Familien können zwischen dem andorranischen Bildungssystem (sistema educatiu andorrà), dem französischen Bildungssystem (système éducatif français) und dem spanischen Bildungssystem (sistema educativo español) wählen. Private und internationale Schulen ergänzen diese Möglichkeiten. Es gibt keine einheitliche landesweite Einzugsregel und keinen automatischen Anspruch auf einen Platz an einer bestimmten Schule. Im andorranischen System umfasst die frühkindliche Bildung (Educació maternal) drei Jahrgangsstufen für Kinder im Alter von ungefähr 3 bis 6 Jahren. Maternal A ist für Kinder von ungefähr 3 bis 4 Jahren vorgesehen, Maternal B für Kinder von ungefähr 4 bis 6 Jahren. In Maternal A ist Katalanisch die Unterrichtssprache; in Maternal B werden Katalanisch und Französisch gemeinsam verwendet. Der Überblick nennt teilweise eine Aufnahme ab 2,5 Jahren. Das konkrete Eintrittsalter sollte daher anhand der jährlichen Bekanntmachung des zuständigen Systems geprüft werden. Die erste Bildungsstufe dauert normalerweise sechs Jahre, von 6 bis 12 Jahren, und endet mit dem Abschlusszeugnis (certificat de primera ensenyança). Die zweite Bildungsstufe dauert normalerweise vier Jahre, von 12 bis 16 Jahren, und endet mit dem Abschluss (títol de graduat en segona ensenyança). Auf dieser Stufe gibt es andorranische Schulen unter anderem in Encamp, Ordino und Santa Coloma. Katalanisch, Spanisch, Französisch und Englisch werden systematisch unterrichtet. Je nach Fach findet der Unterricht auf Katalanisch, Spanisch oder Französisch statt. Englisch ist in den Zyklen 2 und 3 der ersten Bildungsstufe ein Unterrichtsfach, Spanisch kommt im dritten Zyklus hinzu. Das französische System folgt dem französischen öffentlichen Lehrplan und vergibt französische Abschlüsse, angepasst an Andorra. Es umfasst maternelle und école élémentaire, collège sowie allgemeine, technologische und berufliche Bildungswege am französischen Gymnasium (Lycée Comte de Foix). An diesem Standort gibt es auch Sonderpädagogische Programme (Segpa). Das System besteht aus elf Schulen für die frühkindliche und primare Bildung sowie dem genannten Gymnasium. Das spanische System umfasst ein öffentliches spanisches Schulnetz, drei konfessionelle Schulen und die private internationale Schule (Agora International School Andorra). Spanische Schulen folgen dem spanischen Lehrplan und vergeben die entsprechenden Abschlüsse. Der Besuch öffentlicher spanischer Schulen ist ausdrücklich kostenlos. Alle ausländischen Systeme umfassen die andorranische Ergänzungsbildung (Formació Andorrana). Sie vermittelt Katalanisch sowie Kenntnisse über die Umgebung, Geschichte, Geografie, Kultur und Institutionen Andorras. Die Schulpflicht gilt vom 6. bis zum 16. Lebensjahr und umfasst die erste und zweite Bildungsstufe. Eltern und Erziehungsberechtigte müssen für den regelmäßigen Schulbesuch sorgen. Schulen erfassen und bearbeiten unentschuldigte Fehlzeiten und wiederholtes Zuspätkommen nach den Regeln des Dekrets von 2024 über Schulabsentismus. Ausnahmen können genehmigte Hausbildung, längere Krankheit oder Hospitalisierung, ärztlich verordnete Gesundheitsleistungen und genehmigter Hochleistungssport sein. Für die Anmeldung an einer öffentlichen Schule ist normalerweise ein Mindestalter von 3 Jahren und die Eintragung in das Melderegister der zuständigen Gemeindeverwaltung (Comú) erforderlich. Schülerinnen und Schüler ohne andorranische Staatsangehörigkeit müssen zusätzlich beim Immigration Service registriert sein. Nach der Wahl des Systems nimmt die Familie zur Voranmeldung Kontakt mit der entsprechenden Schule auf, die ihrem Wohnort am nächsten liegt. Das Voranmeldedokument und der Antrag auf Schulaufnahme werden über das Regierungsportal für Behördengänge (Govern Tràmits), eine Gemeindeverwaltung oder e-tramits eingereicht. Der Datenverwaltungsdienst (Servei de Gestió de Dades) des Bildungsministeriums stellt die erforderlichen Bescheinigungen aus. Außerhalb des jährlichen Anmeldezeitraums muss die aktuelle Verfügbarkeit direkt geprüft werden. Andorra garantiert ein gesetzlich und verfassungsrechtlich verankertes Recht auf Bildung. Eltern und Erziehungsberechtigte