierung (Evacuació) erfolgt nur wegen der Gefahrensituation oder aufgrund einer offiziellen Anweisung. Ausgewiesene Routen und Sammelpunkte müssen benutzt werden, Aufzüge müssen außer Betrieb bleiben, Ausgänge sind freizuhalten und beschädigte Gebäude dürfen nicht betreten werden. Bei Überschwemmungen sind Keller, Garagen, Wasserläufe und Brücken zu meiden; Fahrzeuge dürfen nicht durch überflutete Bereiche fahren. Wenn Lawinen möglich sind, sind Wetter und Lawinenbulletin vor jeder Bergtour zu prüfen. Ein Lawinenverschüttetensuchgerät (DVA), Schaufel, Sonde und geeignete Ausbildung sind erforderlich, wenn eine Tour trotz eines akzeptablen Risikoniveaus stattfindet. Bei einem Waldbrand ist 118 oder 112 anzurufen; die Flucht erfolgt seitlich oder gegen den Wind, nicht bergauf. Bei Gewittern und starken Winden ist sofort Schutz zu suchen und exponiertes höheres Gelände zu meiden. Bei einem Erdbeben sollten sich Personen in Gebäuden unter einem stabilen Tisch oder neben einer tragenden Struktur schützen und Abstand zu Fenstern halten. Für mehrere gefährdete Gebiete bestehen besondere Pläne zum Verbleib am Ort und zur Evakuierung, darunter die Zufahrten nach Arcalís, Sorteny und Coma de Ransol, die CG-2 bei Soldeu, die Urbanització Les Salines und Arinsal. Die zuständigen Stellen überprüfen die Schneedecke im Winter regelmäßig und können präventiv Lawinen auslösen. Betroffene Nutzer müssen die festgelegten Maßnahmen und Informationskanäle befolgen. Für Feuer im Freien gelten landesweite Regeln. Die zuständige Gemeinde muss vorab über Feuerwerk, Lagerfeuer (Fogueres), Feuerlaufveranstaltungen (Correfocs) sowie land- oder forstwirtschaftliches Verbrennen informiert werden. Für Lagerfeuer und Grillfeuer ist keine Vorabmeldung erforderlich, aber Sicherheitsbedingungen sowie zeitliche und örtliche Einschränkungen gelten. Verstöße können nach dem Forstrecht geahndet werden. Grundstückseigentümer, Aufsichtspersonen, für das Feuer verantwortliche Personen und meldende Personen können ab dem Zeitpunkt der Entzündung bis zur vollständigen Löschung gemeinsam für Schäden haften. Nach dem Ereignis sind Schäden zu dokumentieren, und betroffene Gebäude müssen nach dem Protokoll des Zivilschutzes sowie von COAA, COATA und COEA auf Bewohnbarkeit überprüft werden. Hygiene-, Trinkwasser- und Lebensmittelanweisungen sind zu befolgen; Versorgung und Transport werden schrittweise wiederhergestellt. Das Andorranische Rote Kreuz, Sozialarbeiter, Gemeinden und je nach Situation Hotels oder öffentliche Stellen können eine vorübergehende Unterkunft bereitstellen. Es besteht kein allgemeiner Anspruch auf eine bestimmte Unterkunft, da Zugang und Umfang von der Situation und offiziellen Entscheidungen abhängen. Für Notrufe und offizielle Gefahrenwarnungen sind keine dokumentierten Gebühren für Endnutzer bekannt; Ausrüstung, Versicherungen und manche Unterkünfte können private oder situationsabhängige Kosten verursachen. Dauer von Einsatz und Evakuierung sowie Fristen für die Wiederherstellung hängen vom Ereignis ab.
Katastrophen in Andorra
Katastrophen in Andorra können Menschen, Umwelt, Verkehrswege und wesentliche Dienste gefährden oder mehrere Gemeinden gleichzeitig überfordern. Besonders relevant sind Lawinen, Schnee und Eis, Starkregen und Überschwemmungen, Erdrutsche, Waldbrände und extreme Wetterlagen. Der Zivilschutz (Protecció Civil) koordiniert Prävention, Warnung, Reaktion, Evakuierung und Wiederherstellung gemeinsam mit Fachstellen, Rettungsdiensten und Gemeinden.
Tipp
Bereiten Sie Ihren Haushalt und Ihre regelmäßigen Wege so vor, dass Sie bei Lawinen, Überschwemmungen, Waldbränden oder schwerem Wetter schnell handeln können. Verlassen Sie sich während eines Ereignisses nicht allein auf Ihre eigene Einschätzung, sondern befolgen Sie die aktuellen Anweisungen des Zivilschutzes und nutzen Sie die passende Notrufnummer. Halten Sie außerdem fest, was nach Schäden an Gebäuden, Versorgungseinrichtungen oder Unterkünften zu tun ist.

