Recht in Andorra

Das Recht in Andorra legt die Regeln für Arbeit, Aufenthalt, Straftaten, Käufe und andere privatrechtliche Beziehungen fest. Die anwendbaren Regeln hängen vom Gegenstand, den beteiligten Personen oder Organisationen sowie der zuständigen Behörde oder dem maßgeblichen Verfahren ab. Die hier dargestellten Hauptbereiche sind Arbeitsrecht, Einwanderungsrecht, Strafrecht, Verbraucherschutz und Zivilrecht.

Tipp

Ordnen Sie Ihr Anliegen ein, bevor Sie in Andorra ein Verfahren auswählen oder eine Behörde kontaktieren. Trennen Sie arbeitsrechtliche, aufenthaltsrechtliche, strafrechtliche, verbraucherrechtliche und privatrechtliche Fragen, wenn mehrere Themen betroffen sind, da jeweils unterschiedliche Dokumente, Fristen und Verfahren erforderlich sein können. Eine klare Einordnung verringert das Risiko, den falschen rechtlichen Weg einzuschlagen.

Arbeitsrecht

Das Arbeitsrecht in Andorra regelt abhängige Beschäftigung, Arbeitsverträge, Arbeitszeiten, Entgelt, Schutz, Vertretung, Streitigkeiten und Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Jeder Arbeitsvertrag muss unabhängig von Dauer und Art schriftlich geschlossen werden; gesetzliche Mindeststandards dürfen nicht zum Nachteil der beschäftigten Person unterschritten werden. Die Einordnung hängt unter anderem vom Arbeitsort, dem Kollektivvertrag, den Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen sowie der Zugehörigkeit zur andorranischen Sozialversicherung ab.

Einwanderungsrecht

Das andorranische Einwanderungsrecht regelt Einreise, Kurzaufenthalte, Arbeit, Aufenthalt, Familiennachzug, Schutzstatus, Daueraufenthalt und Staatsangehörigkeit. Andorra gehört nicht zum Schengen-Raum und wird normalerweise über Frankreich oder Spanien erreicht, sodass Reisende möglicherweise sowohl Schengen- als auch andorranische Anforderungen erfüllen müssen. Ein Aufenthalt von mehr als 90 Tagen oder jede Arbeit in Andorra erfordert grundsätzlich die passende Einwanderungsbewilligung.

Aufenthaltsrecht

Strafrecht

Das Strafrecht in Andorra definiert Straftaten, Ermittlungsverfahren, Sanktionen und die Rechte von Beschuldigten, verurteilten Personen und Opfern. Das kodifizierte System unterscheidet delictes majors, delictes menors und contravencions penals, für die unterschiedliche Verfahren und Höchststrafen gelten. Das Codi penal wurde durch L19/2026 geändert, die seit dem 14. August 2026 in Kraft ist; L18/2026 soll am 13. Dezember 2026 in Kraft treten und ist noch nicht anwendbar.

Verbraucherschutz

Der Verbraucherschutz in Andorra gewährt privaten Endkunden Rechte beim Kauf von Waren, Dienstleistungen, Finanzprodukten oder digitalen Angeboten bei gewerblichen oder beruflichen Anbietern. Preise, wesentliche Produktinformationen, Werbeaussagen und Vertragsbedingungen müssen transparent sein; bei unsicheren oder mangelhaften Waren gelten besondere Rechtsbehelfe. Beschwerden beginnen meist beim Anbieter und können je nach Thema an die Verbraucherschutzstelle für Handel und Konsum (Unitat de Comerç i Consum), die AFA, Gesundheitsbehörden, FEDA oder die Polizei weitergeleitet werden.

Zivilrecht

Das Zivilrecht, auf Katalanisch als „dret civil“ bezeichnet, regelt private Rechtsbeziehungen in Andorra. Es umfasst Verträge, Eigentum, Familienangelegenheiten, Erbschaften, Schäden, Gerichtsverfahren und Zwangsvollstreckung. Die Regeln sind auf mehrere Gesetze und sektorale Vorschriften verteilt und nicht in einem umfassenden Zivilgesetzbuch zusammengefasst.