können das System wählen, und Schulen müssen objektive Beurteilungen durchführen sowie Bildungs- oder Berufsberatung anbieten. Die Unterstützung soll Nachteile aus familiären, wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Umständen ausgleichen. Bei besonderem Förderbedarf gilt die Eingliederung in den regulären Unterricht als Grundsatz. Reguläre Schulen aller Systeme können Unterstützung anbieten. Die spezialisierte Schule Nostra Senyora de Meritxell (Escola Especialitzada Nostra Senyora de Meritxell) und der spezialisierte Anbieter (FPNSM) bieten spezielle Programme an. Eine getrennte Beschulung kann in Betracht gezogen werden, wenn die reguläre Schule nachweislich nicht ausreicht. Zuständigkeit, Kapazität und das aktuelle Angebot müssen im Einzelfall geklärt werden. Öffentliche Schulen werden aus öffentlichen Mitteln oder aufgrund von Vereinbarungen finanziert. Zusätzliche Kosten können für Anmeldung, Lernmaterialien, Mahlzeiten, Transport, Freizeitaktivitäten oder Skiausflüge entstehen. Die Regierung unterstützt berechtigte Schülerinnen und Schüler bei Anmeldung, Materialien, Schulmahlzeiten, Schülertransport und Schulskiausflügen. Private und internationale Schulen verlangen Schulgeld. Eine einzige aktuelle Gebührenübersicht für alle Einrichtungen gibt es nicht. Mahlzeiten, Betreuung, Transport, außerschulische Aktivitäten und angepasste Allergiemenüs unterscheiden sich je nach Schule und System. Der Schultransportdienst (Servei de Transport Escolar) verwaltet den Schülertransport. Routen, Preise, Fahrpläne und der Umfang der Betreuung müssen jährlich geprüft werden. Grundsätzlich gilt für Schulen in Andorra der staatliche Kalender. Im Schuljahr 2026/2027 beginnt der Unterricht am 9. September 2026 und endet am 2. Juli 2027. Zu den Ferien gehören unter anderem der Zeitraum vom 26. bis 30. Oktober, vom 23. Dezember bis 6. Januar, vom 8. bis 12. Februar, vom 22. März bis 2. April und vom 17. bis 21. Mai. Jede Gemeindeverwaltung kann außerdem einen lokalen Feiertag festlegen. Intensive Unterrichtstage in der Sekundarstufe und der weiterführenden Sekundarstufe können je nach System abweichen. Nach der zweiten Bildungsstufe können Schülerinnen und Schüler im andorranischen System in das andorranische Baccalaureat (batxillerat), die Berufsausbildung oder den Arbeitsmarkt wechseln. Französische und spanische Abschlüsse führen normalerweise zu den jeweiligen weiterführenden Bildungswegen. Ein Wechsel zwischen den drei Systemen erfordert eine Beurteilung durch die zuständige Schule oder Bildungsbehörde. Anerkennung und Gleichwertigkeit ausländischer Abschlüsse richten sich nach den einschlägigen Vereinbarungen. Die Regierung ist gemeinsam mit dem Ministerium für institutionelle Beziehungen, Bildung und Universitäten für die nationale Bildungsplanung, den Kalender, Anmeldetermine, Fördermittel und den Schulbesuch zuständig. An der französischen Bildungsdelegation (Délégation à l’enseignement français) und den französischen Behörden liegt die Mitwirkung am französischen System. Der Bildungsrat (Consejería de Educación) und das spanische Bildungsministerium sind für das spanische System zuständig.
Schule in Andorra
Das Schulsystem in Andorra besteht aus drei parallelen Systemen: dem andorranischen, dem französischen und dem spanischen System. Die Schulpflicht umfasst die Grundschule und die untere Sekundarstufe im Alter von 6 bis 16 Jahren, während die Vorschule grundsätzlich nicht verpflichtend ist. Die Wahl des Systems, Unterrichtssprachen, Anmeldung, Kosten und Unterstützung hängen vom gewählten System und der jeweiligen Schule ab.
Tipp
Die Wahl des Schulsystems bestimmt Unterrichtssprachen, Bildungsweg und spätere Wechselmöglichkeiten und wirkt sich daher über mehrere Jahre aus. Prüfen Sie vor der Anmeldung zunächst die Verfügbarkeit, den Wohnsitznachweis, die tatsächlichen Zusatzkosten und den geplanten Bildungsweg, da es weder einen automatischen Platz noch einheitliche Gebühren- oder Unterstützungsregeln für alle Schulen gibt. Bei besonderem Förderbedarf oder einem geplanten Systemwechsel sollten Sie frühzeitig mit der Schule und der zuständigen Behörde klären, was erforderlich ist.

