Der staatliche Schullehrplan umfasst Paschtu (Pashto) in den Klassen 1 bis 12, Dari in den Klassen 4 bis 12 und Englisch in den Klassen 4 bis 12. Arabisch ist für die Klassen 7 bis 9 vorgesehen; Lehrbücher für Usbekisch, Belutschisch und Pashayi decken die Klassen 1 bis 9 ab. Die Aufnahme in die Materialliste belegt jedoch nicht, dass jede Schule diese Fächer tatsächlich anbietet. Die Verfassung nennt Paschtu und Dari als Amtssprachen und sieht die Förderung aller Sprachen sowie muttersprachlichen Unterricht in Gebieten mit sprachlichen Mehrheiten vor. Die praktische Umsetzung durch die De-facto-Behörden bleibt unsicher. Hochschulen können neu aufgenommenen Studierenden mit begrenzten Englischkenntnissen einen zweisemestrigen Englischkurs anbieten. Er umfasst Sprechen, Schreiben, Grammatik, Wortschatz und Lesen; Gebühren, Zulassungsvoraussetzungen und Aussagekraft des Zertifikats hängen von der jeweiligen Einrichtung ab. Für Erwachsene werden Alphabetisierungs- und Sprachlernangebote hauptsächlich von UNESCO, UNICEF, Nichtregierungsorganisationen und Gemeinschaften angeboten. Historische Programme wie Learning for Life kombinierten neunmonatige Grundkurse und sechsmonatige Brückenkurse für Frauen ab 15 Jahren; eine vorübergehende Anerkennung als gleichwertig mit dem dritten Grundschuljahr stellt keinen aktuellen landesweiten Regelweg dar. Ein kostenloses Lernprogramm (FILL) für paschtusprachige Eltern und Betreuungspersonen umfasste etwa zehn Lernstunden, war jedoch nur bis zum 31. Dezember 2024 aufgeführt und ist daher nicht als derzeit zugängliches Angebot etabliert. Die gemeinschaftsbasierte Bildung (Community-Based Education) und Zentren für beschleunigtes Lernen (Accelerated Learning Centres) vermitteln Kindern grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten; Zentren für beschleunigtes Lernen können zwei Klassenstufen pro Jahr abdecken und den Stoff der Klassen 1 bis 6 in drei Jahren nachholen. Reichweite, Sicherheit, Lehrkräfte und der Übergang in höhere Klassen hängen vom jeweiligen Projekt und Standort ab. In den Jahren 2024/25 besuchten mehr als 2,13 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schule, und mehr als 90 Prozent der Zehnjährigen konnten keinen einfachen Text lesen. Rund 2,2 Millionen Mädchen waren vom Zugang zu Bildung über die Grundschule hinaus ausgeschlossen; Frauen haben seit 2022 keinen Zugang zur Hochschulbildung. Digitale Lernformate über Telefon, Chatgruppen, Onlinedienste oder Angebote mit geringem Datenverbrauch können den Unterricht ergänzen, sind jedoch häufig nicht akkreditiert und durch unzuverlässige Strom- und Internetversorgung eingeschränkt. Eine öffentlich dokumentierte, landesweit einheitliche Plattform zum Sprachenlernen wurde nicht festgestellt. Die allgemeine Prüfungsbehörde (General Authority for Examinations), NEXA, ist die allgemeine Prüfungsbehörde; ein landesweiter Rahmen für Sprachkompetenz, ein Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen (CEFR) oder ein standardisiertes staatliches Sprachzertifikat ist jedoch nicht dokumentiert. Als standardisierter Englischtest (TOEFL iBT) ist der Test in Afghanistan verfügbar; Prüfungsort, Prüfung zu Hause, Gebühren, Termine und Anerkennung hängen von ETS und der aufnehmenden Einrichtung ab. Für den Alltag, Formulare, die Gesundheitsversorgung, Schule und das Gemeinschaftsleben sind Lese- und Schreibkenntnisse in Dari, Paschtu oder der jeweiligen lokalen Muttersprache meist besonders nützlich. Englisch unterstützt hauptsächlich den Hochschulzugang und internationale Bildungswege. Ein landesweit standardisierter Sprachlernweg für den Arbeitsplatz ist nicht dokumentiert; aktuelle Anbieter, Preise, Termine und Anerkennung sollten daher jeweils bei der zuständigen Einrichtung geprüft werden.
Sprachenlernen in Afghanistan
Sprachenlernen in Afghanistan findet in Schulen, Hochschulen, Alphabetisierungsprogrammen, Gemeinschaften und digitalen Angeboten statt. Dari und Paschtu sind die beiden staatlichen Amtssprachen; in bestimmten Gebieten mit sprachlicher Mehrheit können zusätzliche Sprachen als dritte Amtssprache bestimmt werden. Verfügbarkeit, Anerkennung und Zugang unterscheiden sich je nach Provinz, Einrichtung, Sicherheitslage und Zielgruppe.
Tipp
Legen Sie zunächst fest, ob Sie eine Sprache für den Alltag und die Grundbildung, für die Hochschulbildung oder für internationale Bewerbungen benötigen. Für den Alltag bietet eine lokale Sprache meist den größten direkten Nutzen, während Englisch vor allem für Hochschul- und internationale Bildungswege wichtig ist. Prüfen Sie vor Beginn jedes Angebot auf aktuelle Verfügbarkeit, Zugang, Kosten und Anerkennung.

