Die Polizei von Andorra (Cos de Policia d’Andorra) ist die nationale Polizeibehörde und im gesamten Land tätig. Das Ministerium für Justiz und Inneres ist für die Politik zuständig, während die Polizei Aufgaben der öffentlichen Sicherheit, der strafrechtlichen Ermittlungen, des Grenz- und Einwanderungswesens sowie der Verwaltungsunterstützung übernimmt. Spezialisierte Gruppen befassen sich mit Eigentumsdelikten, Straftaten gegen Personen und technologischer Kriminalität. Zu den jüngeren Polizeifällen gehören Diebstahl, Einbruch, Betrug im Einzelhandel und bei Eigentumsgeschäften, fingierter Fahrzeugverkaufsbetrug, Krypto-Investmentbetrug, Körperverletzung, Drohungen, Erpressung, sexuelle Gewalt, häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt, sexuelle Ausbeutung von Kindern, Online-Grooming, Sexting, Drogendelikte, Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, Identitäts- und Dokumentenbetrug, Phishing, Spoofing, Ransomware, Schadsoftware, die Übernahme von Konten und Identitätsdiebstahl. Diese Fälle zeigen mögliche Muster, belegen aber keine landesweite Häufigkeit jedes einzelnen Delikts. Diebstähle und Schlägereien sind im verfügbaren Zehnjahrestrend zurückgegangen. Etwa ein Drittel bis die Hälfte der Festnahmen steht mit Alkohol am Steuer in Verbindung. Mobile grenzüberschreitende Einbruchsgruppen können während der Ferienzeiten Ferienwohnungen für Touristen ins Visier nehmen. Rufen Sie bei einer dringenden Straftat oder unmittelbarer Gefahr die 110 an. Für eine nicht dringende Meldung nutzen Sie +376 872000 oder wenden Sie sich an policia@policia.ad; die Zentralpolizeistation in Escaldes-Engordany nimmt dringende Anliegen und Meldungen 24 Stunden täglich an 365 Tagen im Jahr entgegen. Polizeischalter in den Gemeinden können den Verwaltungszugang ermöglichen, dringende Fälle und formelle Meldungen werden jedoch an den zentralen Dienst verwiesen. Geben Sie der Polizei Ihre Identität und Kontaktdaten, den genauen Ort, die Art des Vorfalls, etwaige Verletzungen und jede anhaltende Gefahr an und befolgen Sie anschließend die Anweisungen der Einsatzkräfte. Bewahren Sie bei Cyberkriminalität oder Betrug Nachrichten, URLs, Anzeigen, Zahlungsbelege sowie relevante Informationen zu Geräten oder Konten auf. Zahlen Sie eine Erpressungsforderung nicht allein deshalb, um den Kontakt zu beenden. Es sollte nicht angenommen werden, dass eine Online-Beratung eine formelle Polizeimeldung ersetzt. Der Schutz zu Hause beginnt damit, Türen und Fenster abzuschließen und Bargeld, Schmuck sowie andere Wertgegenstände außer Sichtweite aufzubewahren. Zum digitalen Schutz gehören aktuelle Betriebssysteme und Apps, separate Passwörter für wichtige Konten, Passwörter mit mindestens acht Zeichen aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Symbolen, Zwei-Faktor-Authentifizierung, offizielle App-Stores, Vorsicht bei sensiblen Daten in öffentlichen WLANs, sichere Zahlungsmethoden und die regelmäßige Kontrolle von Bankkonten. Wer mit verdächtigen Jobangeboten angesprochen wird, sollte das Unternehmen überprüfen, Reisepässe und persönliche oder familiäre Daten vertraulich behandeln, zu Vorstellungsgesprächen eine Vertrauensperson mitnehmen und Familienmitglieder über den eigenen Reiseplan informieren. Die Fachstelle für Opfer häuslicher und familiärer Gewalt (SAVVDF) unterstützt Opfer häuslicher und familiärer Gewalt, einschließlich körperlicher, sexueller, psychischer und wirtschaftlicher Gewalt; der Zugang hängt weder von einer Meldung noch vom Ende des Zusammenlebens ab. Der Dienst kann soziale, sozialpädagogische, psychologische, rechtliche und arbeitsbezogene Unterstützung sowie Wohnungsvermittlung anbieten. Die Nummer 181 ist kostenlos und vertraulich; die Bürozeiten sind Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 17:00 Uhr und Freitag von 8:00 bis 15:00 Uhr, während Informationen und Beratung telefonisch 24 Stunden täglich an 365 Tagen im Jahr verfügbar sind. Die Fachstelle für Frauen und Kinder, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind (SAVVG), unterstützt betroffene Frauen und Kinder und kann mögliche finanzielle Unterstützung prüfen. Die multidisziplinäre Fachstelle für Schutz, Information, Beratung und Genesungsunterstützung für Menschenhandelsopfer (SAVTEH) bietet kostenlose Unterstützung. Die Polizei kann Opfer identifizieren und das entsprechende Protokoll aktivieren, besonders schutzbedürftige Opfer begleiten und Erwachsene an SAVTEH oder Minderjährige an den Dienst für Kinder und Jugendliche verweisen. In den geprüften offiziellen Unterlagen wurde kein einzelner spezialisierter Dienst für jede Art von Kriminalitätsopfer festgestellt; der geeignete Weg hängt daher vom Delikt und der Situation ab. Die Präventionsarbeit für Jugendliche umfasst den Bereich für Jugendjustiz und alternative strafrechtliche Maßnahmen (Area de Justícia Juvenil i Mesures Penals Alternatives), die Polizei und die Justizvollzugsdienste, einschließlich Schulprogrammen zu häufigen Straftaten, Folgen, Internetgefahren sowie den Rechten von Opfern und Zeugen. Minderjährige sind nicht automatisch von rechtlichen Folgen befreit. Prävention und Bearbeitung von Cybersicherheitsvorfällen umfassen außerdem die Nationale Agentur für Cybersicherheit von Andorra (Agència Nacional de Ciberseguretat d’Andorra) und das Incident-Response-Team CSIRT-AD, bei Vorfällen mit möglicher strafrechtlicher Bedeutung in Zusammenarbeit mit der Polizei.
Kriminalität in Andorra
Die offizielle Bewertung Andorras beschreibt die Kriminalität als niedrig und stabil. Diebstahl, Gewalt, sexuelle und häusliche Gewalt, Drogendelikte, Menschenhandel, Verkehrsdelikte und Cyberkriminalität bleiben jedoch relevante Risiken. Die Polizei registrierte 2024 9.724 Einsätze; nach den verfügbaren Polizeidaten wurden mehr als 70 % der Straftaten aufgeklärt. Eine vollständige Tabelle zur Häufigkeit nach Gemeinde und Delikt konnte nicht verifiziert werden.
Tipp
Treffen Sie in Andorra angemessene Vorsichtsmaßnahmen und halten Sie für konkrete Vorfälle einen klaren Reaktionsplan bereit. Rufen Sie bei unmittelbarer Gefahr die 110 an, nutzen Sie für nicht dringende Polizeikontakte +376 872000 und sichern Sie bei Betrug oder Cyberkriminalität Beweise. Wenden Sie sich bei Gewalt, Menschenhandel oder einem besonders schutzbedürftigen Opfer frühzeitig an die Polizei oder einen spezialisierten Dienst.

